Einzelkritik: Viel Pech und zentrale Probleme in der FC-Abwehr

Marvin Schwäbe und Rav van den Berg. (Foto: Bucco)
Marvin Schwäbe und Rav van den Berg. (Foto: Bucco)

Der 1. FC Köln in der Winterpause: Wie waren die Leistungen der FC-Profis in den ersten 15 Bundesliga-Spielen? Die Einzelkritik zur Winterpause mit den Noten und Zeugnissen – heute: Tor und Abwehr.

Tor

Marvin Schwäbe

Schwäbe macht in dieser Saison genau das, was ein Torhüter machen muss: Er hält Punkte fest. Auch wenn er nur zweimal zu Null blieb (gegen Mainz und Hoffenheim), holte der FC in diesen Partien zwei wichtige Siege. Tolle Spiele bei der TSG und in Dortmund, dazu der gehaltene Derby-Elfmeter, der Punkt-Ermöglicher in Bremen. Einzige Ausrutscher: gegen Stuttgart und gegen Pauli. Aber insgesamt ein überaus verlässlicher Rückhalt, der allerdings mit Ball schon mal besser wirkte.
GEISSBLOG-Note: 2,0

Ron-Robert Zieler

Zieler kam als Nummer zwei zum FC zurück, stellte sich aber vom ersten Tag in den Dienst der Mannschaft. Als Pokal-Torhüter wurde er mit Spielzeit belohnt, konnte am Aus gegen den FC Bayern aber nichts drehen. Vor allem im Hintergrund von großer Wichtigkeit. Brachte den dringend benötigten Mentalitäts-Wandel mit und fordert im Hintergrund ständig Leistung ein. Daher auch als Vize-Kapitän die richtige Wahl.
GEISSBLOG-Note: 2,5

Matthias Köbbing

Köbbing spielt inzwischen seine sechste FC-Saison (nur ein einziges Pflichtspiel für die U21). Sein Wert wird nicht auf dem Rasen gemessen. Die Verantwortlichen schätzen den 28-Jährige für seine Arbeit im Hintergrund und in der Kabine. Mehr eine Art Torwarttrainer-Assistent denn aktiver Torhüter.
GEISSBLOG-Note: keine Note

Innenverteidigung

Dominique Heintz

Der ewige Heintz! Einfach verrückt, wie sich der 32-Jährige auch in dieser Saison wieder zurückgekämpft hat. Wenn jeder FC-Profi einen solchen Glauben an seine eigene Stärke hätte, würden die Geißböcke um Europa mitspielen. Erst aussortiert, bewies Heintz in der Hinrunde einmal mehr, was ein Fußballer mit Wille, Vertrauen und Ausdauer bewirken kann. Er wird dem FC nicht mehr auf Dauer weiterhelfen, aber ohne ihn stünden die Geißböcke definitiv deutlich schlechter da.
GEISSBLOG-Note: 3,0

Timo Hübers

Hübers hat wohl viele überrascht. Umso schwerer wiegt seine schwere Verletzung. Der Ex-Kapitän war der beste Innenverteidiger der Saison, ehe sein Knie in Dortmund großen Schaden nahm. Ob er noch einmal Bundesliga-Fußball spielen kann, ist offen. Dass er dem FC fehlt, ist seit seinem Ausfall unübersehbar. Hübers hat eine riesige Lücke hinterlassen. Gute Besserung weiterhin!
GEISSBLOG-Note: 2,5

Luca Kilian

Neben Hübers war Kilian der zweite Pechvogel der Saison. Der 26-Jährige weiß ebenfalls noch nicht, wie es mit der Karriere weitergeht. Beim FC arbeitete er gerade an seinem nächsten Comeback, als das Kreuzband erneut nachgab. Auch seine Saison ist gelaufen. Gute Besserung weiterhin!
GEISSBLOG-Note: keine Note

