Die Zukunft eines vermeintlichen Leistungsträgers ist geklärt: Dejan Ljubicic wird den 1. FC Köln nach Saisonende definitiv verlassen. Gegen den SSV Jahn Regensburg wirkte es, als wäre der Österreicher gedanklich schon weg.
Zumindest hinter eine Personalie kann der 1. FC Köln in diesen turbulenten Tagen einen Haken machen, wenn auch keinen grünen. Dejan Ljubicic und die Geißböcke gehen zum Saisonende nach vier gemeinsamen Jahren getrennte Wege – unabhängig davon, ob dem FC letztlich der Aufstieg gelingen wird. Laut der Kölnischen Rundschau soll dem Mittelfeldspieler ein unterschriftsreifer Vierjahresvertrag von Dinamo Zagreb vorlegen. Der kroatische Rekordmeister kämpft aktuell noch um die erneute Meisterschaft und damit um die Champions-League-Qualifikation.
Seinen Entschluss, Köln zu verlassen, übermittelte Ljubicic in der Woche vor dem Heimspiel gegen Jahn Regensburg. Für wirkliche Verärgerung sorgte er damit am Geißbockheim nicht – vielmehr kam er der sportlichen Leitung um Ex-Boss Christian Keller zuvor. Denn bei den FC-Verantwortlichen waren bezüglich einer Vertragsverlängerung mit dem 27-Jährigen zuletzt immer größere Zweifel aufgetreten.
Ljubicic hatte Top-Angebot – aber nicht jetzt
Berichte über ein Kölner Top-Angebot, das Ljubicic ein Jahresgehalt von mehr als zwei Millionen Euro beschert hätte, decken sich nicht mit Informationen des GEISSBLOG. Im vergangenen Sommer, als sich der von Leeds United umworbene Wiener formverbessert präsentiert hatte, wäre der FC bereit gewesen, ihn im Falle einer Vertragsverlängerung zum Spitzenverdiener zu machen – aktuell jedoch nicht.
Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Ljubicic, entgegen der Ratschläge seines damaligen Managements, gegen eine Unterschrift am Geißbockheim entschieden. Lieber hatte er zum x-ten Mal seine Berateragentur gewechselt. Nun also wechselt er den Club – wobei ihm sein derzeitiger Berater wohl ebenfalls anderes empfohlen hatte.
Der FC kann mit diesem Abgang leben – daran ändert auch das Ausscheiden von Christian Keller nichts. Der Verlust eines Ljubicics in Topform wäre gewiss ein herber Schlag gewesen. Allerdings ist der neunfache Nationalspieler von dieser Verfassung seit mittlerweile gut zwei Jahren weit entfernt, wartet aktuell seit mehr als drei Monaten auf eine Torbeteiligung.
Gegen Regensburg zur Pause raus
Der inzwischen entlassene Gerhard Struber hatte zuletzt trotz immer wieder auftauchender Wechselgerüchte noch das Vertrauen in seinen Landsmann betont, unter anderem erklärt: „Ich erlebe Dejo sehr professionell, er ist voll auf dem Zug hier und bringt sich ein. Ich habe nicht das Gefühl, dass er sich ablenken lässt.“ Der Austausch mit Ljubicic sei „seit der ersten Minute an sehr vertrauensvoll“ gewesen.
Gegen Regensburg ließ Struber den Mittelfeld-Allrounder zum dritten Mal in Folge starten und wurde in seinem Vertrauen bitter enttäuscht. Ljubicic wirkte gedanklich abwesend, kam zumeist einen Schritt zu spät, konnte keinerlei positiven Einfluss auf das FC-Spiel ausüben – und musste zur Pause als einziger Akteur einer generell schwachen Kölner Mannschaft raus.
Es ist nicht ausgeschlossen, dass diese Auswechslung sein FC-Kapitel sogar vorzeitig beendet hat. Bei den beiden verbleibenden Partien in Nürnberg und gegen Kaiserslautern benötigt der FC fraglos eine Mannschaft, bei der kein Funken Zweifel am notwendigen Fokus besteht. Zumindest am Samstagabend konnte Ljubicic damit nicht dienen, bestätigte stattdessen die Zweifel der Kölner Verantwortlichen. Nun muss Friedhelm Funkel entscheiden, ob und wie sehr er noch auf den Österreicher setzt.








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