Für den 1. FC Köln beginnen entscheidende Wochen auf dem Transfermarkt. Der Poker um Said El Mala geht in die bislang heißeste Phase. Die Geißböcke müssen jetzt hart bleiben, um auch für die Zukunft ein Zeichen zu setzen.
Ein Kommentar von Marc L. Merten
Es gibt in den Geschichten der deutschen Traditionsvereine immer wieder Entscheidungen, auf die man später zurückblickt und merkt: Dieser Augenblick hat das Wohl eines Clubs nachhaltig beeinflusst. Auch beim FC gab es diese Momente immer wieder. Manchmal konnte der FC nichts dafür, wie bei dem Drama um Maurice Banach. Manchmal waren es pure Machtspiele wie 1990 mit der Daum-Entlassung oder 2017 mit dem Streit zwischen Jörg Schmadtke und Peter Stöger.
Auch die Transfersperre war ein solcher Moment. Ein Ereignis, dessen Auswirkungen heute noch zu spüren sind. Doch der FC könnte diese nun abschütteln. Entscheidend wird sein, wie der FC mit Said El Mala und mit dessen Zukunft umgeht. Es dürfte keinen überraschen: Das Vertragsende 2030 wird der 19-Jährige in Köln wohl kaum mehr erleben. Die Frage ist: Verkauft der FC den Youngster schon jetzt oder erst 2027?
Nicht Dortmund bestimmt die Spielregeln, sondern der FC
Und damit einher wird die Frage gehen, was sportlich und finanziell daraus resultiert. Bekannt ist: Eine solche Größenordnung hat es auf dem Transfermarkt für die Geißböcke noch nie gegeben. Doch der FC darf sich jetzt nicht die Butter vom Brot nehmen. Der FC muss Härte zeigen in den Verhandlungen – vor allem gegenüber potenziellen Interessenten.
Said El Mala ist ein Juwel, welches es beim FC und selbst in Deutschland nur selten gibt. Und dieses Juwel muss einen Preis haben. Nicht Borussia Dortmund bestimmt diesen Preis, sondern der FC. Dieser Transfer darf nur zu den Spielregeln der Geißböcke ablaufen. Wenn der BVB glaubt, mit einem Witz-Angebot auf Köln zugehen zu können – völlig egal, ob dieses bei 26, 30 oder 34 Millionen Euro lag –, dann muss Sportchef Thomas Kessler mit der gesamten Kölner Führungsetage klar Stellung beziehen.
Der FC will in einer anderen Liga spielen
Und diese Stellung muss lauten: Wer ein respektlos niedriges Angebot beim FC einreicht, darf keine Chance mehr auf einen Transfer bekommen, es sei denn, der Club geht noch einmal in sich und erfüllt Kölns Bedingungen. Die Geißböcke wollen auf dem Transfermarkt ab sofort mit den Großen mitspielen – Manchester City (Simpson-Pusey, Heskey), Benfica Lissabon (Kaminski), FC Bayern München (Urbig) und nun all jene, die El Mala haben wollen. Dann muss der FC auch so handeln.
Die Geißböcke dürfen sich nicht herumschubsen und übertölpeln lassen. Der El-Mala-Transfer ist mehr als nur ein Transfer. Er ist die Eintrittskarte in eine bislang weit entfernte und nicht zugängliche Liga. In dieser Liga wird mit noch härteren Bandagen gekämpft als in Kölns bisherigen Sphären. Dieser Herausforderung muss sich der FC stellen.
Wendepunkt zu einer besseren Zukunft?
Wenn das gelingt, wenn der El-Mala-Transfer – ob 2026 oder 2027 – tatsächlich die Signalwirkung entfachen sollte, die fraglos möglich ist, dann könnte der FC irgendwann auf diesen Moment zurückblicken wie auf einen Wendepunkt zu einer besseren Zukunft. So wie 1973 die Verpflichtung von Dieter Müller. So wie die Ernennung Christoph Daums zum Cheftrainer 1986. So wie 2010 die Verpflichtung von Jonas Hector. Dafür aber muss der FC Grenzen setzen.







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