Kessler stellt „Bedingungen“: Keller-Erbe steht Beförderung noch im Weg

Thomas Kessler und Lukas Berg. (Foto: Bucco)
Thomas Kessler und Lukas Berg. (Foto: Bucco)

Thomas Kessler will Geschäftsführer Sport beim 1. FC Köln werden, der Vorstand der Geißböcke den Sportdirektor entsprechend befördern. Noch sind die Gespräche nicht abgeschlossen. Es hängt auch an einem Erbe des Vorgängers.

Als Christian Keller zum Sport-Geschäftsführer des 1. FC Köln ernannt wurde, durfte der Manager lange Zeit am Geißbockheim schalten und walten, wie er wollte. Der damalige Vorstand um Ex-Präsident Werner Wolf ließ Keller machen, und dieser gestaltete die FC-Geschäftsstelle umfangreich um. Dabei wurde auch der sportliche Bereich komplett neu aufgestellt.

Eingeführt wurde eine Struktur, in der eigentlich „Ganzheitlichkeit und Verantwortungsübernahme für Mitarbeiter ermöglicht“ werden sollte. So heißt es zumindest in einem Papier von November 2022, das dem GEISSBLOG vorliegt. Die einstige Direktoren-Ebene unterhalb der Geschäftsführung wurde abgeschafft und durch „Bereichsleiter“ ersetzt. In diesen Bereichen sollten „Koordinatoren“ für einzelne Themen agieren.

Alte Entscheidungswege sollen ersetzt werden

Das Entscheidende: In der Umsetzung sah der Sportliche Bereich vor allem vor, dass die Bereichsleiter und Koordinatoren alle an den Geschäftsführer Sport zu berichten hatten und die Entscheidung in fast allen Fragen letztlich bei Keller lag. Seit dem Umbruch im Sommer, der Thomas Kessler zum Sportdirektor und Lukas Berg zum Technischen Direktor machte, wird diese Struktur schrittweise verändert.

Nun ist sie aber zum zentralen Gegenstand der Verhandlungen zwischen Kessler und dem neuen Vorstand um Präsident Jörn Stobbe geworden. „Für mich ist es wichtig, wenn ich das Commitment gebe, in den nächsten Jahren aus der Geschäftsführung heraus Verantwortung zu übernehmen, dass das zu Bedingungen ist, wie ich mir das vorstelle“, sagte der 39-Jährige am Sonntag im Sport1 Doppelpass. „Da gibt es ein paar Themen, die muss man einfach besprechen.“

Kessler will neue Strukturen schaffen

Zentral für Kessler: „Das Thema Organisationsstruktur ist in solch einem großen Fußballclub wichtig. Ich habe eine Struktur geerbt, die nicht von mir entwickelt wurde. Dann haben wir im Team einen sehr guten Job gemacht, auf dem Transfermarkt kluge Entscheidungen getroffen. Wir sind mit der grundsätzlichen Entwicklung zufrieden.“ Nun aber müsse die Grundlage für eine stabilere Zukunft geschaffen werden – nicht nur personell mit der Ernennung Kesslers in die Geschäftsführung, sondern auch mit einer neuen Struktur.

„Das tun wir in völliger Ruhe, weil wir da gar keinen Druck haben“, sagte Kessler. Der 39-Jährige sprach zwar von „sehr wertschätzenden Gesprächen“, deutete aber auch an, dass sich diese „schon länger hinziehen“. Grundsätzlich ist man sich einig, dass Kessler befördert und somit der Sportchef in der Geschäftsführung sitzen soll. Dies hatte der Vorstand im Wahlkampf auch schon versprochen. Doch einig ist man sich noch nicht.

Ich stehe zur Verfügung, möchte aber natürlich vorher über die Bedingungen sprechen

thomas Kessler

„Ich weiß, dass die Öffentlichkeit immer sehr interessiert ist, weil unser Vorstand im Wahlkampf ein bisschen vornweg geprescht ist und gesagt hat: Wir würden gerne Thomas Kessler zum Geschäftsführer machen“, sagte der Noch-Sportdirektor in der Talkrunde am Sonntag. „Ich stehe auch zur Verfügung, noch mehr Verantwortung als jetzt zu übernehmen. Aber dann möchte ich natürlich vorher über die Bedingungen sprechen.“ Und diese Bedingungen müssen erst noch ausverhandelt werden.

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