Besonderer Gast bei besonderem Spiel: „Pokal hat nichts mit Sonntag zu tun“

Steffen Baumgart war mit seiner Frau Katja und Tochter Emilia am Dienstagabend im RheinEnergieStadion zu Gast. (Foto: IMAGO / Koch)
Steffen Baumgart war mit seiner Frau Katja und Tochter Emilia am Dienstagabend im RheinEnergieStadion zu Gast. (Foto: IMAGO / Koch)

Besonderer Besuch beim Pokal-Spektakel des 1. FC Köln: Steffen Baumgart hat den 5:0-Erfolg der Geißböcke gegen Union Berlin am Dienstagabend live im RheinEnergieStadion verfolgt. Auch Ex-Kapitän Florian Kainz ließ sich die Partie nicht entgehen.

Für Steffen Baumgart dürfte es ein ganz besonderer Fußballabend gewesen sein. Der 54-Jährige saß am Dienstagabend auf der Tribüne des RheinEnergieStadions und sah zu, wie sein ehemaliger Verein 1. FC Köln seinen anderen Ex-Club Union Berlin mit 5:0 aus dem DFB-Pokal schoss. Begleitet wurde der frühere FC-Coach von seiner Frau Katja und Tochter Emilia.

Und auch ein weiterer alter Bekannter hatte den Weg nach Müngersdorf gefunden: Florian Kainz, der im Sommer seine Karriere beendet hatte und anschließend in seine österreichische Heimat nach Graz zurückgezogen war, schaute sich den Kantersieg seiner ehemaligen Mannschaft genau wie sein Kapitäns-Vorgänger Jonas Hector live im Stadion an.

Gerade für Baumgart war die Begegnung mit reichlich Emotionen verbunden. Schließlich hat der Trainer bei beiden Vereinen prägende Jahre erlebt. In Köln war er zwischen 2021 und Ende 2023 zum Publikumsliebling aufgestiegen, hatte die Geißböcke 2022 sogar in den Europapokal geführt. Auch nach seiner Trennung ist die Verbindung zum FC offenbar nicht abgerissen.

Union-Aus hat Spuren hinterlassen

„Köln wird immer eine Station bleiben, die – auch nach vier Jahren sehr guter und erfolgreicher Arbeit in Paderborn – für mich noch mal das Highlight war, das ich bisher hatte“, hatte Baumgart vor der Partie dem Kölner Stadt-Anzeiger gesagt. Doch auch Union Berlin ist für Baumgart weit mehr als nur eine Station in seiner Karriere. Bereits als Spieler hatte der gebürtige Rostocker für die Eisernen auf dem Platz gestanden, im Januar 2025 übernahm er den Verein auch als Trainer. Zudem wohnt der Ex-Stürmer nur unweit der Alten Försterei in Berlin. Im April folgte allerdings die überraschende Entlassung. Eine Trennung, die bei Baumgart offenbar Spuren hinterlassen hat.

Dabei sei es „eher um die Geräusche drumherum, davor und danach“ gegangen, erklärte Baumgart mit Blick auf das schmerzhafte Aus bei dem Club. „Ich habe zweimal ganz klar die Liga gehalten. Ich kenne die Verantwortlichen teilweise seit 20 bis 25 Jahren. Und dann binnen weniger Minuten ist alles vorbei.“ Groll hege er jedoch nicht gegenüber den Verantwortlichen rund um Horst Heldt und Dirk Zingler. „Es gibt auch keinen Kontakt mehr. Das ist erledigt. Jeder hat seine Aufgaben, jeder hat sein Leben“, sagte der frühere FC-Trainer.

„Der Pokal hat nichts mit dem Spiel am Sonntag zu tun“

Dass die Begegnung am Dienstagabend derart deutlich zugunsten der Kölner ausgehen würde, dürfte allerdings auch Baumgart überrascht haben. Zumal der ehemalige Stürmer aus seiner aktiven Zeit noch eine besonders schmerzhafte Erinnerung an ein Duell zwischen den beiden Vereinen mitbringt. Einst musste er als Union-Spieler eine 0:7-Niederlage gegen den FC verkraften.

Die fünf Kölner Tore am Dienstagabend dürften ihm da schon deutlich besser gefallen haben. Auch wenn bei Baumgart angesichts seiner engen Verbindungen zu beiden Vereinen wohl zwei Herzen in der Brust schlagen. Für das Bundesliga-Duell am Sonntag soll das klare Ergebnis jedoch keine Rolle spielen. Zumindest hatte Baumgart schon vor dem Spiel am Dienstag erklärt: „Der Pokal hat nichts mit dem Spiel am Sonntag zu tun, und umgekehrt.“ 

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