Der 1. FC Köln hat gegen die TSG Hoffenheim nach zwei Niederlagen wieder etwas Zählbares eingefahren. Gegen den Champions-League-Anwärter trafen Ragnar Ache spektakulär und Said El Mala zum 2:2 (1:1)-Endstand.
Aus dem RheinEnergieStadion berichten Sonja Gauer und Marc L. Merten
Es war ein gespenstiges Spiel zwischen dem 1. FC Köln und der TSG Hoffenheim, weil kurz nach dem Anpfiff ein FC-Fan im Osten reanimiert werden musste und die Fanszenen deshalb über 90 Minuten stumm blieben. So rückten die Geschehnisse auf dem Rasen schnell in den Hintergrund in einer Partie, in der es für die Geißböcke um viel ging.
Tore und Highlights
15. Minute: Die ausgeglichene Anfangsphase spielte überhaupt keine Rolle mehr, als die 15. Minute kam. Der FC führte auf der rechten Seite einen Einwurf schnell aus. Martel ließ den Ball per Brust auf El Mala abtropfen. Dieser flankte mit seinem starken Rechten per Erstkontakt ins Zentrum – und dort machte Ragnar Ache etwas Unglaubliches: Der FC-Stürmer hob ab, setzte zum Fallrückzieher an und jagte den. Ball aus zehn Metern unhaltbar für den staunenden Baumann ins Eck. Das wundervolle Tor des Monats zum 1:0 für den FC.
45. Minute: Der FC hätte mit einer höheren Führung in die Pause gehen können, doch vor allem Kaminski (22.) und Martel (24.) ließen Großchancen liegen. Bis kurz vor der Halbzeit war Kramaric per Schlenzer der einzig gefährliche Hoffenheimer. Dann aber fiel doch der Ausgleich. Und dieser kam mit Ansage, weil der FC hinten bei zwei TSG-Angriffen hintereinander nicht gut sortiert war und Sekunden vorher ein Hinweis von Kwasniok von der Seitenlinie nicht half. Eine Seitenverlagerung erreichte Hajdari, von dem Martel zu weit entfernt war. Dieser passte in die Mitte, wo Innenverteidiger Kabak einlief und aus zehn Metern zum 1:1 einschoss.
45+2. Minute: Und weil der FC in dieser Saison so häufig direkt vor der Pause Gegentore kassiert, hätte die TSG fast noch das 1:2 erzielt. Aus einer eigenen Flanke auf Ache resultierte ein schneller Hoffenheimer Konter. Der FC war plötzlich hinten völlig offen, die TSG konnte sich die Bälle bequem in den Lauf spielen, bis Burger fast alleine vor Schwäbe auftauchte, aber dann war doch noch Martel in allerletzter Sekunde dazwischen, sodass es beim 1:1 zur Pause blieb.
60. Minute: Die TSG kam mit viel Druck aus der Kabine, der FC versuchte zu kontern. Doch Hoffenheim spielte es besser und der FC verteidigte es schlechter. Schon in der 59. Minute lag der Ball im FC-Tor, doch weil der Ball bei der Flanke knapp im Toraus gewesen war, zählte der Treffer nicht. Dann ließen sich van den Berg und Co. auf der linken Seite mit Lupfer und Hackentrick düpieren, Schwäbe konnte einen Touré-Schuss nur noch an die Latte lenken und war dann beim anschließenden Kopfball von Kramaric um ein paar Zentimeter zu spät. Zwar holte der FC-Keeper den Ball noch, doch Schiri Schröder zeigte auf die Uhr und deutete an: Der Ball hatte die Linie zum 1:2 überquert.
64. Minute: Würde es also wieder so laufen wie gegen Leipzig und Stuttgart? Nein. Der FC ließ sich dieses Mal nicht unterkriegen. Ache, El Mala und Kaminski behaupteten bei einem Konter den Ball in der eigenen Hälfte. Kaminski passte in den Lauf des kölschen Youngsters und El Mala lief allen davon. Vor Baumann legte er sich den Ball noch einmal auf links, um einen herbeieilenden Gegenspieler abzublocken, und schoss dann zum 2:2-Ausgleich ein.
87. Minute: Die TSG warf noch mal einiges nach vorne und wollte kurz vor Schluss einen Handelfmeter bekommen. Kaminski hatte die Kugel aus kürzester Distanz an die Hand bekommen. In der Bundesliga, in der niemand mehr weiß, für was es Handelfmeter gibt und für was nicht, hat es schon ganz andere Pfiffe gegeben. Doch dieses Mal blieb die Pfeife des Schiedsrichters stumm.
Personal
So spielte der FC: Schwäbe – Schmied, van den Berg, Özkacar – Sebulonsen (69. Simpson-Pusey), Martel, Krauß (90. Johannesson), Lund – Kaminski (90. Schenten), Ache (85. Bülter), El Mala (85. Waldschmidt)
Zur Aufstellung: Kwasniok wollte seine Startelf gegen Hoffenheim eigentlich auf zwei Positionen verändern. Für Martel rückte Rav van den Berg in die Mannschaft und spielte im Zentrum einer Dreierkette in der Defensive. Im Angriff startete Hinspiel-Siegtorschütze Said El Mala für Marius Bülter. Kwasniok sprach vor der Partie bei DAZN wegen der mannorientierten Spielweise der TSG von einer „sehr fluiden Aufstellung. Da kannst du nicht von einer statischen Grundordnung ausgehen.“ Dann aber fiel Thielmann kurzfristig aus, sodass Martel doch in der Startelf stand.
Fazit
Der 1. FC Köln hat sich gegen eine der am schwersten zu bespielenden Mannschaften einen Punkt verdient. Die Geißböcke zeigten sich spielerisch in vielen Phasen der Partie gut vorbereitet, und mit etwas Glück wäre gegen die TSG erneut ein Sieg möglich gewesen. Ache, Kaminski und El Mala waren das bestmögliche Trio im Angriff und sorgten ständig für Gefahr. Leider leistete der FC in der Defensive erneut zu einfache Fehler, wodurch sich die Mannschaft zwischenzeitlich selbst ins Hintertreffen brachte. Doch der 24. Punkte im 23. Bundesliga-Spiel der Saison war wichtig und verhinderte die dritte Niederlage in Serie.






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