„Den Mutigen gehört die Welt“: Kwasniok nennt Fan-Faktor zum Sieg

Lukas Kwasniok war nach dem Sieg über Mainz erleichtert. (Foto: Bucco)
Lukas Kwasniok war nach dem Sieg über Mainz erleichtert. (Foto: Bucco)

Der 1. FC Köln kann endlich wieder jubeln! Nach acht sieglosen Spielen in Folge haben die Geißböcke dank einem Doppelpack von Ragnar Ache den 1. FSV Mainz 05 mit 2:1 (0:1) besiegt. Entsprechend gelöst fielen hinterher die Stimmen aus.

Aus Müngersdorf berichten Sonja Gauer, Alexander Haubrichs und Marc L. Merten

Marvin Schwäbe

„Es fühlt sich ein Stück weit losgelöst an. Wir sind natürlich überglücklich, dass die lange Leidenszeit, wo wir alles gegeben haben aber nicht belohnt wurde, nun vorbei ist. Die erste Halbzeit war nicht ganz so gut, aber in der zweiten Halbzeit waren wir gieriger und aggressiver auf den zweiten Ball. Wir wollten es unbedingt. Es ist umso schöner, dass wir es zuhause ziehen konnten. Der Trainer hat in der Pause gesagt, dass wir weiter dran glauben müssen. Es ging darum, dass wir als Team zusammenhalten und weitermachen. Natürlich will man nie in Rückstand geraten. Grundsätzlich liegt der Fokus heute auf der zweiten Hälfte, dass wir uns da raus gekämpft haben. Das spricht für uns. Wir haben es in der Nachspielzeit überragend gemacht. Es hat mich ein bisschen an die Zweite Liga erinnert, wie wir das abgezockt, clever und erwachsen an der Eckfahne gespielt haben.“

Alessio Castro-Montes

„Wir wussten alle, wie wichtig dieses Spiel sein würde. In der Pause wussten wir, dass wir jetzt mutig sein müssen – ein Punkt wäre nicht genug gewesen. In der ersten Halbzeit hatten wir nicht wirklich Glück mit dem Gegentor. Wir haben nicht viel zugelassen, selbst aber auch wenige Chancen kreiert. Da waren wir zu passiv. In der zweiten Halbzeit hatten wir nichts mehr zu verlieren und sind jetzt natürlich froh, dass wir es drehen konnten. Der Trainer hat gesagt, dass wir an uns glauben und selbstbewusst sein sollen.“

Thomas Kessler

„Wir müssen nicht darüber reden, dass wenn du acht Spiele nicht gewinnst, der Druck in der Stadt auch steigt. Das hat man heute in der ersten Halbzeit auch ein Stück weit gesehen. Ganz rational gesehen haben wir heute ein Spiel gewonnen, sind aber nicht aus der ganz brenzligen Zone raus. Trotzdem war es heute ein Sechs-Punkte-Spiel, weil Mainz die Chance hatte, sehr nah an uns ranzuspringen. Da ist es sehr schön, dass die Mannschaft mit dem Rückstand die richtige Reaktion gezeigt hat. Ich finde auch, dass der Trainer in der Halbzeitpause die richtigen Worte gefunden hat. Mit den Einwechslungen hatte er auch einen direkten Impact auf den Sieg. Es ist schön, dass wir jetzt mit 20 Punkten hier stehen und einen Sieg feiern können.“

Ragnar Ache

„Es war sehr erlösend. Im Stadion wurde es schon ein bisschen unruhig, aber wir haben weiter 120 Prozent gegeben und das Spiel am Ende zum Glück noch gedreht. Der Trainer ist in der Pause relativ ruhig geblieben, er hat taktisch etwas verändert und dreifach gewechselt. Beim meinem zweiten Tor hat Bülti verlängert, Danny da Costa hat dann gegen den Pfosten geköpft und von dort ist er mir dann an den Kopf gesprungen. Das letzte Mal, als wir gewonnen haben, ist auch das letzte Mal gewesen, dass ich getroffen habe. Das merkt man als Stürmer natürlich auch. Stürmer werden an Toren gemessen. Wenn man die nicht schießt, kommen gewisse Sachen in die Welt. Man zweifelt auch am eigenen Selbstvertrauen, wenn der Ball wie in Heidenheim nicht reingeht. Jetzt mit den zwei Toren tut es sehr, sehr gut. Ich hoffe es liegt viel an der neuen Haarfarbe, dann kann ich so weitermachen (lacht). Jetzt wollen wir die nächsten Spiele auch gewinnen, auf den acht Punkten Vorsprung können wir uns nicht ausruhen.“

Urs Fischer

„Gratulation Lukas zum Sieg. Ich glaube er ist nicht ganz unverdient. Trotzdem habe ich eine sehr gute erste Hälfte von uns gesehen. Es war eine verdiente Führung, vielleicht um ein Tor zu niedrig. Die Möglichkeiten auf ein zweites Tor waren da, wir hatten auch wirklich Kontrolle über das Spiel. Die haben wir in der zweiten Hälfte aber komplett verloren. Das hatte auch mit Köln zu tun, die nochmals Wucht eingewechselt und es gut gemacht haben. Wir hatten keine Ruhe mehr und viele unnötige Fehler im Spiel mit dem Ball. Wir hatten kaum Entlastung und wenn du immer hinterher läufst, gibt dir das kein gutes Gefühl. Eine gute Halbzeit in der Bundesliga reicht einfach nicht, um einen Punkt mitzunehmen.“

Lukas Kwasniok

„Danke Urs, alles gute Euch für die Saison. Die ersten 20 Minuten waren wir ordentlich im Spiel. Mit dem 0:1 gab es ein Bruch, da hatten wir das Quäntchen Glück, dass es nicht 0:2 steht. In der zweiten Halbzeit, als wir nichts mehr zu verlieren hatten, haben wir eine gewisse Wucht entwickelt. Das Stadion war ein spielentscheidender Faktor – wir haben eher zwölf gegen elf gespielt. Deswegen danke an die Fans und die Südkurve. Die Mannschaft hat dann beherzigt, mutig zu sein. Und den Mutigen gehört die Welt und heute eben der Sieg. Darüber freuen wir uns sehr.“

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