Beim 2:2 gegen den 1. FC Köln hat Union Berlin gegen ein ungeschriebenes Gesetz des Fußballs verstoßen. Kapitän Christopher Trimmel erklärte dies kurioserweise mit mangelndem Fairplay aufseiten der Geißböcke.
Union Berlin fühlte sich beim 2:2 gegen den 1. FC Köln aufgrund der vieldiskutierten Entstehung von Marius Bülters 1:0 benachteiligt. Schiedsrichter Daniel Schlager hatte Verständnis für die Irritation der Eisernen, sah sich aber auch gezwungen, die Regelkenntnisse der Berliner ein wenig aufzufrischen (der GEISSBLOG berichtete). Und am Samstag fand sich noch ein weiteres Thema, bei dem Union offenkundig Nachhilfe nötig hätte: Fairplay.
Vor dem 2:2-Ausgleich durch Livan Burcu hatte der FC den Ball absichtlich ins Aus gespielt, um eine Behandlung des mit starken Krämpfen kämpfenden Eric Martel zu ermöglichen. Union hielt es jedoch nicht für notwendig, den Ball – wie es die ungeschriebenen Gesetze des Fußballs vorsehen – zurückzuspielen. Stattdessen führte Christopher Trimmel den Einwurf zum eigenen Mann aus, in der Folge traf Burcu.
Trimmel: „Habe es ganz klar definiert“
Nach Abpfiff fand Trimmel eine seltsame Erklärung für sein Vorgehen. „Sie hatten vorher selber die Möglichkeit, den Ball rauszuspielen, haben dann gemerkt: Uh, Druckphase, jetzt spielen wir schnell raus“, meinte der Union-Kapitän, obwohl Felipe Chavez der erste FC-Profi war, dem sich die Chance bot, das Spiel zu unterbrechen.
Zudem sagte Trimmel, der sich schon vor dem Einwurf ein Wortgefecht mit Marvin Schwäbe geliefert hatte: „Ich habe es ganz klar definiert: Ihr habt jetzt schon sieben-, achtmal auf Zeit gespielt, auf dem Boden gelegen – dann spielen wir das Spiel natürlich mit. Es geht um Fairplay, nicht um einzelne Situationen. Das habe ich ganz klar kommuniziert.“
Schwäbe: „Ist eskaliert“
Auf dem Boden gelegen hatten Said El Mala und Kristoffer Lund, die jeweils angeschlagen ausgewechselt wurden. Immerhin gab Trimmel zu, dass er sich als Kölner ebenfalls über Unions Verhalten geärgert hatte. „Als Gegner hätte ich das natürlich auch nicht so gesehen.“
Schwäbe wiederum sah schon vor dem ausgeführten Einwurf – aufgrund des erwähnten Zoffs mit Trimmel – die Gelbe Karte, und erklärte seine Sicht der Dinge so: „Eric Martel lag schon zwei Minuten am Boden, konnte nicht mehr weiterspielen. Dann haben wir den Ball nach etlichen Stationen (von Union, Anm. d. Red.) ins Aus geklärt, um ihn behandeln zu lassen. Sie haben nicht eingesehen, dass sie uns den Ball der Fairness halber rüberspielen. Das war in dem Moment unverständlich und dann ist das ein Stück weit eskaliert.“ Die Definitionen von Fairplay gingen an diesem Nachmittag auseinander.








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