Kessler zu Kwasnioks Zukunft: „Ich bewerte den Trainer Woche für Woche“

Sportchef Thomas Kessler und Trainer Lukas Kwasniok am Samstagabend in Hamburg. (Foto: IMAGO / Oliver Ruhnke)
Sportchef Thomas Kessler und Trainer Lukas Kwasniok am Samstagabend in Hamburg. (Foto: IMAGO / Oliver Ruhnke)

Auf „einen kleinen Schritt nach vorne“ muss im Derby gegen Borussia Mönchengladbach ein „großer“ folgen. Nach dem 1:1 beim Hamburger SV hält Thomas Kessler den Druck hoch. Der Sportchef des 1. FC Köln will Trainer Lukas Kwasniok „Woche für Woche“ bewerten.

Als am Samstagabend im Volksparkstadion der Abpfiff ertönte und die Verantwortlichen wie üblich abklatschten, nahmen sich Lukas Kwasniok und Thomas Kessler kurz in die Arme. Weiter geht’s – gemeinsam. Diesbezüglich hatten im Vorfeld des Aufsteiger-Duells zwischen dem Hamburger SV und dem 1. FC Köln zumindest in der Öffentlichkeit Zweifel geherrscht.

Was gewesen wäre, hätten die Geißböcke beim HSV verloren, noch dazu womöglich mit einer enttäuschenden Leistung wie zwei Wochen zuvor in Augsburg, bleibt Spekulation. Fakt ist: Nach dem 1:1 in der Hansestadt bietet sich Kwasniok gegen Borussia Mönchengladbach die nächste Chance, die Sieglos-Serie zu beenden.

Kwasniok: „Nicht über dieses Szenario gesprochen“

Der Trainer, der in den vergangenen Tagen leidenschaftlich für Kontinuität geworben hatte, wollte in Hamburg ohnehin nichts von einem persönlichen Endspiel wissen. „Weder diese noch letzte Woche habe ich mit Thomas Kessler oder dem Vorstand über dieses Szenario gesprochen“, sagte Kwasniok noch vor Anpfiff bei Sky.

Wobei er um die Mechanismen im Geschäft wissend nachschob: „Wenn du Spiele nicht gewinnst, ist klar, dass sich die Frage stellt – aber ob sie so gelöst wird, wie die Menschen von außen erwarten, wird intern entschieden. Gerade in stürmischen Zeiten sollte man nicht immer dahin fahren, wohin der Sturm einen führt, sondern wohin der Kapitän das Schiff lenkt.“ Ein weiteres, bildliches Plädoyer gegen einen Trainerwechsel.

Kessler: „Ein gewonnener Punkt“

War auch die Leistung ein Plädoyer pro Kwasniok? Kessler zeigte sich im ZDF-Sportstudio zumindest nicht unzufrieden. Mit „der einen oder anderen besseren Entscheidung“ sei zwar auch ein Sieg möglich gewesen, doch: „Wenn wir morgen aufwachen, ist es ein gewonnener Punkt.“ Der Punkt tue dem FC gut – es ist der eine Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz, den die Geißböcke aktuell haben.

Es liegt aber in der Natur der Sache, dass wir wieder Fußballspiele gewinnen müssen.

Thomas Kessler

In der Trainerfrage, die ihm in den TV-Interviews derzeit wöchentlich gestellt wird, setzte der Sportchef wie schon zuletzt auf eine Mischung aus Vertrauen und Druck. Einerseits vermittelte Kessler seinen Glauben daran, dass Kwasniok den notwendigen Draht zu seinen Spielern hat und die Wende nach nun sechs sieglosen Spielen schaffen kann.

„Es gibt die große Erwartungshaltung, dass wir in der Bundesliga bleiben. Es ist alternativlos, dass wir täglich daran arbeiten, das sehe ich sowohl in der Mannschaft als auch im Trainerteam. Wir setzen uns sehr akribisch mit den Themen auseinander und ich finde auch, dass wir das auf dem Platz wieder gesehen haben“, so der FC-Geschäftsführer.

Kwasniok: „Alles für den Verein“

Doch andererseits hielt Kessler auch den Druck hoch: „Ich bewerte den Trainer natürlich Woche für Woche und schaue mir die Arbeit an.“ In Hamburg habe der FC „eine vernünftige Leistung gebracht“, trotz des Nackenschlags durch Fabio Vieiras Traumtor sei die Mannschaft auf dem Gaspedal geblieben. „Es liegt aber in der Natur der Sache, dass wir wieder Fußballspiele gewinnen müssen“, betonte der Sportboss mit Blick auf das anstehende Derby.

Fakt ist, dass das Trainerteam und die Mannschaft hier alles für den Verein machen – unterstützt von der Geschäftsführung und dem Vorstand.

Lukas Kwasniok

Kesslers Erwartungshaltung am kommenden Samstagnachmittag ist klar: „Wir sind jetzt einen kleinen Schritt nach vorne gekommen und nächste Woche geht es darum, einen großen Schritt nach vorne zu kommen.“ In diesem in jeglicher Hinsicht besonderen Derby herrscht Siegpflicht: „Die Fans freuen sich sehr auf das Spiel, und ich bin überzeugt, dass wir alles in die Waagschale werfen werden, um zu Hause diese drei Punkte zu holen.“

Ein eindeutiger Auftrag an Kwasniok, der in Hamburg auch nach Abpfiff den Zusammenhalt betonte: „Fakt ist, dass das Trainerteam und die Mannschaft hier alles für den Verein machen – unterstützt von der Geschäftsführung und dem Vorstand.“ Nach nur zwei Siegen aus 17 Partien bedarf es allerdings eines Befreiungsschlags.

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