Emotionen nach Abpfiff: Eric Martel musste nach dem 1:5 beim FC Bayern München von seinen Mitspielern getröstet werden – wohl nicht aufgrund des deutlichen Ergebnisses. Verabschiedet sich der Sechser mit Tränen vom 1. FC Köln?
Aus der Allianz Arena berichtet Marc L. Merten
Es war ein tränenreicher Samstagnachmittag in der Allianz Arena. Schiedsrichter Deniz Aytekin wurde bereits vor seinem letzten Bundesliga-Spiel von den Gefühlen übermannt, weinte live im Fernsehen. Aufseiten des 1. FC Köln gab es dann nach Abpfiff feuchte Augen – es erwischte Eric Martel. War es sein Abschied von den Geißböcken?
Während die Übergabe der Meisterschale vorbereitet wurde, die Profis des FC Bayern München schon feierten, standen die Kölner am Spielfeldrand zusammen. Martel kamen die Tränen. Erst tröstete Cenk Özkacar seinen Teamkollegen, dann nahm Linton Maina ihn in die Arme.
Ist Martels „zeitnahe Entscheidung“ gefallen?
Der Verdacht, dass es Tränen des Abschieds waren, ist nicht von der Hand zu weisen. Vier Jahre lang spielte Martel für den FC, der Verein ist ihm ans Herz gewachsen – er ging als Kapitän der U21-Nationalmannschaft mit den Geißböcken in die 2. Bundesliga. Zu einer Verlängerung seines auslaufenden Vertrags konnte er sich in dieser Saison jedoch nicht durchringen.

Sportchef Thomas Kessler konnte in der vergangenen Woche noch immer „keinen neuen Stand“ vermelden, kündigte jedoch an: „Da wird es zeitnah eine Entscheidung geben.“ Nach Saisonende benötigen beide Seiten Planungssicherheit. Die Tränen nach Abpfiff könnten dafür sprechen, dass sich die Wege trennen.
Wie Martels viel zitierter nächster Schritt aussehen könnte, ist nach einer wechselhaften Saison unklar. Zuletzt war das Interesse des VfL Wolfsburg durchgesickert. Die Wölfe müssen allerdings noch um den Verbleib in der Bundesliga bangen, sicherten sich am Samstag erst mal die Teilnahme an der Relegation.
Kainz: „So wollte ich mich nicht verabschieden“
Definitiv das letzte Spiel war es für Florian Kainz – nicht nur mit dem Geißbock auf der Brust, sondern in der gesamten Karriere. Natürlich hätte sich der Österreicher, der in der zweiten Minute der Nachspielzeit für sein 200. Bundesliga-Spiel eingewechselt wurde, einen anderen Abschluss als die deutliche 1:5-Klatsche gewünscht.
„Das ist eine schöne Zahl, so wollte ich mich aber nicht verabschieden“, sagte Kainz, den es als Fußballrentner zurück nach Graz zieht, und gratulierte den Bayern „zu einer überragenden Saison“. An den eigenen Verein richtete er derweil durchaus kritische Worte: „Für den 1. FC Köln die Saison so zu beenden, ist nicht gut. Natürlich war der Klassenerhalt unser Ziel, das haben wir geschafft. Heute und letzte Woche können wir aber nicht zufrieden sein.“








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