„Unfassbar, Emotionen pur!“ Die Stimmen zur FC-Party in Nürnberg

Die Profis des 1. FC Köln feierten in Nürnberg mit den Fans. (Foto: IMAGO / Eibner)
Die Profis des 1. FC Köln feierten in Nürnberg mit den Fans. (Foto: IMAGO / Eibner)

Der 1. FC Köln jubelt über einen 2:1-Sieg beim 1. FC Nürnberg und damit über einen riesigen Schritt zur Bundesliga-Rückkehr. Nun reicht am letzten Spieltag ein Punkt gegen Kaiserslautern – falls nicht vorher schon der Sofa-Aufstieg gelingt. Entsprechend euphorisch fielen am Freitagabend die Stimmen zum Spiel aus.

Aus dem Max-Morlock-Stadion berichtet Sonja Gauer

Florian Kainz

„Es fühlt sich sehr gut an, ich bin sehr glücklich. Das war ein Riesenschritt, um unser Ziel zu erreichen. Ich freue mich natürlich, dass ich meinen Teil dazu beigetragen habe. Letzte Woche konnten wir die Fans verstehen, genauso kann man verstehen, dass wir jetzt gemeinsam feiern. Nach so einem Spiel, das wir hintenraus noch gedreht haben, sind alle sehr euphorisch. Jetzt freuen wir uns auf das letzte Spiel. So ein Trainerwechsel bringt immer einen neuen Impuls, neue Chancen. Wir hatten eine gute Stimmung, der Trainer hat eine gewisse Lockerheit und Spaß reingebracht. Auch von der Herangehensweise haben wir ein bisschen anders gespielt, das hat sehr gut funktioniert. Die Körpersprache war gut, die Positionierung war gut, die Spielfreude war da. Im Endeffekt fahren wir als verdienter Sieger nach Hause.“

Timo Hübers

„Es ist super emotional jetzt nach Abpfiff. Wir waren ziemlich nah dran an den Fans, die Freude stand jedem ins Gesicht geschrieben. Es war ein sehr emotionales Finish mit richtig wichtigen drei Punkten. Nach dem letzten Spiel war der Grundtenor vor der Kurve: Zwei Spiele zusammenreißen. Das haben wir versucht, unter der Woche reinzubekommen – mit einem gewissen Schuss Lockerheit und Spaß am Spiel. Wir haben verdient gewonnen. Dass es am Ende so spannend wurde, hätte gar nicht sein müssen. Wahrscheinlich hätten wir auch mit dem alten Trainer ein ähnliches Spiel machen können. Wir als Mannschaft versuchen, jedes Spiel bestmöglich anzugehen. Das haben wir heute gut gemacht, aber wir haben auch über die gesamte Saison die meisten Siege in der 2. Liga geholt, auch wenn es nicht immer die überzeugendsten Spiele waren. Das zeigt, dass wir viel richtig gemacht haben. Was morgen die Konkurrenz macht, können wir nicht beeinflussen, den nächsten Sonntag können wir wieder beeinflussen. Wir nehmen die Dinge, wie sie kommen. Wenn wir gegen Kaiserslautern noch einen Punkt brauchen, dann holen wir den auch.“

Marvin Schwäbe

„Es ist unfassbar, das sind Emotionen pur. Wie viele Steine da abgefallen sind, als wir vor der Kurve standen – das war schon enorm, ein geiles Gefühl. Wir hatten eine kurze Woche und haben geguckt, dass wir alle Themen mal ansprechen und unser Spiel relativ einfach durchspielen. Wir haben eine geile Saison gespielt, vielleicht nicht immer guten Fußball, aber wir haben unsere Punkte eingefahren und deswegen stehen wir da, wo wir jetzt stehen – das hat uns Friedhelm vor Augen geführt. Dementsprechend mussten wir nur daran anknüpfen. Ich habe den absoluten Glauben an diese geile Mannschaft, ob es einen Rückschlag gibt oder nicht. Wir haben in der ersten Halbzeit richtig geilen Fußball gespielt, hatten Chancen. Natürlich war es frustrierend, dass keiner reingegangen ist, aber wir wussten auch nach dem 0:1, was in uns steckt und dass wir einfach weitermachen müssen.“

