Ungeahnte Leidenschaften und Transfer-Bedarf: „Steht außer Frage!“

Rav van den Berg im Trainingslager in La Nucia. (Foto: GEISSBLOG)
Rav van den Berg im Trainingslager in La Nucia. (Foto: GEISSBLOG)

Rav van den Berg war der Königstransfer des 1. FC Köln im vergangenen Sommer. Eine schwere Verletzung brachte den Innenverteidiger jedoch außer Tritt. Im Interview mit dem GEISSBLOG sprach der Niederländer unter anderem über seine persönliche Hinserie, ungeahnte Leidenschaften und die Notwendigkeit von Winter-Transfers.

Das Interview im Trainingslager in La Nucia führten Sonja Gauer und Marc L. Merten

GEISSBLOG: Herr van den Berg, haben Sie am Samstagabend das Finale der Darts-WM geschaut? 

RAV VAN DEN BERG: „Natürlich, ich habe mit meinem niederländischen Landsmann Gian van Veen mitgefiebert. Am Ende war die klare Niederlage natürlich enttäuschend, aber man muss schon anerkennen, wie gut Luke Littler spielt.“ 

Sind Sie ein großer Darts-Fan? 

„Ich schaue es mir gerne an, habe die Weltmeisterschaft verfolgt. Wir haben in unserem Land einige gute Spieler. Michael van Gerwen ist aktuell etwas schwächer, aber dafür macht es van Veen jetzt richtig gut. Die Zukunft sieht also gut aus (lacht).“ 

Spielen Sie selbst auch gut? 

„Ich würde sagen ein bisschen oberhalb des Durchschnitts. Ich werde mir jetzt auch ein Darts-Board für zuhause kaufen und dann sollte ich noch besser werden.“ 

Haben Sie die 180 schon getroffen? 

„Natürlich! Wenn du das nicht schaffst, bist du nicht gut (lacht).“

Große Leidenschaft für den Golfsport

Sind Sie grundsätzlich an vielen verschiedenen Sportarten interessiert oder überlagert der Fußball alles? 

„Fußball ist natürlich mein Hauptfokus. Aber ich schaue neben Darts auch gerne Basketball. Zudem spiele ich selbst sehr gerne Golf und verfolge es auch. Ich habe im vergangenen Jahr damit angefangen und habe aktuell ein Handicap von 21. Zu Beginn war ich wirklich süchtig danach, habe immer wieder über meinen Schwung nachgedacht (lacht). Ich werde in Köln jetzt auch wieder spielen, aber aktuell habe ich meine Golftasche noch in England. Es war nicht so einfach, alle Sachen direkt nach Deutschland zu verschiffen, weil England außerhalb der EU liegt.“

Haben Sie die zwei Jahre im Nordosten Englands genossen?   

„Ja und nein. Man konnte dort nicht viel unternehmen. Meine Freunde haben mich häufiger besucht, es war aber nicht so einfach, ihnen ein Programm anzubieten. Für den Beginn meiner Karriere war das aber vielleicht am besten. Jetzt wollte ich gerne in eine größere Stadt wie Köln wechseln.“ 

Ihr Bruder Sepp spielt beim FC Brentford in London. Das ist auch keine schlechte Stadt. 

(lacht) London ist natürlich nochmal komplett anders. Da passiert vielleicht sogar zu viel. Ich war an Weihnachten dort – er wohnt wirklich schön. Wir waren mit der gesamten Familie bei ihm und haben die Zeit zusammen genossen.“

So blickt van den Berg auf seine Rote Karte gegen Union

Konnten Sie während der kurzen Weihnachtspause auch Ihre Rote Karte gegen Union Berlin verarbeiten? 

„Es hat schon ein paar Tage gedauert, weil ich in der Pause natürlich viel Zeit hatte, darüber nachzudenken. Meine Freunde und Familie haben mich dann abgelenkt. Die Rote Karte war unnötig, weil ich eigentlich ein ganz gutes Spiel gemacht hatte. Ich würde nicht sagen, dass es eine dumme Aktion von mir war. Es war einfach ein unnötiger Reflex.“ 

War Ihnen sofort klar, dass Sie für die Aktion vom Platz fliegen würden? 

