„War nicht zufriedenstellend“: Krauß sucht mitten im Spiel Trainer-Gespräch

Tom Krauß übernimmt beim 1. FC Köln immer mehr die Rolle des Anführers. (Foto: IMAGO / DeFodi)
Tom Krauß übernimmt beim 1. FC Köln immer mehr die Rolle des Anführers. (Foto: IMAGO / DeFodi)

Der 1. FC Köln hat die TSG Hoffenheim im ersten Durchgang vor Probleme gestellt. Nach dem Seitenwechsel fehlte dem Aufsteiger jedoch zunehmend der Zugriff. Auch deshalb suchte Tom Krauß das Gespräch mit dem Trainer.

Eigentlich wollte Lukas Kwasniok gegen die TSG Hoffenheim mit einem Abräumer und einem spielstarken Mittelfeldspieler auf der Sechs beginnen. Die ursprüngliche Aufstellung hatte am Samstagnachmittag Tom Krauß neben Jakub Kaminski im zentralen, defensiven Mittelfeld vorgesehen. Doch der kurzfristige Ausfall von Jan Thielmann machte der geplanten Startelf einen Strich durch die Rechnung.

So schob Kaminski eine Position nach vorne und mit Eric Martel begann ein zweiter zweikampfstarker Abnutzungsspieler neben Krauß auf der Sechs. „Wir wollten zwei sehr gute Abgreifer im Zentrum haben, damit Hoffenheim nicht durchs Zentrum spielen kann“, erklärte Kwasniok hinterher. Durch den Ausfall von Tim Lemperle habe die TSG mit Andrej Kramaric und Fisnik Asllani „zwei sehr spielstarke Spitzen.“ Durch die Verletzung von Thielmann und der kurzfristigen Nominierung von Martel habe der FC dann „diese zwei Schleicher zwischen den Ketten in den Griff bekommen“ wollen.

FC hat Probleme mit Hoffenheimer Umstellung

Eine Taktik, die im ersten Durchgang voll aufgegangen war: Die zweitbeste Offensive der Liga kam gegen den FC praktisch überhaupt nicht zur Entfaltung. Bis zum Ausgleich kurz vor der Pause hatten sich die Hoffenheimer keine einzige ernstzunehmende Torchance herausspielen können. Das änderte sich jedoch nach dem Seitenwechsel.

Die Hoffenheimer passten zur zweiten Halbzeit hin einige taktische Dinge an und drückten auf die Führung. „In den ersten zehn, fünfzehn Minuten nach der Pause hatten wir gar keinen Plan, haben gar keinen Zugriff bekommen“, gab Krauß nach dem Spiel zu. Folgerichtig drehte die TSG durch Kramaric nach einer Stunde das Spiel vollständig, wenngleich nur wenige Minuten später Said El Mala den Ausgleich wiederherstellen konnte.

Krauß sucht Austausch mit Kwasniok

Für Krauß änderte das Tor in diesem Moment aber nichts an den Schwierigkeiten, die seine Mannschaft zuvor gehabt hatte. „Zum Glück machen wir das 2:2, aber ich bin dann zum Trainer gegangen und habe gefragt, was wir machen können, weil es nicht zufriedenstellend war.“ Kwasniok gab seinem Spieler dabei recht. „Es kam eine Welle nach der anderen. Wir haben nicht mehr so griffig agiert, die Pille ist schnell wieder bei uns in Strafraumnähe gekommen, wir hatten das Gefühl, dass der Gegner uns etwas erdrückt“, sagte auch der Trainer nach dem Spiel.

Eine taktische Änderung nahm Kwasniok nach dem kurzen Austausch mit Krauß aber nicht vor. Vielmehr habe der FC „das Spiel wieder vereinfacht, weil die Anzahl der technischen Fehler etwas zu hoch war.“ Für Krauß selbst war die Partie danach wieder deutlich offener. „Ich finde, dann ging das Spiel hoch und runter, es hätte in jede Richtung gehen können.“ Tatsächlich jedoch kam keine der beiden Mannschaften nach dem Ausgleich von El Mala mehr zu einer hochkarätigen Gelegenheit auf den Sieg.

Abräumer nervt seine Gegenspieler

Krauß und Martel hatten dabei einen entscheidenden Anteil. Während Krauß 77 Prozent seiner Zweikämpfe gewinnen konnte und 18 Balleroberungen hatte, kam Martel auf sieben Ballgewinne und zwölf erfolgreiche Zweikämpfe (57 Prozent). Insbesondere Krauß ist es in den letzten Wochen jedoch, der sich immer mehr zum (emotionalen) Leader auf dem Platz entwickelt.

„Ich mag das zu ackern. Das ist meine Spielweise“, erklärte die Leihgabe des 1. FSV Mainz 05 nach der Partie. „Nach dem Spiel hat Kramaric zu mir gesagt: Du warst nur auf meinen Füßen. Ich mag es, wenn ein Gegenspieler so etwas sagt, denn das ist meine Aufgabe.“ Zwar hat der 24-Jährige mit dem Ball noch Luft nach oben, aber „ich kämpfe jede Woche, um mit der Mannschaft unsere Ziele zu erreichen.“ Sehr zum Leidwesen seiner Gegenspieler, wie auch Andrej Kramaric am Samstag erfahren musste.

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

DISKUTIER MIT!

Willkommen im Kommentarbereich des GEISSBLOG!
Hier kannst du über den 1. FC Köln diskutieren und dich mit anderen Usern austauschen. Bitte beachte dabei die Spielregeln in unserer Netiquette! Du findest sie hier und kannst sie jederzeit nachlesen. Viel Spaß!
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
33 Kommentare
Neueste
Älteste Meistbewertete