„Kann nicht sein“: Schwäbes Gala macht Struber sauer

Gegen Noel Futkeu zeigte Marvin Schwäbe eine seiner Glanztaten. (Foto: IMAGO / Zink)
Gegen Noel Futkeu zeigte Marvin Schwäbe eine seiner Glanztaten. (Foto: IMAGO / Zink)

Marvin Schwäbe hat in Fürth erneut überragt. Der 1. FC Köln ist im Aufstiegsrennen aktuell auf die Topform seiner Nummer eins angewiesen – mehr, als Trainer Gerhard Struber lieb ist.

Dreimal in Folge schaffte es Marvin Schwäbe zuletzt in die Kicker-Elf des Spieltags. Und der Torhüter des 1. FC Köln dürfte gute Chancen haben, Nummer vier folgen zu lassen. Beim 1:1 in Fürth war Schwäbe am Freitagabend einmal mehr der beste Kölner (GEISSLOG-Note 1,0), hielt mehrfach glänzend.

Beim 0:1 durch Noel Futkeu war der 29-Jährige noch machtlos – danach hingegen unüberwindbar. Insbesondere gegen Futkeu (68.), Jomaine Consbruch (75.) und Dennis Srbeny (90.+5) rettete Schwäbe stark. Auch Fürths xGoals-Wert von knapp 2,6 zeigte deutlich: Eigentlich hätte das Kleeblatt mehr als nur ein Tor schießen müssen.

Pauli schwärmt: „Es ist Wahnsinn“

„Es ist Wahnsinn, was Marvin uns heute wieder gerettet hat“, schwärmte Innenverteidiger Julian Pauli nach Abpfiff, schob nach: „Wir sind sehr dankbar, dass er hinter uns steht.“ Gerhard Struber dürfte ebenfalls dankbar sein. Doch der FC-Trainer brachte nach Schwäbes nächster Gala auch seinen Unmut zum Ausdruck – darüber, dass seine Nummer eins überhaupt so überragend eingreifen musste.

„Wir wollen mit unseren Leistungen seröser sein. Wir wollen für Gefahr sorgen. Aber es kann nicht sein, dass Marvin Schwäbe immer der Retter in der Not sein muss. Das ist mir zu oft der Fall im Moment“, ärgerte sich Struber bei aller Wertschätzung für Schwäbes Topform über die vielen Fürther Chancen. „Bei allem, was das Thema Kontersicherung und Restverteidigung angeht, müssen wir tiefer reinsteigen, um unserer Verantwortung mehr gerecht zu werden“, kündigte der Kölner Chefcoach Arbeit an.

Wir vergessen das ein oder andere Mal, dass es das Spiel in beide Richtungen gibt.

Gerhard Struber

Da auch der FC nach der Pause offensiv immer wieder in Erscheinung trat, letztlich mit einem xGoals-Wert von 3,22 vom Feld ging, wäre ein 3:3 wohl das passendere Ergebnis gewesen. „Wir hatten im zweiten Durchgang eine sehr offensive Ausprägung und Definition, vergessen dann aber das ein oder andere Mal, dass es das Spiel in beide Richtungen gibt“, mahnte Struber, der sich dabei auch über die schwache Kölner Chancenverwertung ärgern musste.

Schwäbe will nur seinen Job machen

Der Österreicher stellte fest: „Wir brauchen einen Reminder, dass wir nach vorne denken und spielen, aber auch nach hinten Handlungen setzen müssen, die unserem Spiel gerecht werden. Dann müssen wir uns nicht immer auf Marvin verlassen.“

Schwäbe selbst kommentierte seinen starken Freitagabend im Übrigen gewohnt gelassen: „Ich bin Torwart und versuche, meinen Job zu machen, versuche, der Mannschaft zu helfen. Mal mehr, mal weniger. Heute war es wieder ein paarmal mehr. Trotzdem standen wir grundsolide hinten und haben als Team gut agiert. Dass Luft nach oben ist, wissen wir alle.“ Bei ihm persönlich dürfte Luft nach oben aktuell allerdings kaum vorhanden sein.

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