Der Vorstand des 1. FC Köln hat die Mitglieder darüber informiert, dass die Mitgliederversammlung 2025 erstmals im RheinEnergieStadion stattfinden wird. Jedoch kam es dabei wohl auch zum endgültigen Bruch mit dem Mitgliederrat.
Die Mitgliederversammlung des 1. FC Köln wird im September 2025 erstmals in der Vereinsgeschichte im RheinEnergieStadion stattfinden. Das hat der Vorstand der Geißböcke am Dienstag in einem Brief an die Mitglieder bekannt gegeben. Der genaue Termin steht zwar noch nicht fest. Der Vorstand bestätigte aber, dass die MV an einem Wochenende stattfinden wird.
„Wir glauben fest daran, dass dieser besondere Ort, unsere Heimat, der Emotionalität und Bedeutung der wichtigsten Veranstaltung unseres Vereins gerecht wird“, schrieb der Vorstand. „Und wir hoffen, dass die einzigartige Atmosphäre unseres Stadions dazu beiträgt, dass mehr Mitglieder diesen wichtigen Termin wahrnehmen.“ Die Versammlung solle im September stattfinden, den genaue Termin werde aber erst „in Abhängigkeit des Spielplans der neuen Saison“ bekannt gegeben.
Keine hybride Mitgliederversammlung
Darüber hinaus bestätigte der Vorstand, dass die Geißböcke die MV für ein Wochenende planen. „Um möglichst vielen von Euch die Teilnahme zu ermöglichen oder jedenfalls zu
erleichtern, planen wir zudem, die Mitgliederversammlung an einem Wochenendtag abzuhalten. Wir möchten damit allen Mitgliedern die Anreise und Teilnahme so unkompliziert wie möglich gestalten.“
Allerdings kam es intern offenbar zum Streit um die Art und Weise der MV. Der Vorstand hatte die Chancen einer hybriden Veranstaltung geprüft, um nicht nur Mitgliedern vor Ort die Teilnahme zu ermöglichen, sondern auch Mitgliedern aus der Ferne via Online-Partizipation. In einem Gespräch mit dem Mitgliederrat hatte der Vorstand daraufhin für eine hybride MV geworben. Der Mitgliederrat jedoch lehnte dies ab.
Vorstand vollführt Kehrtwende
„Eine hybride Durchführung bedarf laut unserer Satzung der Zustimmung des Mitgliederrats“, hieß es weiter in dem Schreiben des Vorstands. „Der Mitgliederrat hat uns gestern mitgeteilt, dass er diese Zustimmung nicht erteilt.“ Und weiter: „Wir bedauern diese Entscheidung des
Mitgliederrats, da eine hybride Option aus unserer Sicht die Barrieren für eine Teilnahme an der Mitgliederversammlung gesenkt hätte.“
Dabei kam es offenbar erneut zum Bruch zwischen Vorstand und Mitgliederrat. Das Verhältnis der beiden Gremien ist schon seit Monaten angespannt und im Zuge der Auswahl eines neuen Vorstands (wird auf der MV gewählt) belastet. Nun soll es erneut zum Krach gekommen sein. Interessant dabei: Der Vorstand hatte sich jahrelang gegen eine hybride MV gesträubt und genau jene Argumente ins Feld geführt, die nun der Mitgliederrat nutzte, um die hybride MV zu verhindern.
So erklärt der Mitgliederrat seine Blockade
Über diese Argumente informierte der Mitgliederrat in einem gesonderten Schreiben. „Grundsätzlich sind zwei Punkte festzuhalten. Erstens: Das höchste Organ unseres Vereins bildet nicht ‚die Mitgliedschaft‘ an sich, sondern der Moment, in dem die Mitglieder zusammenkommen, die physische Mitgliederversammlung. Beschlüsse, die in diesem Rahmen gefasst werden, sind demokratisch legitimiert. Zweitens: Je größer die Mitgliederbeteiligung, desto stärker der Ausdruck unseres gemeinschaftlichen Vereinswillens. Daher ist es unser stetes Ziel, möglichst viele Mitglieder zur
Teilnahme zu motivieren.“
Vorstand und Mitgliederrat äußerten sich nicht einmal mehr in einem gemeinsamen Schreiben und demonstrierten so ihren internen Bruch. Welche Folgen dieses neuerliche Zerwürfnis hat, bleibt im Zuge der Neubesetzung zweier Geschäftsführer-Posten abzuwarten. Klar ist aber immerhin nun: Die Mitgliederversammlung wird erstmals im RheinEnergieStadion stattfinden und dürfte alleine deshalb schon ein größeres Interesse nach sich ziehen als die tristen Veranstaltungen der jüngeren Vergangenheit.








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