„Klares Statement!“ FC zahlt Adamyans Millionen-Gehalt – Trennung im Winter?

Sargis Adamyan im Trikot der U21 des 1. FC Köln. (Foto: Bucco)
Sargis Adamyan im Trikot der U21 des 1. FC Köln. (Foto: Bucco)

Sargis Adamyan ist wohl der bestbezahlte Regionalliga-Fußballer der aktuellen Saison. Der 1. FC Köln zahlt dem Armenier das volle Millionen-Gehalt, obwohl er aussortiert ist. Wie es dazu kam und ob es im Winter zur endgültigen Trennung kommen könnte.

Sargis Adamyan gehört zu den Leistungsträgern des 1. FC Köln – allerdings nur in der Regionalliga West. Der 32-Jährige hat sechs Tore erzielt und dazu beigetragen, dass die U21 der Geißböcke nach einem schwachen Saisonstart sich stabil im oberen Mittelfeld der Tabelle festgesetzt hat. Das Problem: Adamyans Gehalt.

Dieses ist bekanntermaßen keineswegs ein Top-Gehalt für die Regionalliga, sondern ein Millionen-Gehalt für den FC. Der 32-Jährige sitzt auf dem letzten Jahr seines Vertrags, den er 2021 von Ex-Sportchef Christian Keller im Sommer 2021 erhalten hatte, als der FC den Armenier aus Hoffenheim verpflichtet hatte. Und weil Keller Adamyan damals als vermeintlichen Leistungsträger in die Gehaltstruktur eingestuft hatte, liegt bis heute sein Bundesliga-Gehalt bei rund 100.000 Euro pro Monat.

Türoffs harte Worte gegen Adamyan

Im vergangenen Sommer versuchte der FC diesen Vertrag vor dem letzten Jahr der Laufzeit aufzulösen. Doch dies scheiterte an Adamyan. Der Stürmer wollte einen Großteil seines Restgehalts als Abfindung, um dann bei einem anderen Club zu unterschreiben. Das bestätigte nun FC-Geschäftsführer Philipp Türoff indirekt im GEISSBLOG-Interview.

„Das ist ein Fall, bei dem es nicht aufgegangen ist, wie wir uns das gewünscht hätten. Aber da darf der Club auch nicht sagen, dass eine Personalie um jeden Preis gelöst werden muss“, sagte Türoff. „Das Problem ist ja nur gelöst, wenn alle Seiten etwas von einer Einigung haben. Und da ist es auch mal wichtig, als Verein ein Zeichen in den Markt zu senden.“

Geschäfte macht man, damit beide Seiten etwas davon haben

Philipp TÜroff

So verzichtete der FC lieber auf eine Trennung, denn einvernehmlich wäre sie nicht gewesen. Der FC habe mit der Entscheidung, Adamyan lieber weiter zu bezahlen und in die U21 zu verbannen, „ein klares Statement aussprechen“ wollen. „Geschäfte macht man, damit beide Seiten etwas davon haben“, sagte Türoff. „Sonst haben wir eine Welt, in der wir um jeden Preis Verträge ausbezahlen.“

Der FC hatte in den Jahren nach Armin Veh und Horst Heldt einigen Spielern teilweise Millionen Euro zahlen musste, damit diese von der Payroll kamen. Das soll es künftig nicht mehr geben. Die Botschaft: Wenn ein Spieler den FC verlassen will, muss er dem Club künftig finanziell entgegen kommen, sonst drohen Tribüne oder U21 – was wiederum den Wert des Spielers treffen würde.

Winter-Transfer? Adamyans letzte Chance

Immerhin: Adamyan zeigte sich als Profi und übernimmt seitdem die Rolle des Torjägers in der U21. „Als die Karten auf dem Tisch lagen und das Transferfenster zu war, haben wir bewertet, dass Sargis die Situation absolut professionell angenommen und gut trainiert hat“, sagte U21-Trainer Evangelos Sbonias dem GEISSBLOG. „Da war für uns klar, dass er uns helfen könnte, weil wir vorne recht dünn besetzt waren.“

Dass dieses Modell eine Zukunft über die Saison hinaus hat, ist jedoch kaum denkbar. Der FC will sich weiterhin von Adamyan trennen, in diesem Winter wäre dies noch möglich. Weil in der Rückrunde mit Malek El Mala und Fynn Schenten zwei Talente Spielpraxis in der U21 bekommen sollen, würde Adamyan selbst in der U21 die Bank drohen. Der Transfer-Januar könnte also den endgültigen Abschied Adamyans aus Köln einleiten. Nach dreieinhalb verheerenden Jahren wird es höchste Zeit.

Das große GEISSBLOG-Interview mit U21-Trainer Evangelos Sbonias mit allen Aussagen zum Kader, zu den größten Talenten und zu den Zielen erscheint am 28. und 29. Dezember.

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