Lukas Kwasniok hat in der Halbzeitpause gegen den 1. FSV Mainz 05 offensichtlich die richtigen Worte gefunden. Der Trainer des 1. FC Köln hatte am Ende einen entscheidenden Einfluss auf den Ausgang des Spiels.
Schon im Laufe des ersten Durchgangs waren die Fans auf den Tribünen des RheinEnergieStadions unruhig geworden. Zwar war der 1. FC Köln durchaus schwungvoll in die Partie gestartet, die großen Chancen blieben jedoch aus. Mit seinem wuchtigen Schuss unter die Latte sorgte Stefan Bell nach knapp einer halben Stunde dann für eine echte Schockstarre auf dem Platz wie auf den Rängen.
„Die Jungs haben alles versucht in der ersten Halbzeit. Dann habe ich aber zum ersten Mal gespürt, dass sie mit dem Gegentor eine Verunsicherung bekommen haben und auch die Zuschauer nervös wurden“, sagte Lukas Kwasniok nach dem Spiel. Die FC-Profis wirkten in der Tat verunsichert, kaum ein Spieler suchte einmal das Risiko. Zahlreiche Rückpässe zur die Innenverteidigung oder Keeper Marvin Schwäbe ließen immer wieder ein Raunen durch das Stadion gehen.
FC mit Pfiffen in die Halbzeitpause: „Menschliche Reaktion“
Mit dem Pausenpfiff wurde es dann laut: Zahlreiche Pfiffe von allen Rängen begleiteten den FC mit dem 0:1-Rückstand in die Kabine. „Das war in Ordnung“, befand auch der FC-Trainer. „Es war eine menschliche Reaktion, weil die Leute erwartet haben, dass wir nicht mit einem Rückstand in die Pause gehen.“ Kwasniok selbst bewahrte jedoch die Ruhe. Statt lautstark und emotional mit seinen Spielern ins Gericht zu gehen, analysierte der Trainer nüchtern die schwache erste Halbzeit – und gab der Mannschaft gleichzeitig Lösungen für die zweite Hälfte mit an die Hand.
„Ich finde, dass der Trainer in der Halbzeitpause die richtigen Worte gefunden hatte“, meinte Sportdirektor Thomas Kessler, der sich die Ansprache in der Kabine selbst mit angehört hatte. „Er hatte eine klare Idee, wie man die Missstände aus der ersten Halbzeit drehen kann.“ Die Folge war ein Dreifach-Wechsel zum zweiten Durchgang: Statt Isak Johannesson, Eric Martel und Cenk Özkacar kamen Ragnar Ache, Tom Krauß und Kristoffer Lund auf das Feld. Gleichzeitig stellte der FC-Coach auf Viererkette um und spielte fortan mit der Doppelspitze Bülter/Ache.
Kwansiok mit „direktem Impact auf den Sieg“
„Mit den Einwechslungen hatte er auch einen direkten Impact auf den Sieg“, meinte Kessler. Immerhin hatte Kwasniok mit Ache den Doppel-Torschützen eingewechselt und auch Tom Krauß erwies sich mit seiner aggressiven und emotionalen Spielart als genau der richtige Spielertyp für den zweiten Durchgang. Gleichzeitig forderte Kwasniok von seinen Spielern ein, im zweiten Durchgang weiter mutig und selbstbewusst zu sein.
„Der Trainer hat in der Pause gesagt, dass wir weiter dran glauben müssen. Es ging darum, dass wir als Team zusammenhalten und weitermachen“, berichtete Marvin Schwäbe von der Ansprache in der Kabine. Matchwinner Ache ergänzte: „Der Trainer ist in der Pause relativ ruhig geblieben, er hat taktisch etwas verändert und dreifach gewechselt.“
Trainer fordert Mut – und ist mutig
Doch der Trainer appellierte nicht nur an den Mut seiner Spieler, er selbst ging dabei mit gutem Beispiel voran. Erst ein einziges Mal hatte Kwasniok zuvor schon zur Pause dreifach gewechselt – bei der 0:2-Niederlage gegen Bayer Leverkusen. Doch mit der durchaus drastischen Maßnahme lag der 44-Jährige am Samstagnachmittag goldrichtig und korrigierte damit nach der Hälfte die Spielzeit die Aufstellungsfehler im ersten Durchgang.
„Den Mutigen gehört die Welt. Und wenn du von mutig sprichst, musst du mutig handeln. Das haben wir mit drei Wechseln getan“, erklärte Kwasniok. In der Schlussphase hatte der FC sogar sechs offensive Spieler auf dem Platz. Eine Aufstellung, die gegen die auf Konter lauernden Mainzer auch hätte bestraft werden können. Am Ende ging es aus FC-Sicht jedoch gut und die Spieler bestätigten Kwasniok in seinen Schlüssen, die er in der Halbzeitpause zog.
Nach zuvor acht sieglosen Spielen in Folge sorgte das nicht nur für große Erleichterung beim gesamten 1. FC Köln. Auch Lukas Kwasniok verschaffte sich selbst somit wieder deutlich mehr Luft. Denn wer die Mechanismen des Geschäftes kennt, der weiß: Jedes weitere sieglose Spiel hätte es auch für den Trainer immer ungemütlicher werden lassen.








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