Je nach Rechnung hat der 1. FC Köln in dieser Saison sieben oder acht Eigengewächsen das Profi-Debüt im FC-Dress beschert. Am Sonntag gegen Preußen Münster kam ein Youngster hinzu – auch wenn die Stadiondurchsage zunächst etwas anderes suggerierte.
Es lief die Nachspielzeit zwischen dem 1. FC Köln und Preußen Münster, als Gerhard Struber noch einen letzten Wechsel vornahm. Rechtsverteidiger Jan Thielmann verließ das Feld, für ihn kam Meiko Sponsel in die Partie. Mit der Rückennummer 36 lief er auf den Rasen, zum ersten Mal in seiner Karriere in einem Pflichtspiel der FC-Profis.
„Auch wenn Meiko nicht im Rampenlicht der Profis stand, hat er etliche Jahre beim FC gespielt und das Herz am richtigen Fleck“, sagte Sportchef Christian Keller hinterher über den FC-Debütanten. „Er hat Qualität, wurde aber oft durch Verletzungen gestoppt. Dass er hier sein Profidebüt feiern konnte, hat er sich als kleines Ostergeschenk verdient.“
Erst Tigges, dann Sponsel
Die Zuschauer in Müngersdorf jedoch erfuhren im ersten Moment nicht von dem Debüt, denn Stadionsprecher Michael Trippel hatte sich verguckt. Als er den Wechsel durchsagte, war es zunächst Steffen Tigges, der in die Partie gekommen war. Dann korrigierte sich Trippel und verkündete doch noch das Sponsel-Debüt.
Der 23-Jährige führte sich direkt mit einem erfolgreichen Tackling an der Seitenlinie ein. Kurze Zeit später war das Spiel aber auch schon vorbei. Sponsel dürfte das kaum geschert haben. Auch er darf sich nun Zweitliga-Profi nennen und wird in den kommenden Tagen die Chance erhalten, in der FC-Akademie ein Foto von sich an der Wand der Jung-Profis aufzuhängen.
Keller bestätigt bevorstehenden Abschied
Nach Julian Pauli, Elias Bakatukanda, Neo Telle, Jaka Cuber Potocnik, Oliver Schmitt und Mikail Özkan ist Sponsel mindestens der siebte FC-Debütant in dieser Saison. Mit Jonas Urbig, der allerdings schon zuvor für Regensburg und Fürth auf seinen Leih-Stationen in der 2. Liga gespielt hat, wären es acht Debütanten. Eine stolze Zahl für den FC.
Bei Sponsel jedoch kommt eine Besonderheit hinzu: Der 23-Jährige wird – ebenso wie Schmitt – den FC am Saisonende verlassen (GEISSBLOG berichtete). Das bestätigte Keller am Sonntag: „Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass seine Zeit hier zu Ende geht. Meiko hat die Qualität, mindestens eine, wenn nicht gar zwei Ligen höher zu spielen“, sagte der Sportchef. „Ich gehe davon aus, dass er den Schritt gehen wird. Das sollte er auch, denn er hat das im Tank.“ So war das Debüt beim FC gleichzeitig Teil seines Abschieds vom FC.








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