Jan Thielmann

„Es war das erwartet schwere Spiel für uns. Trotzdem sind wir gut reingekommen und haben eine richtig gute erste Halbzeit gespielt. In die zweite Halbzeit sind wir suboptimal gestartet. Dass wir am Ende zurückgekommen sind und den Siegtreffer gemacht haben, hat doppelt gutgetan. Das hatten wir uns auch verdient. Wir haben die Qualitäten, um zurückzukommen. Es hat das eine Tor gebraucht, dann sind wir auf das zweite gegangen. Dass Friedhelm einen positiven Effekt auf die Mannschaft hat, ist uns allen klar. Er strahlt eine unfassbare Ruhe aus. Ich darf zum zweiten Mal unter ihm Spieler sein, es macht einfach Spaß. Wir setzen uns morgen hin und schauen die Spiele zusammen. Schauen wir mal, was dabei rumkommt. Durch den Dreier haben wir eine sehr gute Ausgangslage.“

Thomas Kessler

„Wenn man in der 90. Minute so ein Spiel gewinnt, ist die Freude groß. Ich finde, wir sind sehr gut ins Spiel gekommen, die Mannschaft hat guten Fußball gespielt. Wir haben einen Elfmeter bekommen, der uns wieder weggenommen wurde – das kann einen Dämpfer geben, aber die Mannschaft hat nicht nachgelassen, nur leider nicht das Tor gemacht. Dann haben wir mit der ersten Situation der zweiten Halbzeit das Gegentor bekommen, was natürlich extrem bitter war. Am Ende haben wir uns belohnt. Wir haben Fehler ausgenutzt, hatten aber auch genügend Möglichkeiten, das Spiel vorher zu entscheiden. In der Dramaturgie, hier in der 90. Minute zu gewinnen, ist es für die Mannschaft sehr schön, in der Kabine sehe ich viele glückliche Gesichter. Die Jungs sind nach dieser speziellen Woche natürlich erleichtert.“

Friedhelm Funkel

„Ich muss meiner Mannschaft ein Riesen-Kompliment machen, genauso wie meinem Trainerteam. Ich bin seit drei Tagen da, und was wir gemeinschaftlich auf den Platz gebracht haben, war richtig gut. Wir haben eine richtig gute erste Halbzeit gespielt, hatten aber viel Pech. In der zweiten Halbzeit sind wir schnell in Rückstand geraten. Aber ich habe der Mannschaft schon vorher gesagt, dass wir in dem Fall ruhig bleiben und auf unsere Chance warten müssen. Wir haben immer wieder versucht, den Gegner zu attackieren. Es war in der letzten Minute natürlich ein Fehler vom Torhüter, aber Tim hat das super ausgenutzt. Ich glaube, dass der Sieg nicht unverdient ist, weil die Mannschaft immer ruhig geblieben ist und das umgesetzt hat, was wir besprochen haben. Wir haben gegen eine ganz starke Mannschaft gewonnen.“

Miroslav Klose

„Glückwunsch an den FC, ihr habt es verdient. In der ersten Halbzeit mussten wir ein paar Sachen wegverteidigen und hatten Spielglück. Dann hatten wir ordentliche Phasen, wo wir Köln haben laufen lassen. In der zweiten Halbzeit sind wir sehr gut reingekommen und haben das Tor geschossen. Dann ärgert mich, wie wir gewisse Zweikämpfe geführt haben und wie leichtfertig wir mit Ballverlusten umgegangen sind. Köln ist dann zurück ins Spiel gekommen. Bei aller Qualität, die sie haben, muss man sagen, dass wir beide Tore selbst verschuldet haben. Das können wir sehr viel besser. Wir haben nach Führung mehr als 25 Punkte liegen gelassen. Das ärgert mich maßlos.“

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