„Wir haben kaum Schwachstellen“: FC mit klarem Auftrag für das Rückspiel

Stefan Ruthenbeck nach dem 1:1 im Hinspiel gegen den FC Midtjylland. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports International)
Stefan Ruthenbeck nach dem 1:1 im Hinspiel gegen den FC Midtjylland. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports International)

Die U19 des 1. FC Köln erkämpft sich gegen den FC Midtjylland ein 1:1 (0:1) und hätte sich den Sieg im Youth-League-Hinspiel fast noch verdient. Am Ende scheiterte der FC an der eigenen Chancenverwertung.

Aus dem Franz-Kremer-Stadion berichten Sonja Gauer, Marc L. Merten und Lars Tetzlaff

Als der 1. FC Köln in den Schlussminuten auch die letzten Großchancen vergeben hatte – die beste durch Kevin Ekweribe (87.) –, war klar: Die Geißböcke würden mit einem 1:1 ins Rückspiel beim FC Midtjylland fahren. Doch Stefan Ruthenbeck zog positive Schlüsse aus dem Duell gegen den dänischen Topclub. Hinterher sprach der FC-Coach über…

…die Leistung seiner Mannschaft: „Die ersten Halbzeit war sehr ausgeglichen. Vielleicht hatten wir eine halbe Torchance mehr als der Gegner, aber du hast schon gespürt, dass wir Respekt vor dem Gegner hatten. Aber die zweite Halbzeit ging an uns. Da hatten wir hinten raus zwei, drei richtig dicke Dinger, mit denen wir hätten in Führung gehen müssen. Trotzdem hatte auch Midtjylland noch eine Riesenchance nach einer Flanke. Aufgrund der Vielzahl der Möglichkeiten hinten raus hätten wir es ziehen müssen. Vielleicht ist es aber auch ganz gut so, dass es nicht so gekommen ist. So ist jeder weiter komplett im Fokus. Jetzt wissen wir: Wir müssen das Rückspiel ziehen, sonst sind wir raus.“

Ruthenbecks Lob an das eigene Team

…das taktische Niveau: „Mir hat das Spiel unheimlich viel Spaß gemacht. Das war richtig gutes Jugendniveau, ich habe ein paar Sachen aus dem Herrenfußball gesehen. Taktisch waren einige Feinheiten dabei, auf unserer Seite und auch beim Gegner. Das hat mir als Trainer Spaß gemacht, mit einem guten Coach auf der Gegenseite.“

…den unbekannten Gegner: „Wir sind gut reingekommen. Wir hatten unheimlich viel Ballbesitz. Da sind die gar nicht mit uns zurecht gekommen, und ich dachte: Wir sind doch besser als ich manchmal denke (lacht). Aber es gab auch Momente im Spiel, in den Umschaltmomenten des Gegners, dass wir gemerkt haben, was für Qualität beim Gegner da ist. Die Situation, die zum Gegentor geführt hat, war richtig stark gespielt. Ich habe vor dem Spiel gesagt, dass ich sie in den Top Fünf Deutschlands einordne. Da sehe ich uns aber auch. Wir haben gewusst, dass wir mithalten können. Ich sehe uns auch auf einem sehr hohen Niveau. Wir haben kaum Schwachstellen. Vielleicht fehlt uns hier und da etwas in der Spitze, aber als Team sind wir richtig stark. Deswegen war von vorne herein klar, dass es Fifty-Fifty ausgehen würde.“

Drei Tore in drei Spielen: „Das ist Fynns Qualität“

…die Details im Kölner Spiel: „Bei uns gibt es keine Nackenschlägen. Die kennen wir nicht. (lacht) Ich habe den Jungs in der Halbzeit gesagt: Details entscheiden. Das Gegentor ist nicht durch den Freistoß entstanden, sondern viel früher in der Entstehung. Da ging es darum, vorne Bälle besser festzumachen, einen Gegner bei einem Kopfball so zu stören, dass der Ball nicht ankommt. Da waren wir nicht gut. Oder wenn wir unserem Mitspieler keine Optionen bieten. Das sind Details, die entscheiden, ob wir ein Tor machen oder kassieren. Da waren wir in der ersten Halbzeit nicht so gut. Es ist nicht immer ein gruppentaktisches Element, sondern ein Detail in einer Situation. Da müssen wir bessere Entscheidungen treffen.“

…Torjäger Fynn Schenten: „Fynns Qualität ist, Tore zu machen. Ich sehe aber noch viele Potenziale, wenn ich an das Arbeiten gegen den Ball denke oder daran, Bälle vorne festzumachen. Natürlich ist Fynn ein talentierter Junge, der sich in den letzten anderthalb Jahren enorm entwickelt hat. Es geht immer um ein Rollenverständnis. Wer sind die Spieler in unserem Spiel, die zum Abschluss kommen sollen? Andere Spieler nehmen sich dafür raus, um diese Spieler in Szene zu setzen. Das ist auch wichtig für den Profifußball, zu erkennen, was meine Rolle im Team ist. Natürlich macht Fynn viele Tore, aber auch, weil die Mannschaft es zulässt und versucht ihn in diese Situationen zu bringen.“

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