Poker um Rekord-Ablöse: Urbig-Transfer nur noch eine Frage der Millionen

Auf dem Sprung zum FC Bayern München: Jonas Urbig. (Foto: Bucco)
Auf dem Sprung zum FC Bayern München: Jonas Urbig. (Foto: Bucco)

Jonas Urbig steht vor einem Winterwechsel zum FC Bayern München. Doch noch dauern die Verhandlungen zwischen dem Rekordmeister und dem 1. FC Köln an. So oder so dürfte Urbig als teuerster Zweitliga-Torhüter für eine Rekord-Ablöse sorgen.

Der Mann, der Christian Keller am Mittwochabend auf die immer konkreteren Gerüchte um einen Winter-Abschied von Jonas Urbig ansprach, hatte einen gewissen Informationsvorsprung. Während der Mitgliederstammtisch des 1. FC Köln lief, berichtete Sky über eine mündliche Einigung zwischen Urbig und dem FC Bayern München sowie die laufenden Verhandlungen der Clubs.

„Ich konnte die letzten 30 Minuten nicht aufs Handy schauen“, sagte Keller, der sich auf der Bühne des Coloneums in Ossendorf stattdessen dem Fragen-Hagel der mehr als 400 Mitglieder gewidmet hatte. „Insoweit weiß ich nicht, was vermeldet worden ist“, erklärte der FC-Sportchef, wollte das Vermeldete dann aber auch nicht dementieren.

Peretz-Verletzung sorgt für Bayern-Vorstoß

„Richtig ist, dass es von mehreren europäischen Top-Clubs, und Bayern ist natürlich ein europäischer Top-Club, Interessensbekundungen an Jonas Urbig gibt. Mehr kann ich dazu jetzt nicht sagen“, kommentierte Keller die Spekulationen und ergänzte noch: „Wenn ein Spieler Möglichkeiten hat, die er bei uns vielleicht nicht hat, dann ist es auch nicht so unverständlich, wenn sich ein Spieler gedanklich mal mit solchen Möglichkeiten auseinandersetzt.“

Spekulationen um Urbig und die Bayern existieren seit Monaten. Zuletzt galt allerdings eher ein Wechsel im kommenden Sommer als wahrscheinlich. Dann sollte der 21-jährige Euskirchener noch ein Jahr hinter Manuel Neuer reifen und diesen anschließend als Stammkeeper beerben.

Aufgrund der Verletzung von Daniel Peretz, der aktuellen Nummer zwei, machen die Bayern schon jetzt ernst – drängen auf einen Winter-Transfer. Peretz droht wegen einer Nieren-Quetschung noch mehrere Wochen auszufallen. Zudem fehlt Nummer drei Sven Ulreich immer wieder aus privaten Gründen. Nun soll Urbig so schnell wie möglich Neuers Stellvertreter-Rolle einnehmen. Auf den Noch-Kölner angesprochen, sagte Sportboss Max Eberl nach dem 5:0-Sieg gegen die TSG Hoffenheim am Mittwochabend: „Wir versuchen, nicht zu schlafen, sondern schnell zu sein.“

Noch wird verhandelt

Wie von Sky berichtet, hat der FC ein erstes Angebot für sein Eigengewächs abgelehnt – dies deckt sich mit GEISSBLOG-Informationen. Die Geißböcke verlangen für Urbig eine hohe einstellige Millionensumme. Die Bayern wiederum sind dem Vernehmen nach mit fünf Millionen Euro in den Poker eingestiegen.

Dass der Transfer im Januar über die Bühne gehen wird, gilt dennoch als sehr wahrscheinlich. Wenn der FC Bayern München einen Spieler aus der 2. Bundesliga verpflichten möchte, sollte dies dem 33-fachen Meister gelingen – Urbigs Abschied ist nur noch eine Frage der Millionen. Schon beim Testspiel gegen Viktoria Köln am Dienstagnachmittag war er als einziger Spieler im Kader nicht zum Einsatz gekommen, wohl kein Zufall.

Wo auch immer die Clubs bei ihren Verhandlungen letztlich landen werden: Der U21-Nationaltorhüter dürfte als teuerster Keeper des deutschen Unterhauses in die Transfer-Geschichte eingehen. Bislang waren dies Oliver Christensen (von Hertha nach Florenz), Julian Pollersbeck (von Kaiserslautern zum HSV), Ron-Robert Zieler (von Hannover nach Leicester) und Roman Bürki (von Freiburg zum BVB) – jeweils mit rund 3,5 Millionen Euro Ablöse.

Bayern-Vertrag bis 2029

Nach der Einigung soll Urbig, der in den vergangenen Saisons an Greuther Fürth sowie Jahn Regensburg verliehen war und als eines der größten Torwart-Talente des Landes gilt, bei den Bayern einen Vertrag bis 2029 unterzeichnen, so berichtet es der Kölner Stadt-Anzeiger. Sein Arbeitspapier beim FC, für dessen Profis er nach zwölfeinhalb Jahren im Verein nur elfmal spielte, endet Stand jetzt zum 30. Juni 2026.

Seitdem Gerhard Struber den im Sommer zunächst degradierten Marvin Schwäbe (in dieser Saison vier Gegentore in neun Pflichtspielen) wieder zur Nummer eins gemacht hat, läuft alles auf einen vorzeitigen Abschied des als Nummer zwei völlig unzufriedenen Urbigs (22 Gegentore in elf Pflichtspielen) hinaus. Wobei der jetzige Vorstoß der Münchner den Kölnern eine höhere Ablöse als ein Verkauf nach Saisonende einbringen dürfte.

Das FC-Tor soll derweil wohl dauerhaft Schwäbe (Vertrag bis 2027) hüten. Dieser hatte während des Trainingslagers in Estepona in einem Interview mit der Kölnischen Rundschau auf die Frage, ob er über den Sommer 2025 hinaus in Köln bleibe, passenderweise mit „Genauso ist es“ geantwortet.

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