Der 1. FC Köln hat sich mit dem 2:2 (1:1)-Unentschieden gegen die TSG Hoffenheim den ersten Punkt gegen ein Top-Team gesichert. Trotz Traumtor von Ragnar Ache geriet das Ergebnis letztlich aber auch bei den FC-Profis zur Nebensache. Die Stimmen zum Spiel.
Aus Müngersdorf berichten Sonja Gauer und Marc L. Merten
Tom Krauß
„Wir haben uns gerade nochmal angeschaut, wie knapp das beim 1:2 mit der Torlinien-Technik war. Ich habe in der Szene direkt zum Schiedsrichter gesagt, dass er beim Einwurf springt, aber ich weiß es auch nicht, letztlich entscheiden es die Schiedsrichter. Am Ende war es ein komisches Spiel, weil die Stimmung auch zurecht nicht da war. Man sieht, wie schnell das Leben in einem kritisch Zustand sein kann. Wir nehmen den Punkt jetzt mit und arbeiten das Spiel auf. Wir haben heute das Tor des Jahres von Raggy gesehen. Das 1:1 bekommen wir aus dem Nichts. In der zweiten Halbzeit muss man sagen, dass wir in den ersten zehn Minuten gar keinen Plan hatten und keinen Zugriff bekommen haben. Zum Glück machen wir das 2:2. Danach ging das Spiel hoch und runter und hätte in jede Richtung gehen können. Der Punkt ist aber Nebensache, weil man heute sieht, dass es wichtigere Dinge im Leben gibt. Wir wollten dann auch für den Fan spielen und haben den Punkt für ihn gewonnen.“
Joel Schmied
„Vor dem Spiel hätte jeder den Punkt unterschrieben, Hoffenheim ist eines der besten Teams in der Bundesliga momentan. Speziell in der ersten Halbzeit hatten wir einen richtig guten Gameplan und haben sie vor Schwierigkeiten gestellt. Raggy macht dann gefühlt das Tor des Jahres. Unter der Woche kann er sich teilweise kaum bewegen und dann haut er so ein Ding raus, das ist der Wahnsinn! In der zweiten Halbzeit hat man gemerkt, dass die Kräfte bei uns ein bisschen nachgelassen haben. Den Punkt haben wir uns hart erarbeitet. Asllani hat mich während des Spiels gefragt, warum es so ruhig im Stadion ist. In der Halbzeit haben wir eine kurze Info bekommen, als Spieler ist das auch schwierig zur verkraften, trotzdem muss es weitergehen. Ich hatte aber trotzdem das Gefühl, dass das Publikum da war, wenn wir gute Aktionen hatten. Vor allem, als sie gemerkt haben, dass wir ein bisschen schwimmen. Der Punkt heute kann unglaublich viel wert sein. Jeder Punkt ist momentan Gold wert. Das gibt auch etwas für die Moral, dass wir wissen, wir können gegen jeden Gegner punkten.“
Ragnar Ache
„Ich habe nicht viel nachgedacht, mein Körper hat sich von selber bewegt. Geht der Ball einen Meter daneben, lacht das ganze Stadion. Es ist immer ein 50:50-Ding. Entweder hat man so einen Tag, oder man hat ihn nicht. Wer hat gesagt, dass ich mich unter der Woche kaum bewegen kann (lacht)? Mein Körper hat einfach reagiert und der Ball geht rein, das ist schwer zu erklären. Ich kann es selber noch nicht richtig glauben, es ging alles so schnell. Ich habe nach hinten geguckt und gedacht: ‚Wow, der fliegt ganz gut.‘ Dann bin ich aufgekommen und habe das Stadion gehört, hab nochmal nach hinten geguckt und er war tatsächlich im Tor. Drei Punkte wären natürlich noch schöner gewesen, aber wir müssen realistisch sein. Hoffenheim ist eine Mannschaft, die oben mitspielt. Wir können froh sein, dass wir einen Punkt geholt haben. Wir dürfen nicht meckern, auch wenn mehr drin war.
Lukas Kwansiok
„Über 90 Minuten ist es das gerechte Ergebnis. In unserer besten Phase, das waren die ersten 40 Minuten, müssen wir das 2:0 machen. Das haben wir leider nicht geschafft. Es war bitter und ärgerlich, dass wir das 1:1 noch vor der Pause kassiert haben. Da haben wir uns zu weit zurückgezogen. Wir hatten Glück, nicht noch mit einem Rückstand in die Pause gehen zu müssen. Wir hatten dann Probleme mit der Anpassung des Gegners. Wir hatten Glück, dass der Gegner uns am Leben gelassen hat und wir das 2:2 gemacht haben. Die Bundesliga ist kein Wunsch-Konzert und wir müssen um jeden Punkt fighten.“
Christian Ilzer
„Es war final ein gerechtes Ergebnis. Köln hatte den besseren Start und wir haben uns lange schwergetan. In der Pause haben wir ein paar Kleinigkeiten angepasst, das hat gut funktioniert. Das Ärgerliche für mich ist, dass wir in unserer Phase das 2:2 zulassen. Wir hätte das Tor, wie das Traumtor von Ragnar Ache, besser verteidigen müssen. Das Spiel zu drehen hat mir gefallen, es wieder her zu geben, nicht. Unser Gegner hat eine sehr gute Leistung gebracht.“








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