Beim Test-Sieg des 1. FC Köln gegen den FC Lugano kommt es zunächst zu harten Zweikämpfen. Dann liefert der gegnerische Cheftrainer eine Show ab. Lukas Kwasniok nimmt’s mit einem Lächeln.
Aus dem Trainingslager in La Nucia berichten Sonja Gauer und Marc L. Merten
Alles begann nach 15 Minuten. Mahou Hicham vom FC Lugano langte in der Hälfte des 1. FC Köln mit einer Grätsche übel gegen Jan Thielmann hin. Der Kölner landete mit einem lauten Schrei auf dem Rasen. Nachdem er sich von dem Schreck erholt hatte, am Knöchel getroffen worden zu sein, sprang Thielmann auf und machte Hicham deutlich, was er von dessen Aktion hielt.
Es war der Beginn einer ruppigen ersten Halbzeit im Test zwischen dem FC und dem Schweizer Erstligisten. Und die Privatfehde zwischen Hicham und Thielmann ging noch weiter. Nach knapp 40 Minuten stritt sich das Duo an der Seitenauslinie um einen Ball. Nach einem vermeintlichen Tritt des Franzosen schubste Thielmann seinen Gegenspieler und sah dafür Gelb, während Hicham wohl in einem Pflichtspiel hätte vom Platz gehen müssen.
Erst harte Zweikämpfe, dann bizarrer Trainer-Auftritt
Doch damit nicht genug: Bereits nach einer halben Stunde war Marques Martim zu Boden gegangen. Der Linksverteidiger hatte im FC-Strafraum versucht einen langen Ball zu verlaufen, doch Marvin Schwäbe war vor dem Portugiesen per Grätsche an den Ball gekommen. Martim blieb lange liegen – ausgerechnet jener Spieler, der vor einem Jahr im Test gegen den FC im Trainingslager durch ein Foul von Jusuf Gazibegovic einen schwere Verletzung erlitten hatte und zwei Monate ausgefallen war.
Daraufhin ging FCL-Trainer Mattia Croci-Torti, ohnehin ein lautstarker und emotionaler Vertreter seiner Zunft, auf Lukas Kwasniok zu und warf diesem vor, so etwas sei bereits vor einem Jahr passiert. Kwasniok hingegen, letzte Saison noch beim SC Paderborn an der Seitenlinie, nahm es gelassen. „Letztes Jahr? Letztes Jahr war ich noch gar nicht hier“, rief Kwasniok und schob dann mit einem Lächeln hinterher: „Letztes Jahr war ich noch fünf Kilo leichter.“
Kwasniok schmunzelt über Trainerkollegen
In der zweiten Hälfte sorgte sogar FCL-Trainer Croci-Torti noch für einen Aufreger, als er einen Ball im Spielfeld stoppte und aus der Partie nahm, sodass er einen vermeintlichen Kölner Konter unterband – natürlich mit der Erklärung, er habe geglaubt, der Ball sei bereits im Seitenaus gewesen. „Offensichtlich hatte er recht, der Ball war im Aus“, lachte Lukas Kwasniok die Situation hinterher weg. „Ich hatte keine Probleme mit ihm. Es war unterhaltsam. Die Fans haben eine Show geboten bekommen.“

Croci-Torti hatte 90 Minuten lang extrem lautstark seine Mannschaft dirigiert – selbst Kwasniok oder früher Steffen Baumgart hätten gegen den Schweizer Trainer in Emotionalität und Lautstärke keine Chance gehabt. „Mir wird immer nachgesagt, ich sei so emotional, aber ich bin nach 15 Spieltagen noch immer ohne Gelbe Karte. Ich finde schon, dass ich mich gebessert habe“, sagte Kwasniok süffisant. „Das war kein Spiel, das in die Annalen des Vereins eingehen wird. Immerhin das Verhalten meines Kollegen vielleicht. Hätte man nur ihn beobachtet, wäre es wahrscheinlich unterhaltsamer gewesen als das Spiel.“
Emotions- und Härtetest vor Heidenheim
Am Ende gewann der FC mit 2:1 dank der Tore von Marius Bülter und Linton Maina und beendete damit – wenn auch nicht in einem Pflichtspiel – die Sieglos-Serie der letzten Wochen in der Bundesliga. Nun soll es am Samstag beim 1. FC Heidenheim auch in der Bundesliga wieder mit einem Dreier klappen. Die nötige Emotionalität und Härte konnte der FC am Montag im Test schon einmal prüfen. Am Samstag geht es dann gegen Heidenheim mit Frank Schmidt. Der FCH-Trainer ist ein ungleich ausgeglichenerer Zeitgenosse als Croci-Torti.








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