Der 1. FC Köln befindet sich im Winter-Trainingslager – und weiterhin auf der Suche nach Neuzugängen für die Defensive. Sportchef Thomas Kessler könnte dabei auf einen ähnlichen Doppelschlag wie im Januar 2022 setzen.
Der GEISSBLOG berichtet aus dem Trainingslager in La Nucia
Die Profis des 1. FC Köln durften sich gut zwei Wochen lang erholen, nach sechs sieglosen Bundesliga-Spielen in Serie den womöglich benötigten Abstand gewinnen. Thomas Kessler allerdings wird über den Ausdruck „Winterpause“ wohl nur müde lächeln können. Auch während der spiel- und trainingsfreien Periode war das Sportdirektoren-Büro am Geißbockheim alles andere als verwaist, lediglich an den Weihnachtsfeiertagen genehmigte sich Kessler eine kleine Auszeit.
Ansonsten galt es für den 39-Jährigen, zahlreiche Gespräche mit potenziellen Neuzugängen zu führen. Dass nicht jede Bemühung zu einem Transfer führt, liegt in der Natur der Sache – doch nach GEISSBLOG-Informationen hat man inzwischen mit mehreren Kandidaten eine grundsätzliche Einigung erzielt. Wann und ob es zum Wechsel kommt, hängt nun an den abgebenden Vereinen.
1. FC Köln „werkelt“ an Abwehr-Transfers
„Wir sind am Werkeln, aber der Winter-Transfermarkt ist echt komplex“, sagte Lukas Kwasniok nach der ersten Trainingslager-Einheit an der Costa Blanca. „Deutlich komplexer als im Sommer“, schob der Kölner Coach nach, „weil beispielsweise der Afrika Cup dazukommt und Mannschaften sich deutlich schwerer tun, Spieler abzugeben, obwohl sie einen relativ großen Kader haben.“
Angestrebt ist fraglos, dass die erhofften Verstärkungen noch während des Trainingslagers in Spanien zum FC stoßen. Ob dies gelingt, vermag jedoch niemand vorherzusagen. Möglich und gewünscht erscheint ein Doppelschlag wie vor drei Jahren. 2022, als im weiteren Saisonverlauf unter Steffen Baumgart der Einzug in die Conference League gelang, hatte durch die Winter-Abgänge von Rafael Czichos und Jorge Meré im Januar ebenfalls akuter Handlungsbedarf in der Innenverteidigung geherrscht.
In der Verantwortung stand neben Interims-Sportchef Jörg Jakobs schon damals Thomas Kessler, noch als Lizenzspieler-Leiter. Der FC entschied sich, mit Jeff Chabot einerseits einen Verteidiger zu holen, der durch seine Stationen in den Niederlanden und Italien bereits über Erstliga-Erfahrung verfügte, und andererseits mit Bayerns Bright Arrey-Mbi ein hoffnungsvolles Talent.

Chabot schlug mit Verzögerung ein, entwickelte sich zum absoluten Leistungsträger und wechselte nach dem Abstieg 2024 nach Stuttgart, um Champions League zu spielen sowie den DFB-Pokal zu gewinnen. Doch auch bei Arrey-Mbi hatten die Kölner grundsätzlich kein schlechtes Auge bewiesen. Zwar konnte sich der spätere U21-Nationalspieler beim FC nicht durchsetzen, die Bundesliga kam für ihn noch zu früh – aber anschließend überzeugte Arrey-Mbi bei Hannover 96 in der 2. Liga derart, dass sich der SC Braga ihn mehr als sechs Millionen Euro kosten ließ.
Gehen die aktuellen Bemühungen auf, könnten auch in diesem Winter ein Abwehr-Talent und ein arrivierterer Verteidiger zum FC wechseln. Manchester Citys Jahmai Simpson-Pusey (derzeit verliehen an Celtic Glasgow) ist laut The Telegraph eine Option für die Youngster-Rolle. Ebenso kolportiert wird, dass mit Sebastiaan Bornauw ein alter Bekannter zum Kandidatenkreis in der Kategorie Soforthilfe zählt – oder zählte.
Schließlich stand der Belgier, der bereits von 2019 bis 2021 für den FC gespielt hatte und bei seinem aktuellen Club Leeds United lange nur Bankdrücker war, am Donnerstag plötzlich in der Startelf – erstmals in der Premier League, nach zuvor lediglich zwei Einwechslungen in der Nachspielzeit. Und Bornauw überzeugte beim überraschenden 0:0 gegen den FC Liverpool, ließ seinen Trainer Daniel Farke schwärmen: „Er war fantastisch.“
Kwasniok: 1. FC Köln so oder so gewappnet
Der Ex-Kölner musste in der Schlussphase zwar mit Krämpfen ausgewechselt werden, doch Farke hofft, auch am Sonntag im Heimspiel gegen Manchester United auf Bornauw setzen zu können. Da Leeds aufgrund des Ausfalls von Joe Rodon selbst Personalprobleme in der Defensive plagen, wird der 26-Jährige gebraucht.
Der FC wiederum braucht Alternativen. „Dass wir im hinteren Bereich aufgrund der Verletzungen einen gewissen Bedarf haben, steht außer Frage“, sagte Kwasniok am Freitagnachmittag in La Nucia, gab sich aber auch ohne bereits feststehende Neuzugänge entspannt. Zumal der FC-Coach hofft, nach dem Hinrunden-Abschluss gegen Heidenheim (10. Januar) und Bayern (14. Januar) gleich zwei Rückkehrer begrüßen zu dürfen.
Rav van den Berg wird nach seiner zwei Spiele umfassenden Rotsperre definitiv wieder zur Verfügung stehen. Joel Schmied, dessen Oberschenkelverletzung sich als schlimmer als zunächst erwartet entpuppt hat, werde „noch ein bisschen brauchen“, wie Kwasniok erklärte, „aber auch er wird zurückkommen“.
Ich glaube, dass wir auch im Fall der Fälle, dass niemand Neues dazustoßen sollte, gewappnet sind.
Lukas Kwasniok
Daher bleibt der FC-Trainer bei seiner Grundhaltung: „Ich war noch nie jemand, der großartig gejammert hat. Meine Aufgabe ist, auch mal eine kreative Lösung zu finden. Ich bin überzeugt davon, dass du auch damit Spiele gewinnen kannst.“ Das gelang dem FC vor Weihnachten zwar sechsmal in Folge nicht, doch man sei „nicht so weit weg“ gewesen. „Gegen St. Pauli und Union wären auch vier Punkte drin gewesen, obwohl die Verletzungsprobleme schon da waren“, erinnerte Kwasniok an zwei bittere, späte Gegentreffer.
Seine Einschätzung: „Ich glaube, dass wir auch im Fall der Fälle, dass niemand Neues dazustoßen sollte, gewappnet sind. Das ist meine Aufgabe, dafür werde ich bezahlt.“ Und zwar durchaus „gut“, wie er schmunzelnd ergänzte.








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