Jetzt steht der 1. FC Köln vor dem wichtigsten Spiel seiner Saison

Lukas Kwasniok holte mit dem FC beim HSV ein 1:1. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports)
Lukas Kwasniok holte mit dem FC beim HSV ein 1:1. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports)

Nach dem 1:1 beim Hamburger SV steht der 1. FC Köln vor dem wichtigsten Spiel seiner Bundesliga-Saison. Alles andere als ein Sieg gegen Borussia Mönchengladbach wäre ein Tiefschlag für den gesamten FC.

Ein Kommentar von Marc L. Merten

Der 1. FC Köln hat beim Hamburger SV das Minimalziel erreicht. Nicht mehr und nicht weniger. Ein Punkt musste es sein gegen den Mitaufsteiger, gegen den Mitkonkurrenten. Eine weitere Niederlage hätte Lukas Kwasniok sofort in den Mittelpunkt aller Diskussionen gerückt – nicht erst mit Blick auf die Länderspielpause. So können die Geißböcke nun eine Woche lang konzentriert auf das Derby hinarbeiten.

In einem Spiel, in dem beiden Mannschaften anzumerken war, dass sie es vor allen Dingen nicht verlieren wollten, war der FC beim HSV das bessere Team. Die Hamburger wollten nicht einmal Fußball spielen, was in einem Heimspiel auf Bundesliga-Niveau einem Armutszeugnis gleicht. Die Geißböcke wollten immerhin, waren aber auch nicht von spielerischen Ideen im Überfluss gesegnet. So entstand ein über weite Strecken unattraktives Spiel, an dessen Ende nur das Ergebnis zählte.

Für spielerische Brillanz hat der FC nicht den Kader

Man muss dem 1. FC Köln zugute halten, dass von einem Aufsteiger nicht erwartet werden kann, dass er in einem Auswärtsspiel in der Bundesliga eine derart tief stehende und auf Konter lauernde Mannschaft komplett in alle Einzelteile zerlegt. Dafür hat der FC nicht den Kader, nicht die spielerischen Mittel, nicht die Qualität. Das gilt übrigens für gut die Hälfte aller anderen Bundesligisten auch.

Hinzu kommt, dass der FC nach den verheerenden letzten Wochen nicht über das nötige Selbstvertrauen verfügte, um gegen schnelle und eigentlich formstarke Hamburger ins letzte Risiko zu gehen. Wer aus den vergangenen 17 Spielen nur zwei Siege holt, ist froh, wenn er überhaupt noch aufrecht durch die Bundesliga läuft. Und das tut der FC weiterhin, weshalb die Geißböcke sich realistische Chancen ausrechnen dürfen, am kommenden Wochenende gegen Gladbach erfolgreich zu sein.

Kein anderes Ziel als der Derbysieg

Das Duell gegen die Borussia ist das wichtigste Spiel der Kölner Saison. Die Revanche für das Hinspiel, die Chance auf den ersten Sieg seit sechs Spielen, die Hoffnung auf die Wende im Abstiegskampf, die Frage, ob Lukas Kwasniok weiter der richtige Trainer ist. All dies wird sich in diesem Spiel zeigen. Ein Sieg würde den Geißböcken neuen Schwung im Kampf um den Klassenerhalt verleihen. Aber der muss es dann auch schon sein.

War das Unentschieden beim HSV das Minimalziel, gibt es gegen Gladbach kein anderes Ziel als einen Sieg. Alles andere wäre ein Tiefschlag für den FC. „Lieber spiele ich 1:1 in Hamburg und gewinne zuhause gegen Gladbach als umgekehrt“, sagte Kwasniok am Samstagabend nach dem Spiel beim HSV. Damit hat er die Messlatte gelegt. Für sein Team, aber auch für sich selbst. Nur der Sieg zählt. Sonst wird es für den 44-Jährigen in der Länderspielpause eng.

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