„Um ehrlich zu sein dachte ich im ersten Moment tatsächlich, dass ich den Ball mit der Schulter getroffen hätte. Deswegen habe ich auch so überrascht reagiert. Aber wenn ich mir die Bilder anschaue, kann man die Rote Karte natürlich geben. Ich habe aber nicht gedacht, dass ich für zwei Spiele gesperrt werden würde. Ich habe mit einem Spiel gerechnet. Ich kann es jetzt aber nicht mehr ändern und muss es akzeptieren. Durch die Englische Woche fühlen sich die zwei Spiele immerhin etwas schneller an.“ 

Mit der Verletzung und der Roten Karte war es vermutlich ein schwieriges erstes Halbjahr für Sie beim FC. Würden Sie das auch so beschreiben?

„Ich bin gut gestartet gegen Freiburg. Dann kam gegen Wolfsburg die Verletzung, bei der ich zunächst nicht dachte, dass sie so schwerwiegend sein würde. Es hatte sich eigentlich nur nach einem normalen Sturz angefühlt. Anders als die Rote Karte konnte ich das aber nicht beeinflussen. Natürlich möchte ich hier noch mehr zeigen, was ich kann und habe das in der restlichen Saison auch ganz klar vor. Es waren bisher Höhen und Tiefen, Starts und Stopps. Jetzt freue ich mich darauf, in einen Rhythmus zu kommen.“

Neuzugänge in der Abwehr? „Steht außer Frage“  

Aufgrund der vielen Ausfälle mussten Sie in der Dreierkette schon einige Positionen übernehmen. Als Rechtsfuß bevorzugen Sie vermutlich den rechten Part? 

„In der Dreierkette spiele natürlich am liebsten im Zentrum oder rechts. Es ist als Rechtsfuß einfacher, die Pässe zu spielen.“

Mit Jahmai Simpson-Pusey ist ein weiterer Innenverteidiger im Trainingslager angekommen. Finden Sie es richtig, dass der FC auf dieser Position nach den vielen Verletzungen noch einmal nachlegt? 

„Wenn so viele Spieler langfristig verletzt sind, ist es natürlich auch wichtig, dass neue Innenverteidiger dazukommen. Zuletzt haben wir unter anderem mit Sebastian Sebulonsen in der Innenverteidigung gespielt, er ist aber ein gelernter Rechtsverteidiger. Deswegen steht das steht außer Frage.“ 

Sie haben bereits gesagt, dass die Premier League eines Tages ihr großes Ziel ist. Was reizt Sie besonders daran? 

„Ich denke, dass jeder Fußballer in der Premier League spielen will. Ich finde einfach, dass es die beste Liga der Welt ist. Das ist mein Traum. Es wäre schön, wenn mein Bruder dann auch noch dort spielt und wir uns duellieren könnten.“ 

Der Traum vom Bruder-Duell in der Premier League

Sie wollen also lieber gegen ihn als mit ihm spielen?  

„Ich denke nicht, dass ein Verein zwei Brüder holen würde, die exakt auf derselben Position spielen. Das ist aber natürlich der Traum für die A-Nationalmannschaft. Aber da bin ich realistisch, aktuell ist das Team in der Innenverteidigung extrem stark besetzt. Aber wer weiß, was die Zukunft bringt.“ 

Welche Stärken bewundern Sie an ihrem Bruder? 

„Ich vergleiche mich nicht gerne mit ihm. Er verteidigt sehr stark und liebt es, Fußball zu spielen. Er mag keine langen Bälle. Wir haben alle mit dem Fußball angefangen, weil wir das Spiel lieben.“ 

Das klingt aber auch ein bisschen nach Ihnen. 

„Das stimmt. Wir versuchen das hier beim FC auch umzusetzen. Wenn du tief stehst und Sicherheitsfußball spielst, ist es vielleicht ein bisschen einfacher, zu verteidigen. Wenn du hochstehst und mutig spielst, bist du aber gleichzeitig auch wieder schneller in den Situationen, um ins Gegenpressing zu kommen. Das haben wir schon einige Male geschafft und werden das im zweiten Teil der Saison häufiger versuchen umzusetzen.“ 

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