Cenk Özkacar

Bislang ist Özkacar eine der Enttäuschungen der Saison. Gekommen, um Heintz als Linksfuß in der Defensive abzulösen, war er phasenweise nicht einmal eine Option, als praktisch keine Innenverteidiger mehr verfügbar waren. Deutlicher konnte Trainer Lukas Kwasniok nicht demonstrieren, dass er dem Türken gerade die Bundesliga kaum zutraut. Muss sich gewaltig steigern, sonst hat der Leihspieler keine Zukunft beim FC.
GEISSBLOG-Note: 5,0

Joel Schmied

Schmied war eine der positiven Überraschungen in der bisherigen Saison, ehe auch er sich verletzte. Der Schweizer spielte eine überaus stabile und verlässliche Halbserie, ehe ein Muskelfaserriss sein Jahr vorzeitig beendete. Hätte eigentlich mit van den Berg und Hübers die Innenverteidigung bilden sollen. Doch diese Formation gab es nur ein einziges Mal in dieser Saison (am 3. Spieltag in Wolfsburg).
GEISSBLOG-Note: 3,0

Rav van den Berg

Van den Berg verletzte sich bekanntlich in Wolfsburg und fiel nach nur zwei Einsätzen über zwei Monate aus. Dann kam er zurück und sah gegen Union die Rote Karte. Der Niederländer hat bislang die Sch… am Schuh. So ist ein Urteil über den teuersten Neuzugang des Sommers bislang nicht möglich. Einige Anlagen konnte man bereits sehen, und so liegt eine immense Hoffnung auf den Schultern des schnellen und robusten Verteidigers, der ab der Rückrunde die FC-Defensive anführen soll.
GEISSBLOG-Note: keine Note

Außenverteidigung

Alessio Castro-Montes

Castro-Montes kam als letzter Neuzugang zum FC und wurde in jenen Partien reingeworfen, in denen er komplett unterging. In Wolfsburg feierte er sein Debüt als Joker, in Bremen sein Startelf-Debüt. Insgesamt nur vier Einsätze. Sollte eigentlich Lund links herausfordern. Das gelang dem Belgier bislang gar nicht. Der Unterschied zu Özkacar: Der FC hat Castro-Montes bereits fest verpflichtet. Die Geißböcke werden also alles versuchen, ihn noch auf Kurs zu bringen. Von den gerade spielerischen Qualitäten sind die Verantwortlichen weiterhin überzeugt.
GEISSBLOG-Note: keine Note

Jusuf Gazibegovic

Gazibegovic hat sich bereits vom FC verabschiedet, wechselt auf Leihbasis zu Sturm Graz zurück. Das ist die logische Konsequenz einer Hinrunde, die ohne den Rechtsverteidiger stattfand. Egal ob Dreier- oder Viererkette: Gazibegovic spielte keine Rolle. Nicht schnell genug, nicht zweikampfstark genug, nicht spielstark genug – die neuen FC-Verantwortlichen sehen nicht die Qualitäten, die Christian Keller in Gazibegovic sah.
GEISSBLOG-Note: keine Note

Kristoffer Lund

Lund legte beim FC einen guten Start hin, konnte zu Saisonbeginn durch stabile Leistungen überzeugen, ohne sich ins Rampenlicht zu spielen. Der Linksfuß macht einfach seinen Job. Dann kam das Derby in Gladbach mit den zwei verschuldeten Elfmetern. Seitdem läuft nichts mehr zusammen. Sinnbild: seine unglückliche Eckenabwehr gegen Union zum 0:1. Dabei ist der 23-Jährige ein Musterprofi mit guten Anlagen, die er auch schon gezeigt hat.
GEISSBLOG-Note: 4,0

Sebastian Sebulonsen

Sebulonsen legt bislang eine ähnliche Saison hin wie Lund: starker Start, schwacher Herbst. „SebSeb“ hat weniger Gegentore verschuldet, dazu musste er als rechter Innenverteidiger aushelfen. Das Gegentor gegen Pauli tut auch seiner persönlichen Bilanz weh. Darüber hinaus könnte er offensiv mehr, doch es gelingt ihm noch nicht. Ein Modellathlet, von dem sich der FC noch einiges versprechen kann, der aber konstanter werden muss.
GEISSBLOG-Note: 3,5

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