Der 1. FC Köln enttäuscht vor heimischem Publikum. Die Geißböcke lassen sich vom FC Schalke 04 einlullen. Das reicht nicht für die Bundesliga – auch nicht für Trainer René Wagner.
Ein Kommentar von Marc L. Merten
Der 1. FC Köln ist zuhause weiterhin ungeschlagen. Das ist eigentlich eine gute Neuigkeit. Und acht Punkte aus vier Heimspielen sind wahrlich eine gute Quote, die alleine schon‘ fast zum Klassenerhalt reichen würde. Umso kurioser war es, dass nach dem 0:0 gegen den FC Schalke 04 dennoch ein düsterer Schleier über Müngersdorf lag.
Dieser wurde untermalt von Pfiffen und den ersten „Wagner raus“-Rufen einiger Fans. Noch zaghaft, aber wer Köln kennt, der weiß: Jetzt muss etwas passieren, ansonsten werden aus diesen leisen Rufen sehr bald schallende Sprechchöre. Wie bald, darüber dürfte die Englische Woche gegen Union Berlin im DFB-Pokal und in der Liga entscheiden.
Bülter legt den Finger in die Wunde
Klar ist: Mit Leistungen wie jener am Samstag gegen Schalke 04 dürfte es schwer werden, in acht Tagen auf eine erfolgreiche Englische Woche zurückzublicken. Undenkbar ist das nicht, ein Weiterkommen im Pokal und ein Auswärtssieg in Köpenick würden sofort wieder viele Wogen glätten und den FC in ruhigere Gewässer leiten. Doch über die Leistung gegen Schalke muss trotzdem geredet werden.
Marius Bülter nannte die Leistung „träge“ und „langsam“, den Spielvortrag „kompliziert“ und überhaupt sagte er deutlich: Der FC dürfe sich nichts vormachen, man habe die acht Punkte bislang gegen Teams geholt, die formschwach nach Köln gekommen seien. Das deckt sich mit einem Blick auf die Tabelle. Sechs der sieben bisherigen Gegner stehen in der unteren Tabellenhälfte.
Indiskutabel! Dass muss der FC ansprechen
Der FC ist also gewarnt – und René Wagner auch. Er hatte aggressiven, laufintensiven Fußball versprochen, der gerade daheim begeistern sollte. Davon ist der FC meilenweit entfernt. Am Samstag lief die Wagner-Elf vier (!) Kilometer weniger. Die Verantwortlichen sollten aufhören sich in die Tasche zu lügen, das habe nichts mit Fitness zu tun. Mit vier Kilometern weniger spielt eine Mannschaft mit einem halben Mann weniger. Das ist schlichtweg indiskutabel.
Wagner muss seine Spieler ermahnen, endlich mehr zu investieren, vor allem mit dem Ball. Kein Freilaufen, kein Räume schaffen, keine Tiefe, keine Rotation. Schalke machte es sich hinten bequem und der FC stellte die Königsblauen fast vor keine Aufgaben. Dazu kommt die Problematik der Einzelkönner: Said El Mala will alles alleine lösen. Mikey Moore hat noch keine Bindung zum Spiel. Beide hinzubekommen, ist Aufgabe des Trainers.
Ansonsten wird es für Wagner und den FC eng
Und so steht Wagner vor einer besonderen Woche: Obwohl die Geißböcke zuhause noch ungeschlagen sind, sind die Fans zuhause ungeduldig und unzufrieden. Nach dem Schalke-Remis völlig zurecht. Das Spiel war schlecht. Gegen Union braucht es deutlich mehr. Es ist an der Zeit, dass endlich einige Rädchen beginnen ineinander zu greifen. Ansonsten wird es eng – für den FC in der Bundesliga und für Wagner beim FC.








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