Der 1. FC Köln hat sich nach dem Aufstieg in die Bundesliga ein neues Gesicht verpasst. Nicht nur im Trainerteam gab es einen Neustart, auch der Kader hat einen gewaltigen Umbruch hinter sich. Dieser ist jedoch noch nicht abgeschlossen.
Aus dem Trainingslager in La Nucia berichten Sonja Gauer und Marc L. Merten
Mit zwölf Neuzugängen hat der 1. FC Köln im vergangenen Sommer seinen Kader verstärkt. Zu dem Umbruch gehörten auch zwölf feste Abgänge, vier Leihen sowie das Karriere-Ende von Mark Uth. Mit Neo Telle (Fortuna Köln) und Jusuf Gazibegovic (Leihe zu Sturm Graz) haben den FC in diesem Winter zwei weitere Spieler verlassen. Innenverteidiger Jahmai Simpson-Pusey ist zudem der 13. Neuzugang, der unter der Verantwortung von Thomas Kessler zur Profi-Mannschaft gestoßen ist.
„Nach der Transfersperre war es einfach nötig, der Mannschaft frisches Blut zuzuführen“, blickte der Sportdirektor noch einmal auf den arbeitsintensiven Sommer zurück. Zwei Transferperioden lang durfte der 1. FC Köln keine neuen Spieler registrieren. Im Januar 2025 konnte der damalige Zweitligist unter Ex-Sportchef Christian Keller dann wieder verpflichten. Drei der vier damaligen Neuzugänge sind jedoch inzwischen bereits wieder weg. Einzig Joel Schmied konnte sich als echte Verstärkung erweisen.
Kessler: „Habe versucht, es rational einzuordnen“
Für seine Arbeit am Kader hatte Kessler im Sommer viel Lob erhalten. Der Kicker setzte den FC im Transfer-Ranking sogar auf Rang eins aller Bundesligisten. Zwar hat der Sportdirektor die positiven Stimmen zu seiner Arbeit durchaus vernommen, sagte aber auch am Rande des Trainingslagers in La Nucia: „Auch, als es öffentlich sehr positiv wahrgenommen wurde, habe ich trotzdem versucht, es sehr rational einzuordnen.“ Dem 39-Jährigen sei dabei bewusst, „dass wir dennoch viele Spieler in der Mannschaft haben, die auf diesem Niveau noch keine Bundesliga gespielt haben. Es war klar, dass es nicht in jeder Phase funktioniert.“
Der starke Saisonstart mit sieben Punkten aus den ersten drei Spiele hatte dabei noch einige Problemstellen im Kader überdeckt. Im Laufe der Hinserie wurden jedoch nicht nur aufgrund der Verletzungsmisere in der Innenverteidigung einige Schwachstellen sichtbar. Auf beiden Schienenpositionen fehlt es an adäquaten Alternativen zu Kristoffer Lund und Sebastian Sebulonsen. Zudem täte der Mannschaft ein weiterer spielstarker Sechser gut.
Sportdirektor will den Kader weiter verbessern
Entsprechend weiß auch Thomas Kessler, dass der Kader-Umbruch längst noch nicht abgeschlossen ist. Zumal im Sommer 2026 erneut über ein halbes Dutzend an Verträgen auslaufen. „Wir wollen Stück für Stück versuchen, den Kader an die Bundesliga anzupassen und ihn im Rahmen unserer Möglichkeiten zu verbessern. Wir wollen Schritte nach vorne machen.“ Dafür ist jedoch eine Voraussetzung unabdingbar: „Die machen wir nur dann, wenn wir den 1. FC Köln in der Bundesliga stabilisieren.“
Heißt: Der FC muss in dieser Saison alles daransetzen, um die Klasse zu halten. Vor zweieinhalb Jahren nahmen die damaligen Verantwortlichen den Abstieg in Kauf, indem sie auf weitere Transfers verzichtet hatten, um die finanzielle Konsolidierung vermeintlich schneller voranzutreiben. Finanziell steht der Club nun jedoch auf einem soliden Fundament. Um die Wahrscheinlichkeit auf den Klassenerhalt diesmal zu erhöhen, sollen im Idealfall noch weitere Verstärkungen in diesem Winter hinzukommen. Dann kann im Sommer der Umbruch in der Bundesliga weiter vorangetrieben werden.





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