Der 1. FC Köln hat beim Debüt von René Wagner große Moral bewiesen und sich bei Eintracht Frankfurt ein 2:2 (0:0) erkämpft. Nach einem zwischenzeitlichen 0:2-Rückstand haben Wagners Joker gestochen.
Aus Frankfurt berichtet Marc L. Merten
Steffen Baumgart gab René Wagner warme Worte mit auf den Weg. „Ich freue mich darauf, dass René die Chance kriegt. Er wird seine Ziele erreichen“, sagte der frühere Trainer des 1. FC Köln am Sonntag bei DAZN über seinen langjährigen Assistenten. Noch lieber wäre es Wagner wohl gewesen, wenn Baumgart ihm zum Debüt eine Niederlage des FC St. Pauli geschenkt hätte. Doch vor Wagners Premiere in Frankfurt kamen Baumgarts Unioner gegen die Hamburger nicht über ein 1:1 hinaus, sodass der FC mit nur einem Punkt Vorsprung auf den Relegationsrang in die Partie bei der Eintracht ging. Bei Abpfiff waren es dann, wie vor diesem Wochenende, wieder zwei Zähler Abstand.
Tore und Highlights
1. Minute: Beinahe der Traumstart für Wagner! Nach einer punktgenauen Verlagerung von Tom Krauß zog Jakub Kaminski in den Frankfurter Strafraum und scheiterte an Michael Zetterer. Der Eintracht-Schlussmann konnte den Ball jedoch nicht festhalten, ließ ihn vor die Füße von Ragnar Ache abprallen. Der wiederum verpasste gegen seinen früheren Verein das Abstauber-Tor.
24. Minute: Der erste Hochkaräter für die Eintracht. Nach einem Pass von Larsson setzte sich Knauff gegen Kristoffer Lund durch. Lund blieb aber dran, ließ den Frankfurter im FC-Strafraum nur unter Bedrängnis abschließen, sodass sein Schuss aufs lange Eck knapp vorbeiging.
26. Minute: Nun meldete sich auch Said El Mala, der als zweite Spitze neben Ache auflief und damit eine zentralere Rolle als üblich einnahm, in dieser Partie an. Kölns Top-Scorer dribbelte an der Strafraumgrenze gegen Koch und Amenda, sein Abschluss mit links verfehlte das Lattenkreuz nur knapp.
34. Minute: Ein einziger Pass von Höjlund entblößte den FC. Der flinke Kalimuendo durfte frei auf Marvin Schwäbe zulaufen, scheiterte aus etwas spitzem Winkel aber am Kölner Kapitän.
41. Minute: Die Riesenchance zur Pausenführung für den FC. Nach einem Einwurf der Eintracht leitete Ache mit einem gewonnenen Kopfballduell den Konter ein. In Überzahl spielte El Mala genau im richtigen Moment quer auf Kaminski, dessen erster Kontakt passte jedoch nicht. Der Pole legte sich den Ball zu weit vor, scheiterte daher am herausstürmenden Zetterer.
66. Minute: Chaibi war für die FC-Defensive nicht zu bremsen, zog in den Kölner Sechzehner und fand mit seinem Querpass Jonathan Burkardt. Der Torjäger brauchte nur noch einzuschießen – das 0:1 aus Kölner Sicht.
69. Minute: Genau zwei Minuten und 49 Sekunden später legte Arnaud Kalimuendo das 0:2 nach. Lund konnte im Strafraum gegen Amaimouni-Echghouyab zwar klären, bediente damit aber Kalimuendo, der den Ball aus 13 Metern wuchtig in den Winkel einschweißte.
70. Minute: Die sofortige Antwort! Nach einem Ballgewinn des eingewechselten Isak Johannesson spielte Kaminski einen Doppelpass mit Ache und dribbelte in Richtung Zentrum. Der Pole schloss von der Strafraumgrenze ab und profitierte davon, dass Larsson den Ball noch abfälschte. Nun war Zetterer endlich geschlagen, der 1:2-Anschluss.
81. Minute: Fast der Ausgleich! Linton Maina steckte auf El Mala durch, der aus spitzem Winkel kein Vorbeikommen an Zetterer fand und anschließend angeschlagen vom Platz musste.
83. Minute: Nicht nur El Mala ging, Wagner wechselte sogar dreifach – und bewies ein absolut goldenes Händchen. Denn der 2:2-Ausgleich unmittelbar nach den Wechseln war eine Kombination der drei gekommenen Spieler. Luca Waldschmidt verlängerte eine Hereingabe zu Marius Bülter, der per Kopf Alessio Castro-Montes bediente. Der Belgier wiederum schob aus kurzer Distanz ein. Sein erstes Bundesliga-Tor verhinderte Wagners Debüt-Niederlage.
Personal
So spielte der FC: Schwäbe – Sebulonsen, van den Berg, Özkacar, Lund – Thielmann (75. Maina), Krauß (82. Castro-Montes), Huseinbasic (67. Johannesson), Kaminski – Ache (82. Bülter), El Mala (82. Waldschmidt)
Zur Aufstellung: Im Vergleich zur letzten Kwasniok-Elf im Derby gegen Gladbach nahm René Wagner vier Änderungen vor. Sebastian Sebulonsen ersetzte Youngster Cenny Neumann, Tom Krauß den gesperrten Eric Martel – beide hatten zuletzt gefehlt. Denis Huseinbasic und Jan Thielmann wiederum verdrängten Isak Johannesson und Linton Maina auf die Bank. Nach 20 Minuten stellte Wagner von Dreier-/Fünferkette auf eine Viererkette um.
Fazit
Die Premiere von René Wagner war ein Spiel, das in beide Richtungen hätte kippen können – schon in der chancenreichen ersten Halbzeit, in der die Kölner mehrfach die Führung verpassten. Nach dem Frankfurter 2:0 lief scheinbar alles auf einen Heimsieg der Eintracht hinaus. Doch eines hat der FC in dieser Saison noch nie getan: Aufgeben stand nie zur Debatte. So auch am Sonntagabend. Die Geißböcke erkämpften sich einen tabellarisch wie moralisch wichtigen Punkt, noch dazu war das 2:2 über die volle Spielzeit gesehen ein gerechtes Ergebnis. Beruhigend: Der Vorsprung auf Platz 17, den der VfL Wolfsburg innehat, ist auf sechs Zähler angewachsen. Wagner ballte bei Abpfiff nicht umsonst die Fäuste.








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