Said El Mala hat gegen den Hamburger SV das erste Kopfballtor seiner Karriere erzielt. Für den 1. FC Köln war es derweil erst der zweite Treffer in der Bundesliga-Saison nach einer Ecke. Damit bestraften die Kölner jedoch eine Arroganz-Aussage der Gastgeber vor dem Spiel.
Der 1. FC Köln und seine Standardsituationen sind eines der leidvollen Themen in dieser Saison. Rund 40 Prozent aller Gegentore resultieren in dieser Spielzeit aus ruhenden Bällen. Dem gegenüber stehen lediglich zwei eigene Bundesliga-Treffer nach Standards. Immerhin drei wenn man den Elfmeter von Luca Waldschmidt gegen Borussia Mönchengladbach mit einrechnet. Beides ist gerade für einen Aufsteiger eine verheerende Bilanz, die letztlich vor einigen Wochen auch bereits Co-Trainer Hannes Dold seinen Aufgabenbereich gekostet hatte.
Über diese Schwäche im Kölner Spiel war am Samstag auch der Hamburger SV bestens informiert. Kurz vor dem Anpfiff, als Christian Stübinger gerade die Aufstellung der Hanseaten verlesen wollte, informierte der HSV-Stadionsprecher auch die eigenen Fans über die Schwachstelle beim FC. „Der Gegner ist die schlechteste Mannschaft der Bundesliga bei Standards, bei Ecken feuern wir also drauf los“, lautete die kuriose Ansage von „Stübi“ über die Lautsprecheranlage.
HSV mit der ersten Ecke in der Nachspielzeit
Das Problem aus Hamburger Sicht: Bis in die Nachspielzeit erspielten sich die Gastgeber keine einzige Ecke. Diese wurde durch einen Kopfball des eingewechselten Daniel Elfadli jedoch prompt brandgefährlich und strich nur wenige Zentimeter am Pfosten vorbei. Kurz vor Schluss wäre das mögliche 1:2 aus FC-Sicht wohl zum bisherigen Saison-Tiefpunkt geworden.
So jedoch blieb es beim 1:1, bei dem die Kölner die Arroganz-Aussage des Hamburger Stadionsprechers schon im ersten Durchgang bestraft hatten. Die Gäste nämlich erspielten sich gleich zahlreiche Eckbälle, hatten am Ende insgesamt acht. Die fünfte davon kurz vor der Halbzeitpause nutzte die Mannschaft von Trainer Lukas Kwasniok durch Said El Mala zum Ausgleich. Im Gegensatz zum FC waren die Hamburger als Mit-Aufsteiger in der gesamten Bundesliga die einzige Mannschaft, die bis dato noch keinen einzigen Gegentreffer nach einer Ecke kassiert hatte.
Ecken-Tor war Verdienst des Co-Trainers
Als erste Mannschaft wusste der FC nun also die vermeintliche Schwachstelle bei Eckbällen gegen den Hamburger SV auszunutzen. Torschütze El Mala sagte hinterher: „Die Ecke haben wir so trainiert, weil wir wussten, dass Hamburg auf den zweiten Pfosten nicht so gut ist.“ Lukas Kwasniok reichte die Lorbeeren nach der Partie an das Trainerteam weiter. „Das war ein Co-Trainer-Tor“, meinte der 44-Jährige. Wer genau seit der Ablösung von Dold für die Standards zuständig ist, ob Frank Kaspari oder René Wagner, ist derweil nicht bekannt.
Die „ausübende Gewalt“ sei dabei El Mala gewesen, nachdem Rav van den Berg die Ecke von Jakub Kaminski verlängert hatte. „Hinten am zweiten Pfosten wird das meiste Geld verdient. Said hat das zu 100 Prozent umgesetzt.“ Auch das sei bei dem Youngster, dessen neuntes Saisontor sein erster Kopfballtreffer in seiner Karriere war, ein Entwicklungsschritt. „Sich nicht auf die eigene Qualität zu verlassen, sondern Tipps anzunehmen. Der Co-Trainer hat gesagt: Lauf durch, das sind einfache Tore.“ Genau das hat El Mala am Samstagabend gemacht – und damit zumindest den Hamburger Stadionsprecher eines Besseren belehrt.








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