Holpriger Start für Hoffnungsträger: Hectors Erbe ist nicht der Gradmesser

Gideon Mensah bei seinem FC-Debüt. (Foto: Bucco)
Gideon Mensah bei seinem FC-Debüt. (Foto: Bucco)

Der 1. FC Köln setzt in der Viererkette unter anderem auf Gideon Mensah. Der Linksverteidiger soll ein deutliches Upgrade zur letzten Saison sein. Noch hat der Neuzugang aber Nachholbedarf.

Am Samstag in England kommt es zu einem spannenden Duell: Dann empfängt Sheffield United zuhause Birmingham City. Beide Zweitligisten spielen mit dem Gedanken, in dieser Saison um den Aufstieg mitzuspielen. Sie sind zwar nicht die Favoriten, doch über die Playoffs der Championship ist immer wieder eine Überraschung möglich.

Mit dabei: Kristoffer Lund, der Neuzugang bei Birmingham City. Der 24-Jährige will nach einem Jahr beim 1. FC Köln nun in England seinen Weg gehen. Für 2,5 Millionen Euro kam er aus Palermo, nachdem der FC die Kaufoption für den in Dänemark geborenen US-Amerikaner nicht gezogen hatte. Stattdessen verpflichteten die Geißböcke für hinten links Gideon Mensah.

Ein Modellathlet mit Hectors Nummer

Der ghanaische Nationalspieler kam ablösefrei aus Auxerre und soll ein Upgrade zu Lund sein. Während Lund in der Bundesliga viel mit sich selbst beschäftigt war, soll Mensah mehr Ruhe, Ballsicherheit und zusätzliche defensive Stabilität in das Kölner Spiel bringen. Der 28-Jährige kommt mit der Erfahrung von 44 Länderspielen und einer WM nach Köln. Ein Modellathlet, der nach seiner Krankheit zwar noch etwas Nachholbedarf hat, aber körperlich sofort auf Bundesliga-Niveau agieren dürfte.

Gegen Real Sociedad San Sebastian feierte Mensah ein eher durchwachsenes Debüt. Einige Fehler im Spielaufbau, Ballverluste und verlorene Zweikämpfe zeigten, dass der Linksfuß noch aufholen muss. Doch die FC-Verantwortlichen sind von der neuen Nummer 14 beim FC überzeugt. Jonas Hector wird zwar niemand beim FC vergessen machen können, und doch soll Mensah beweisen, dass ihm das Trikot mit dieser Nummer gut steht.

Friemel zeigt sich und kann lernen

„Gideon merkt man an, dass er ein erfahrener Mann ist und viel gesehen hat. So ein Testspiel spielt er runter“, sagte Cheftrainer René Wagner am Samstag etwas überraschend positiv, fügte dann aber diplomatisch an: „In dem einen oder anderen Moment will er noch ein bisschen sauberer spielen, das weiß er selbst. Aber insgesamt gibt uns Gideon in der Kette viel Stabilität.“

Aktuell hat der FC keinen zweiten Linksverteidiger im Kader. Oder doch? Jonathan Friemel macht seine Sache bislang gut. Der 19-Jährige hat nun ein Vorbild vor sich, kann sich an Mensah orientieren und lernen. Es wird zwar wohl trotzdem noch ein zweiter Mann kommen, womöglich mit mehr Offensivpower, die Mensah etwas abgeht. Dennoch hat Friemel gezeigt, dass es sich lohnen könnte, den Youngster im Blick zu behalten.

Letzter Test soll Mensah fit machen

Mensah wiederum hat noch zwei Wochen Zeit, seinen körperlichen Rückstand aufzuholen. Am Sonntag steht noch ein weiteres Testspiel an, welches der FC eigentlich am Montag hatte bestätigen wollen. Dann soll der neue Mann 90 Minuten Spielzeit bekommen und sich für den DFB-Pokal acht Tage später fit machen. Gelingt dies, dürfte der FC mit dem Routinier einen Stabilisator für die Viererkette verpflichtet haben.

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