Intimer Moment: Ist das schon El Malas Abschiedsfoto? FC will reinvestieren

Said El Mala nach dem 1:3 gegen Heidenheim. (Foto: IMAGO / Gabor Baumgarten)
Said El Mala nach dem 1:3 gegen Heidenheim. (Foto: IMAGO / Gabor Baumgarten)

Drei Profis hat der 1. FC Köln verabschiedet, zahlreiche weitere Spieler stehen vor einer ungeklärten Zukunft. Darunter Said El Mala, der gegen Heidenheim zum womöglich letzten Mal in Müngersdorf auflief. Wie Thomas Kessler mit den Unwägbarkeiten des Transferpokers umgeht.

Diesmal waren die Scheinwerfer auf andere gerichtet. Said El Mala, der beim 1. FC Köln die ganze Saison über die Schlagzeilen bestimmt hat, nahm beim 1:3 gegen Heidenheim sowohl während der Partie als auch nach Abpfiff eine untergeordnete Rolle ein. Gewiss hätte der Shootingstar die Geißböcke nur zu gerne vor einer letzten Heimniederlage bewahrt, doch er kam nicht wirklich in die Nähe seines 13. Saisontreffers.

Nach dem Spiel gebührte die Bühne dann Florian Kainz, Dominique Heintz und Luca Kilian, für die El Mala und seine Teamkollegen Spalier standen. Der FC beließ es bei diesen drei Abschieden, die sich schon langfristig angekündigt hatten. Fraglos werden noch weitere Profis den Verein verlassen und am Sonntag letztmals auf dem Müngersdorfer Rasen gestanden haben – doch 100-prozentige Klarheit herrscht bislang lediglich bei dem genannten Trio.

Herausragende Saison, spannender Sommer

El Mala wiederum zählt zu den Spielern, deren Zukunft mit einem Fragezeichen versehen ist. Man muss kein Prophet sein: Der 19-Jährige wird auch nach Saisonende die Schlagzeilen dominieren. Eine WM-Teilnahme ist möglich, der größte Transfer der FC-Historie ebenfalls, aber auch ein Verbleib wäre für den Verein von immenser Bedeutung.

Vorhersagen, welches Trikot El Mala nach dem Sommer trägt, mag und kann derzeit niemand. Wenngleich ein weiteres Jahr beim FC inzwischen als wahrscheinlicher gilt als noch vor einigen Wochen. Sabrina und Mohammed El Mala, die im Laufe der Saison die Beratung übernommen haben, würden ihren Sohn dem Vernehmen nach gerne weiterhin in der Bundesliga sehen.

Grundsätzlich schließt das einen Verkauf nicht aus, selbst wenn kein deutscher Verein die vom FC angepeilten 50 Millionen Euro zahlen dürfte. Schließlich könnte ein großer englischer Club El Mala kaufen und direkt wieder nach Köln verleihen. Beispielsweise der FC Chelsea, der lange Zeit als Interessent galt. Die Londoner allerdings sollen nicht mehr zu einem derart kostspieligen Transfer bereit sein und hätten wohl ohnehin eine Leihe zu Schwesterclub Strasbourg angestrebt.

Wir als Verein sind in der Situation rund um Said entspannt.

Thomas Kessler

„Stand heute gibt es nichts, was bei uns auf den Tisch liegt, das eine schnelle Entscheidung benötigt“, sagte Thomas Kessler vergangene Woche über den El-Mala-Poker und versicherte: „Wir als Verein sind in der Situation rund um Said entspannt.“ Doch der FC-Geschäftsführer weiß natürlich auch, dass im Laufe des Sommers noch so einige Offerten auf seinem Schreibtisch landen könnten – wenn sich das Transferkarussell in der Premier League erst einmal dreht und erst recht, falls El Mala auf den WM-Zug aufspringt.

Kessler würde „großes Volumen“ in den Kader stecken

Trotz des Klassenerhalts muss die Kölner Kaderplanung zweigleisig stattfinden – mit und ohne El-Mala-Verkauf. „Wenn es am Ende dazu kommen sollte, dass wir ein Angebot bekommen, das ein großes Volumen hat, liegt es in der Natur der Sache, dass wir ein Interesse haben, das Geld zu reinvestieren“, sprach Kessler einen möglichen Wechsel an.

Aber auch jetzt, in Ungewissheit über El Mala, könne der FC „die Kader-Entscheidungen kurzfristig so treffen, dass ich die große Überzeugung habe, dass wir nächstes Jahr wettbewerbsfähig sind“. Der Sportchef betonte: „Das mache ich nicht alleine an der Personalie Said El Mala fest. Wir sind handlungsfähig.“ Wenngleich Kessler nicht „ganz unabhängig“ von der Zukunft des Torjägers planen könne. „Nach der Saison werden wir in Ruhe besprechen, wie es weitergeht.“

Said mit seinen Eltern Sabrina und Mohammed El Mala. (Foto: instagram.com/said.elmala)
Said mit seinen Eltern Sabrina und Mohammed El Mala. (Foto: instagram.com/said.elmala)

Beeindruckt zeigte sich Kessler derweil davon, wie El Mala das Rampenlicht wegsteckt. „Ich bin total happy, wie er als Mensch mit dieser ganzen Situation umgeht“, so der Ex-Torhüter: „Vor einem Jahr hat Said noch in der 3. Liga gespielt. Er hat eine tolle Premierensaison gespielt und ist super damit umgegangen, dass sehr viel über ihn berichtet wurde.“ Der Youngster sei „ein ganz, ganz toller Junge mit einem tollen Charakter, der richtig Spaß macht“.

Als Erinnerung an diese „tolle Premierensaison“ hat El Mala am Sonntag mit seinen Eltern für ein Foto posiert. Weit nach Abpfiff, vor leeren Tribünen, lächelte er mit seiner Mutter und seinem Vater in die Kamera – ein seltener intimer Moment im RheinEnergieStadion. Später postete er das Bild, versehen mit zwei Herzen, auf Instagram. Der Sommer wird zeigen, ob der Schnappschuss bereits El Malas Abschiedsfoto war oder doch nur eine Momentaufnahme seines Weges beim 1. FC Köln.

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