Feuer nach Abpfiff im Gästeblock – Stadionsprecher kündigte Pyro-Show an

Feuer im Gästeblock nach dem Abpfiff. (Foto: Bucco)
Feuer im Gästeblock nach dem Abpfiff. (Foto: Bucco)

Zwölf Minuten Schweigen: Beim Heimspiel des 1. FC Köln gegen Eintracht Frankfurt (3:4) hat der angekündigte Fan-Protest für eine Geister-Atmosphäre gesorgt. Bis die Südkurve pünktlich das Pyro-Arsenal zündete, während es die Frankfurter hinterher übertrieben.

Kurz vor Spielbeginn ertönte eine Ansage von Stadionsprecher Tobias Franzgrote. Der zweite Mann hinter Michael Trippel erklärte vor dem Anpfiff des 1. FC Köln gegen Eintracht Frankfurt, dass die Fankurven die ersten zwölf Minuten schweigen würden. Der Grund seien die Proteste gegen die Innenministerkonferenz. Und dann folge der Nachsatz: „Wir rechnen nach der 12. Minute mit erheblichem Einsatz von Pyrotechnik.“

Das sorgte für Gelächter insbesondere in der Südkurve von Müngersdorf. Warum, wurde nach exakt zwölf Minuten klar. Dann holten die Anhänger der Geißböcke nicht nur ihre Fahnen wieder heraus und begannen lautstark mit dem Support des FC, sondern entzündeten auch zahlreiche pyrotechnische Gegenstände.

„Wir bestimmen unsere Zukunft selbst“

Der gerade erst in den DFB-Kontrollausschuss gewählte Vizepräsident Jörg Alvermann konnte so schon mal auf der Tribüne durchzählen und seinen Verein vorwarnen, wie hoch die Strafe vom DFB ausfallen wird. Doch die Vereinsführung hatte den Protest unterstützt. „Wir fordern die Vereine auf, sich diesen Plänen mit allen zur Verfügung stehenden Ressourcen und Möglichkeiten zur Wehr zu setzen“, hatte die Südkurve im Vorfeld erklärt. 

Die Südkurve nach der 12. Minute gegen Frankfurt. (Foto: Bucco)
Die Südkurve nach der 12. Minute gegen Frankfurt. (Foto: Bucco)

So fühlte sich das Stadionerlebnis zunächst an wie eines der Geisterspiele zu Corona. „Soll das die Zukunft des Fußballs sein?“ stand passend dazu auf einem Banner in der Südkurve geschrieben. Zum Ende des Protests wandelte sich diese Botschaft dann in „Wir brennen für die Gegenwart und bestimmen unsere Zukunft selbst“.

„Versachlichung statt Populismus“

Hintergrund des Protests war die anstehende Innenministerkonferenz vom 3. bis 5. Dezember in Bremen, wo es auch um die Sicherheit in den Fußballstadien gehen soll. Die Fanszenen in Deutschland sehen die aktuell diskutierten Maßnahmen der Innenministerien für unverhältnismäßig, insbesondere zentral verfügte Stadionverbote, personalisierte Eintrittskarten und eine umfassende Überwachung inklusive Gesichtserkennung im Stadion.

Die aktiven Fanszenen fordern eine „Versachlichung der Debatte statt Intransparenz und Populismus“, wie es in einem Statement von „Unsere Kurve“ hieß. „Eine Diskussion über Sicherheit in und um die Stadien kann nur dann legitim sein, wenn sie offen, ehrlich und faktenbasiert ist. Leider sehen wir dies durch das beschriebene Vorgehen bislang nicht gewahrt.“

Warum brannte es im Gästeblock?

Am Samstagabend versuchten die Fans beider Mannschaften ein weiteres Statement zu setzen. Unrühmlich jedoch war das Verhalten einiger Eintracht-Anhänger, die in der ersten und zu Beginn der zweiten Halbzeit diverse Böller zündeten. Die lauten Knallgeschosse sind bekanntlich gefährlich und explodierten mehrfach in Müngersdorf.

Zudem musste die Partie nach der Pause kurz unterbrochen werden, weil diverse Feuerwerkskörper in Richtung Spielfeld abgeschossen worden waren. Nach dem Spiel brannte es gar im Gästeblock, die Anhänger hatten diverse Gegenstände in Brand gesteckt. Worum es sich handelte, wurde zunächst nicht bekannt.

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