Der 1. FC Köln gibt bei Union Berlin eine 2:0-Führung aus der Hand, auch weil René Wagner seinen ersten groben Fehler an der Seitenlinie begeht. Ein Dreifach-Wechsel bringt den FC komplett aus dem Konzept.
70 Minuten lang lief für den 1. FC Köln bei Union Berlin alles nach Maß. Die Geißböcke führten dank der Tore von Marius Bülter und Said El Mala mit 2:0. Der Klassenerhalt war nur noch 20 Minuten entfernt. Dann aber entschied sich René Wagner für einen ungewöhnlichen Wechsel.
In der 72. Minute nahm der Cheftrainer nicht nur Bülter und El Mala vom Feld, sondern zusätzlich auch noch Jakub Kaminski. El Mala hatte zuvor angezeigt, dass er über leichte Probleme klagte. Bülter und Kaminski hingegen waren zwar bis dato viel gelaufen. Doch gerade der Pole ist dafür bekannt, am liebsten 90 Minuten alles und jeden anzulaufen, der sich bewegt.
Joker machen entscheidende Fehler
Dennoch nahm Wagner seine gesamte Offensive vom Feld und brachte dafür Youssoupha Niang, Jan Thielmann und Linton Maina. Zuvor hatte er bereits Felipe Chavez für Luca Waldschmidt in die Partie gebracht. Es folgte die Wende im Spiel: Nur eine Minute später tauchte Niang unter einem Eckball hindurch, sodass Tom Rothe zum Anschlusstreffer einköpfen konnte. Und in der 89. Minute war es Thielmann, der Torschütze Livan Burcu nur Geleitschutz gewährte, statt ihn am Torschuss zu hindern.
„Ich glaube nicht, dass nach unserem Dreierwechsel mehr Druck auf uns war“, sagte Bülter hinterher und nahm seinen Trainer in Schutz. „Union ist einfach mehr ins Risiko gegangen. Für uns drei war es da vorne ein anstrengendes Spiel.“ Wagner selbst erklärte: „Wir fanden, dass wir in dieser Phase den Druck gegen den Ball verloren haben und wollten mit drei neuen Spielern mehr Energie bringen. Das war der Grund. Wir wollten der Mannschaft auch das Zeichen geben, dass wir weiter dran bleiben wollen.“
Wagner trotz verspieltem Sieg „zufrieden“
Das Zeichen jedoch ging nach hinten los, wohl auch, weil Wagner mit El Mala und Kaminski immerhin jene Spieler vom Feld nahm, die bis dato für die meisten Offensivaktionen gesorgt hatten. Niang und Maina konnten immerhin eine Chance zusammen kreieren, die Letzterer abgefälscht über das Tor schoss. Darüber hinaus aber war dem FC nach dem Wechsel in der 72. Minute offensiv praktisch der Zahn gezogen. Und das selbstverschuldet.
Etwas überraschend sah Wagner in dem Zustandekommen des Ergebnisses kein Problem. „Wir sind zufrieden mit dem Punkt“, erklärte der FC-Trainer hinterher, während seine Spieler ebenso wie Thomas Kessler angefressen auf den verspielten Sieg reagierten und Kapitän Marvin Schwäbe von einem „niederschmetternden“ Ergebnis sprach. Dennoch kann sich der FC schon am Sonntag retten, sollte St. Pauli gegen Mainz verlieren und Wolfsburg in Freiburg nicht gewinnen.







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