Lukas Kwasniok hat nach der Niederlage gegen den VfB Stuttgart sein Punkteziel für den Klassenerhalt mit dem 1. FC Köln ausgegeben. Wie wahrscheinlich wäre damit der Ligaverbleib mit Blick in die Vergangenheit?
„Ich bleibe dabei, dass du ungefähr zwischen 32 und 35 Punkte für den Klassenerhalt brauchst.“ Mit dieser Marke hat FC-Trainer Lukas Kwasniok nach der elften Saisonniederlage am Samstagabend beim VfB Stuttgart erneut eine Orientierung im Abstiegskampf ausgegeben. Aktuell hat der 1. FC Köln 23 Punkte gesammelt.
Kwasniok argumentiert dabei nicht nur mit Punkten, sondern auch mit Siegen. Rund zehn Erfolge brauche es normalerweise für den Klassenerhalt. Der FC steht aktuell bei sechs Siegen – vier weitere müssten also noch folgen. Rechnerisch würde der FC damit genau bei den von Kwasniok genannten 35 Punkten landen.
Ein Punkt weniger als zum selben Zeitpunkt der Hinrunde
Die Entwicklung in der Rückrunde verläuft dabei bislang fast spiegelbildlich zur Hinserie. Statt sieben Zählern wie in der ersten Saisonhälfte stehen aktuell sechs Punkte zu Buche. Der Unterschied: Die Niederlage gegen Freiburg fiel ins Gewicht, während der Aufsteiger gegen Wolfsburg diesmal gewann statt remis zu spielen. Gegen Leipzig und Stuttgart setzte es wie schon in der Hinrunde Niederlagen.
Nun wartet mit Hoffenheim allerdings ein Gegner, der deutlich stärker unterwegs ist als noch im ersten Aufeinandertreffen, das der FC damals mit 1:0 gewinnen konnte. Die Kraichgauer sind aktuell Tabellendritter und haben sechs ihrer sieben Pflichtspiele im Kalenderjahr gewonnen. Der nächste Top-Gegner also, der nun auf die Kölner wartet.
So viele Punkte waren in den letzten Jahren nötig
Ein Blick auf die vergangenen Bundesliga-Spielzeiten seit der Wiedereinführung der Relegation 2008/09 zeigt dabei, wie belastbar Kwasnioks Einschätzung tatsächlich ist. Die notwendige Punktzahl schwankte dabei teilweise deutlich – allerdings innerhalb eines klar erkennbaren Korridors.
In der vergangenen Saison 2024/25 reichten 30 Punkte zum direkten Klassenerhalt, während 26 Punkte für die Relegation genügten. Ein Jahr zuvor lag die Marke bei 34 beziehungsweise 28 Punkten. Auch 22/23 mussten 34 Punkte für Rang 15 gesammelt werden, der Relegationsplatz lag bei 32 Zählern. Identisch war die Punktzahl für den Klassenerhalt in den Spielzeiten 21/22 und 20/21 mit jeweils 34 Punkten, während der Tabellen-16. 29 beziehungsweise 32 Punkte benötigte.
Die höchste Marke seit Wiedereinführung der Relegation wurde 2016/17 erreicht: Damals waren 38 Punkte notwendig, während der Relegationsplatz bei 33 Punkten lag. In den Jahren davor bewegte sich die Grenze meist im mittleren 30er-Bereich: 37 und 34 Punkte (15/16), 36 und 35 Punkte (14/15) sowie ein Ausreißer nach unten mit nur 28 beziehungsweise 27 Punkten in der Saison 2013/14.
35 Punkten reichten immer mindestens für Platz 16
Insgesamt reichten 35 Punkte vier Mal nicht für den direkten Klassenerhalt, 32 Punkte reichten sogar neun Mal nicht für Rang 15. Für die Relegation hingegen galt in den letzten 17 Jahren: 32 Punkte reichten vier Mal nicht, 35 Punkte hätten dagegen immer mindestens Platz 16 bedeutet. Oder anders formuliert: Wer 35 Punkte erreicht, hatte seit Wiedereinführung der Relegation noch nie schlechter als Platz 16 abgeschnitten.
Für den FC heißt das konkret: Mit aktuell 23 Punkten fehlen realistisch gesehen noch neun bis zwölf Zähler. Bei noch ausstehenden Spielen entspricht das drei bis vier Siegen und damit exakt die Größenordnung, die der Trainer selbst vorgibt. Werder Bremen auf dem Relegationsrang hat aktuell 19 Punkte, der FC St. Pauli auf dem ersten Abstiegsplatz derer 17. Beide Mannschaften müssten also noch vier beziehungsweise sechs Punkte mehr holen als der FC. Zumindest, wenn sich die Ansage von Lukas Kwasniok bewahrheiten sollte. Die Statistik zumindest gibt dem Trainer recht.






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