Timo Hübers gibt nicht auf und will beim 1. FC Köln sein Comeback feiern. Das sagt der Abwehrspieler über seine schwere Knieverletzung und seine Zukunft.
Der Gegentorschnitt lässt sich natürlich nicht nur an einer Personalie festmachen. Doch er verdeutlicht definitiv, dass Timo Hübers dem 1. FC Köln fehlt: Mit dem Ex-Kapitän auf dem Platz haben die Geißböcke pro Spiel nur 1,38 Treffer kassiert. Seit Hübers‘ schlimmer Knieverletzung in Dortmund sind es 2,0 – zwölf Gegentreffer in sechs Partien.
Das Saison-Aus des Innenverteidigers gilt als beschlossen. Zum 30. Juni 2026 läuft zudem Hübers‘ Vertrag aus. Doch er rechnet damit, noch mal im FC-Trikot auf dem Rasen zu stehen. „Da gehe ich fest von aus. Das ist das Ziel“, sagte Hübers am Donnerstagabend bei E Levve lang, einer Talkrunde von Express und Kölner Stadt-Anzeiger. „Ich bin zuversichtlich und habe viel selbst in der Hand durch Fleiß. Ich sehe mich gut gerüstet“, so seine optimistische Ergänzung.
Hübers: „Nicht entscheidend, wann ich zurückkehre“
Hübers sprach erstmals über seinen Verletzungs-Schock am 25. Oktober in Dortmund und seine Zukunft. Ins Detail gehen wollte er aber auch knapp zwei Monate nach dem folgenschweren Zweikampf mit Serhou Guirassy, bei dem unter anderem seine Kniescheibe sichtbar luxiert war, nicht. „Es ist eine schwere Knieverletzung“, erklärte er lediglich und wollte sich keinen Druck machen: „Es ist nicht entscheidend, wann ich zurückkehre. Es kommt auf das Knie an, es sind ein paar Schritte zu gehen. Ich orientiere mich eher da dran, nicht an irgendwelchen Diagnosen.“
Bei der Genesung helfen würde gewiss auch eine Vertragsverlängerung. Hübers nimmt offenbar positive Signale wahr: „Thomas Kessler hat es angedeutet, dass wir uns zusammensetzen, auch als er mich im Krankenhaus besucht hat. Er hat es persönlich noch mal untermauert am Geißbockheim. Wir werden das zu gegebener Zeit intensiver besprechen, noch liegt einiges auf seinem Schreibtisch, da reihe ich mich gerne ein.“ Schon mit Luca Kilian, dessen Karriere aufgrund des dritten Kreuzbandrisses auf der Kippe steht, hatte der FC im vergangenen Jahr kurz vor Weihnachten trotz einer niederschmetternden Diagnose verlängert.
Es war ein Mix aus psychischem und physischem Schock und hat mich die ersten Tage schon durchgewirbelt.
Timo Hübers
Hübers blickt generell hoffnungsvoll in die Zukunft. „Das ist mein Naturell. Es ist passiert, man kann das nicht rückgängig machen, und ich gehe das jetzt positiv an.“ Der 29-Jährige ist überzeugt: „Die schlimmsten Tage habe ich hinter mir.“ Insgesamt gehe es ihm „den Umständen entsprechend gut“.
Nach zwei Kreuzbandrissen bei Hannover 96 war die jetzige Verletzung in jeglicher Hinsicht noch mal dramatischer. „Zugegebenermaßen war es schon ziemlich schwierig, das zu verarbeiten. Ich hatte schon zwei Verletzungen im Trainingsalltag. Jetzt war es vor 80.000 Fans und von der Anteilnahme ganz anders.“ Die ganze Liga litt mit Hübers. „Die Verletzung war super schwer, sah wohl auch fies aus in der Wiederholung – deswegen war die Anteilnahme riesig.“ Der „Mix aus psychischem und physischem Schock“ habe ihn „durchgewirbelt“.
Hübers: „Den Tiefpunkt habe ich hinter mir“
Inzwischen kann er sein Reha-Programm am Geißbockheim absolvieren, ist dadurch wieder nah dran an der Mannschaft. „Es ist ein Stück Alltag, der zurückkommt. Man sieht sich in der Kabine, in der Trainingshalle, es ist eng an eng – ich bekomme alles mit, was in der Kabine passiert. Das ist wichtig, die Stimmungen in einer Mannschaft mitzubekommen. Bisschen foppen und aufziehen, davon lebt es auch.“ Das hilft in der langen Leidenszeit.
Nach einigen Wochen Ruhe nach der Verletzung sowie der anschließenden OP trainiert Hübers aktuell zwei bis drei Stunden täglich, plus Physiotherapie. Das sei „vom Trainingsumfang deutlich mehr als im normalen Trainingsalltag“. Und das ist auch nötig, wie der gebürtige Hildesheimer berichtet: „An meinem Oberschenkel ist gerade am verletzten Bein nicht mehr so viel dran, auch das andere Bein ist betroffen. Aber den Tiefpunkt habe ich auch hinter mir, ich habe schon wieder ein Kilo draufgepackt.“ Mit geringem Gewicht werde die verlorengegangene Muskulatur wieder angesprochen. Ein Schritt von vielen auf dem Weg zurück.







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