„Spielveränderer“ mit einem Manko: Stürmer auf „aufsteigendem Ast“

Ragnar Ache hat gegen den 1. FC Heidenheim den späten Siegtreffer verpasst. (Foto: IMAGO / Simon)
Ragnar Ache hat gegen den 1. FC Heidenheim den späten Siegtreffer verpasst. (Foto: IMAGO / Simon)

Ragnar Ache hat sein zweites Bundesliga-Tor für den 1. FC Köln am Samstag knapp verpasst. Dennoch hat der Angreifer ein überzeugendes Spiel in Heidenheim abgeliefert – und damit ein Bewerbungsschreiben für weitere Startelf-Einsätze.

Er hätte am Samstagnachmittag auf der Ostalb zum gefeierten Matchwinner für den 1. FC Köln werden können. Doch gleich zweimal fand Ragnar Ache seinen Meister in Heidenheim-Keeper Diant Ramaj. Erst entschärfte der Schlussmann eine Direktabnahme des Kölner Angreifers nach einer Flanke von Eric Martel. Dann war der 24-Jährige gerade noch zur Stelle, als Ache in der Nachspielzeit im Fallen eine Hereingabe von Marius Bülter – eigentlich mustergültig entgegen der Laufrichtung des Keepers abgeschlossen – nicht an ihm vorbeibringen konnte.

So verpasste der FC am Samstag nicht nur die drei Punkte beim Mit-Konkurrenten um den Klassenerhalt. Auch Ragnar Ache muss weiter auf seinen zweiten Bundesliga-Treffer im Trikot der Geißböcke warten. Dennoch dürfte der Stürmer aus seinem Einsatz über 90 Minuten neuen Mut für die Rückserie schöpfen. Zuletzt hatte der 27-Jährige angesichts seiner ersten Monate beim FC durchaus niedergeschlagen gewirkt.

Niedergeschlagener Ache mit neuen Selbstvertrauen

Nach seiner Auswechslung gegen Union Berlin versank Ache tief enttäuscht auf den Sitzen der Auswechselbank. Auch im Trainingslager in La Nucia wirkte der Sommer-Neuzugang nachdenklich. Sein Berater Uwe Fuchs war ebenfalls nach Spanien gereist, hatte lange das Gespräch mit seinem Spieler gesucht und auch mit den Verantwortlichen des FC gesprochen. Nach nur vier Startelf-Einsätzen, vier Vorlagen und einem Tor, hatte sich der Mittelstürmer mehr von seiner ersten Saison in der Domstadt erhofft.

Im Anschluss an das 2:2-Unentschieden in Heidenheim bescheinigte Lukas Kwasniok seinem Schützling aber eine gute Leistung. „Ragnar ist auf einem aufsteigenden Ast“, sagte der Trainer und merkte an: „Man darf nicht vergessen, er ist 27 und das erste Mal in der Bundesliga unterwegs. Er kam im Sommer mit zwei, drei Defiziten zu uns.“ An seinen körperlichen Rückständen hat Ache in den vergangenen Monaten vorbildlich gearbeitet, bekam dafür bereits zahlreiches Lob von der medizinischen Abteilung und Sportdirektor Thomas Kessler.

Viel Lob von Trainer Kwasniok

Dieser hatte an der Costa Blanca ebenfalls das Gespräch mit Ache gesucht und ihm versichert, die Entscheidung, ihn im Sommer zu verpflichten, auch ein halbes Jahr später jederzeit wieder so zu treffen. „Es freut mich, dass er nach einem halben Jahr soweit ist, dass er 90 Minuten echt intensiv auch gegen den Ball arbeiten kann. Dadurch ist er für uns ein Spielveränderer“, sagte Kwasniok, der zuletzt noch öffentlich die Qualitäten von Nachwuchs-Talent Fynn Schenten hervorgehoben und betont hatte, solche bei anderen Neunern im Kader nicht zu finden.

Auch diese Worte dürften Ache in Spanien nicht erfreut haben. Umso wohltuender dürfte nun das Lob sein, das der Angreifer nach seinem Auftritt in Heidenheim vom Trainer erhalten hat. Nicht nur aufgrund seiner beiden Großchancen war der Spieler ein belebendes Element in der Offensive, gewann zahlreiche Zweikämpfe und machte viele Bälle in vorderster Reihe fest. „In der Luft ist er unglaublich schwer zu verteidigen, hat es aber auch geschafft, Bälle gut festzumachen und abzulegen. Er hat ein sehr gutes Spiel gemacht“, meinte Kwasniok.

Zweites Tor gegen die Bayern?

Nur die eine Sache, nach der jeder Offensivspieler strebt, hat am Samstag gefehlt: Das Tor. „Was ihm wirklich jeder gegönnt hätte“, sagte der Trainer, fügte aber an: „Was nicht ist, kann noch werden. Wenn du gut spielst, wirst du dich irgendwann belohnen.“ Schon am Mittwoch gegen den FC Bayern dürfte Ache erneut die Chance auf einen Treffer bekommen. Gute Erinnerung hat der Stürmer zumindest: Im DFB-Pokalspiel Ende Oktober hatte Ache das zwischenzeitliche 1:0 gegen den Rekordmeister erzielt.

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