Die Nicht-Berücksichtigung von Luca Waldschmidt und Florian Kainz beim 1. FC Köln war auch nach dem 2:2 in Heidenheim noch Thema. Kapitän Marvin Schwäbe erklärte seine Sicht, Lukas Kwasniok machte derweil klar: Beim FC ist die Zeit der Wohlfühloase beendet.
Als der 1. FC Köln am Samstag beim 1. FC Heidenheim ein 2:2 erreichte, fehlte im Kader der Geißböcke der 18. Feldspieler. Stattdessen stand mit Matthias Köbbing der dritte Torhüter noch auf dem Spielberichtsbogen. Lukas Kwasniok hatte einen Spieler zu wenig ins Aufgebot berufen. Stattdessen saßen Luca Waldschmidt und Florian Kainz in Köln zuhause, nachdem sie in Spanien aussortiert worden waren.
Dass der FC mit einem Spieler zu wenig in Heidenheim auflief, war der Reihenfolge der Ereignisse in Spanien geschuldet gewesen. Kwasniok hatte Kainz und Waldschmidt bereits mitgeteilt, dass sie nicht im Kader stehen und direkt nach Köln zurückreisen würden. Dann erst meldete sich auch noch Dominique Heintz verletzt ab und reiste ebenso zurück. Kwasniok blieb daraufhin bei seiner Entscheidung und ließ den Kader unverändert – und damit reduziert.
1. FC Köln setzt lieber auf Talente
In Heidenheim wurde hinter den Kulissen noch einmal klar: Bei Kainz waren es sportliche Gründe, weshalb Kwasniok auf den Routinier verzichtete. Bei Waldschmidt war es eine Kombination aus der vorangegangenen Trainer-Kritik des Spielers sowie der sportlichen Einschätzung des Trainerteams, dass der Stürmer dem FC aktuell nur bedingt weiterhilft.
Bemerkenswert: Für Waldschmidt ist es nicht das erste Mal, dass er sich in einem Interview kritisch zu seiner Rolle beim FC und seinem Selbstverständnis als vermeintlichem Leistungsträger äußerte. Sehr wohl aber war es das erste Mal, dass diese öffentliche Äußerung direkte Konsequenzen hatte. Der 29-Jährige soll sich nun Gedanken machen, inwieweit er bereit ist, sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen. Andernfalls sollen Talente wie Fynn Schenten und Youssoupha Niang weiterhin den Vorzug erhalten.
Wenn besser möglich ist, ist gut nicht gut genug. Ich glaube, dass wir besser werden können.
Lukas Kwasniok
„Es gibt eigentlich nicht viel zu sagen. Ich habe in der Vergangenheit schon Spieler nicht in den Kader berufen. Das habe ich hier mit Kainz und Waldschmidt gemacht, aber auch schon mit Heintz oder Maina, die sehr wohl schon zum Erfolg des 1. FC Köln beigetragen haben“, sagte Kwasniok am Samstag. Der FC-Trainer wollte in Heidenheim deutlich machen, dass die Zeit der Wohlfühloase beim FC beendet ist. „Das sind harte Entscheidungen, aber ich bin hier nicht nur angetreten, um Punkte einzuheimsen und den FC in der Liga zu halten,, sondern um den FC auch zu entwickeln.“
Kwasniok hatte ebenso wie Sportdirektor Thomas Kessler mehrfach betont, dass der bestehende FC-Kader noch nicht durchgängig Bundesliga-Format habe und weiter umgebaut werden müsse. Die Entscheidungen gegen Kainz und Waldschmidt dürfen unter dieser Prämisse verstanden wissen. Denn Kwasniok ergänzte vielsagend: „Ich glaube einfach: Wenn besser möglich ist, ist gut nicht gut genug. Ich glaube, dass wir besser werden können.“
Schwäbe lässt Überraschung durchklingen
Gut ist also nicht gut genug: Das dürfte eine klare Ansage an die Nicht-Berücksichtigten gewesen sein. Und auch der Hinweis, dass im Zweifel junge Spieler nachrücken sollen, um den Konkurrenzkampf zu erhöhen. „Deshalb die Entscheidung für die Talente“, bestätigte Kwasniok. „Sie rütteln jetzt an den Jungs, die hier in der Vergangenheit gute Leistungen gebracht haben. So gibt es jetzt Duelle, und ich freue mich darauf.“
Diese Verschiebung der Kräfteverhältnisse im Kader ist auch innerhalb der Mannschaft angekommen. Kapitän Marvin Schwäbe ließ aber zwischen den Zeilen durchblicken, dass nicht jeder Spieler damit sofort einverstanden war. „Natürlich ist das Thema, wenn die Jungs drei, vier, fünf oder sechs Jahre schon da sind. Man hat sich aneinander gewöhnt“, sagte der FC-Kapitän. „Für die Jungs tut es mir leid, aber das entscheidet der Coach. Deshalb müssen wir das erst einmal akzeptieren.“
Spieler lassen Trainer nicht fallen
Kwasniok hatte Schwäbe und den Mannschaftsrat eingeweiht, die Entscheidung in einem internen Gespräch begründet. Immerhin: In Heidenheim ließen die Spieler ihren Trainer daraufhin nicht fallen, zeigten eine zwar nicht fehlerfreie, aber sehr engagierte Vorstellung (bessere Laufleistung von 123km, starke Zweikampfquote von 58%, 20 zu 15 Torschüsse) und kam zweimal nach Rückständen wieder zurück. Die Botschaft scheint also angekommen zu sein.






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