Der 1. FC Köln verliert trotz einer Schlussoffensive gegen Eintracht Frankfurt mit 3:4 (1:2). Die Geißböcke machen sich das Leben selbst schwer und können sich vom späten Aufbäumen nichts kaufen. Die Stimmen zum Spiel.
Aus Müngersdorf berichten Sonja Gauer, Linda Dragovic, Marc L. Merten und Martin Zenge
Marius Bülter
„Die zehn Minuten vor der Pause und zehn Minuten nach der Pause waren wir einfach, ich will nicht sagen ‚zu schlecht‘, aber wir haben viel zu einfache Fehler gemacht. Erst der Fehler, aus dem die Ecke resultiert. Über Standards reden wir eh genug. Dann laden wir Frankfurt ein, obwohl von denen eigentlich nichts kam. Das tut weh. Gegen so gute Mannschaften wie Frankfurt kassierst du dann vier Gegentore. Hinten raus haben wir noch mal dran geschnuppert. Da kam der Glaube zurück. Auch im Stadion. Wir hatten da noch ein paar richtig gute Chancen, wir haben aber trotzdem verdient verloren. Wir machen zu viele einfache Fehler. Auf Dauer wirst du keine Spiele gewinnen, wenn du so viele Gegentore bekommst.“
Marvin Schwäbe
„Die zwei schnellen Gegentore in der zweiten Hälfte, da waren wir nicht clever genug. Die zwei Jungs stehen schon draußen zur Einwechslung. Da müssen wir einfach den Ball ins Aus schlagen, damit wir sie früher aufs Feld kriegen, weil Joel nicht auf dem Platz war. Auch bei den beiden Gegentoren vor der Halbzeit spielen wir uns auf unseren Außen fest, statt gerade auch mal in der 45. plus fünf einfach mal den Ball tief zu schlagen. Dafür dürfen wir uns nicht zu schade sein. Der Glaube ist immer da, weil wir die ganze Saison schon extrem gute Joker haben. Die Jungs reißen sich den Arsch auf, weil sie wissen, dass ihre Kreativität gefragt ist. Dafür ist sich niemand zu schade. Deswegen war das dritte und vierte bitter, sonst wüssten wir, dass wir immer noch mal wieder drankommen können.“
Thomas Kessler
„Wir haben uns das Leben in der ersten Halbzeit unnötig selbst schwergemacht. Nach dem 1:0 waren unsere Bälle relativ schnell weg. Wir sind auf schnelle Umschalter gegangen, die aber nicht richtig durchgegangen sind. Als wir Ballkontrolle hatten, haben wir uns zu defensiv verhalten, den Ball oft nach hinten gespielt. Beide Gegentore sind aus Pressingsituationen resultiert, in die wir uns selber reingespielt hatten. Das war sehr ärgerlich. In der zweiten Halbzeit hat man gesehen, dass Frankfurt eine gute Mannschaft hat. Das dritte Tor haben sie gut herausgespielt, beim vierten verlieren wir eine Eins-gegen-eins-Situation. Wir sind gut zurückgekommen, hätten vielleicht sogar noch das 4:4 machen können. Grundsätzlich glaube ich, dass wir in Gänze auf Bundesliga-Niveau schon Lehrgeld bezahlt haben. Super ärgerlich und super bitter, dass wir jetzt mit leeren Händen dastehen.“
Lukas Kwasniok
„Glückwunsch an die Eintracht zum Dreier. Wir hatten den perfekten Beginn und wollten den Gegner nicht ganz so hoch pressen. Wir hatten eine ähnliche Ausrichtung wie gegen Freiburg, wollten auf Umschalter warten. Wir haben aber nicht so den Zugriff bekommen, weil die Frankfurter variabel sind. Ich hatte nicht das Gefühl, dass es bei uns lichterloh im Strafraum gebrannt hat. Während wir nach einem Standard knapp am Pfosten vorbei köpfen, haben es die Frankfurter geschafft, mit einem Standard ins Spiel zurückzukommen. Was mich aber stört, ist, dass wir zwei unnötige Ballverluste hatten vor dem 1:1 und dem 1:2. In der zweiten Halbzeit wollten wir den Frankfurtern nach und nach weh tun, haben das Spiel dann aber in kurzer Zeit aus der Hand gegeben. Ich bin enttäuscht, dass wir zu schnell zu wild geworden sind. Als wir nichts mehr zu verlieren hatten, hatten wir heute eine tolle Bank, die unabhängig vom Spielstand den Menschen zeigen will, dass es sich lohnt, ins Stadion zu kommen. Wir haben heute über 130 Kilometer abgespult, das schaffen nicht viele. Ich bin enttäuscht, aber umso stolzer, dass sie das zweite und dritte Tor noch gemacht haben. Es gilt, die positiven Aspekte mitzunehmen.“
Dino Toppmöller
„Wir sind sehr glücklich, dass wir hier drei Punkte mitnehmen konnten. Über weite Strecken haben wir ein richtig gutes Auswärtsspiel gemacht. Trotz des frühen Rückstands hatten wir eine gute Kontrolle im Ballbesitz. Mit dem Ausgleich hatten wir dann den Fuß in der Tür und haben das Spiel vor der Halbzeit noch gedreht. Wir wollten dann weiter auf Tore gehen und haben das richtig gut gemacht. Bis zum zweiten Tor vom FC haben wir wenig zugelassen, dann wurde es aber nochmal brenzlig. Köln hat all-in gespielt und sie haben Spieler gebracht, die einen großen Impact haben. Wir müssten dann unnötigerweise nochmal zittern, wissen aber auch, dass auf der anderen Seite eine gute Fußballmannschaft mit einer guten Idee steht. Von daher war es am Ende enger, als es sich über das Spiel hinweg angefühlt hat.“








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