Trainer-Beben in der 2. Bundesliga mit direkter Folge für den 1. FC Köln: Hannover 96 hat Cheftrainer André Breitenreiter mit sofortiger Wirkung entlassen. Ausgerechnet FC-Legende Dirk Lottner rückt im Trainerteam auf und wird gegen die Geißböcke auf der Bank sitzen.
Hannover 96 und André Breitenreiter haben ihre Zusammenarbeit am Mittwoch beendet. Der nächste Gegner des 1. FC Köln warf den Cheftrainer der Niedersachsen vier Spieltage vor Ende der Saison raus und sorgte damit für das nächste Trainer-Beben in der 2. Bundesliga. Am Dienstag hatte der 1. FC Kaiserslautern erst Markus Anfang mit sofortiger Wirkung entlassen.
Diese Entscheidung fiel nach einem Gespräch zwischen Breitenreiter und 96-Geschäftsführer Marcus Mann, wie der Club bekannt gab. Doch der Paukenschlag aus Kölner Sicht folgte erst: Denn das neue Trainerteam bis Saisonende bildet der bisherige Co-Trainer Lars Barlemann zusammen mit U17-Trainer Christian Schulz und FC-Legende Dirk Lottner (aktueller U19-Coach in Hannover).
Darum musste Breitenreiter gehen
„André hat die Aufgabe im Winter mit viel Elan angetreten. Ihm ist es gelungen, mit seiner Art der Ansprache den Glauben und die Überzeugung an eine erfolgreiche Rückrunde zu stärken“, sagte Mann. „Wir sind ordentlich gestartet, haben teilweise sehr ansprechende Leistungen auf den Platz gebracht – allerdings haben wir auch zu viele Punkte liegen lassen.“ Diese vertanen Chancen wurden Breitenreiter nun ausgerechnet vor dem Heimspiel gegen den FC zum Verhängnis.
Mann erklärte weiter: „Anschließend ging die Entwicklung leider Stück für Stück nicht mehr in die richtige Richtung“, sagte der Sportchef. „Nach den Resultaten der vergangenen Wochen ist klar: Wir müssen den Blick ab sofort auf die neue Saison richten und werden im Sommer auch auf der Trainerposition eine Veränderung vornehmen.“ So folgte nun schon der Schnitt – und aus Kölner Sicht die große Herausforderung, sich auf eine Mannschaft mit einem Interims-Trainerteam vorzubereiten.
Lottner übernimmt im Trainer-Trio
Die Niedersachsen erklärten, dass mit Blick auf die Nachfolgeregelung bis Saisonende das Trio um Lottner die Verantwortung tragen werde. „Ich danke Lars Barlemann, Dirk Lottner und Christian Schulz, dass sie sich sofort bereit erklärt haben, zu übernehmen“, sagte Mann. „Es ist mit allen besprochen, dass es sich um eine Interimslösung bis zum Saisonende handelt.“
Barlemann ist seit 2014 für Hannover 96 tätig, zunächst als Videoanalyst, seit 2019 als Co-Trainer. Schulz ist eine 96-Legende mit über 400 Profi-Spielen in seiner aktiven Karriere. Lottner hingegen, Inhaber der Fußballlehrer-Lizenz, betreut die Hannoveraner U19 seit der Saison 2022/23, nachdem er zuvor als Cheftrainer bei Energie Cottbus, dem 1. FC Saarbrücken und Hansa Rostock tätig gewesen war.
Lottner stieg mit dem FC in Hannover auf
Für Lottner wird es ein Wiedersehen der besonderen Art. Zwischen 1999 und 2004 bestritt der gebürtige Kölner insgesamt 161 Pflichtspiele für die Geißböcke und trug als FC-Kapitän die Binde in der Domstadt. Im Mai 2000 stieg der FC mit Lottner in der Startelf dank eines 5:3-Sieges in Hannover in die Bundesliga auf. Nun muss der FC gegen seinen einstigen Spielführer siegen, um dem Aufstieg einen Schritt näher zu rücken.








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