Bundesliga-Konkurrenz ausgestochen! Wen Johannesson beim FC ersetzen soll

Isak Johannesson läuft künftig für den 1. FC Köln auf. (Foto: 1. FC köln)
Isak Johannesson läuft künftig für den 1. FC Köln auf. (Foto: 1. FC köln)

Seine ersten Bundesliga-Duelle hat der 1. FC Köln bereits weit vor dem Saisonstart gewonnen: Um Isak Johannesson zu verpflichten, musste der Aufsteiger zwei etablierte Erstligisten auf dem Transfermarkt ausschalten. Welche Rolle der Isländer nun einnehmen soll.

Nicht wenige Fans des 1. FC Köln dürften sich derzeit verwundert die Augen reiben. Der Juni hat gerade mal begonnen, da haben die Geißböcke bereits eine hohe einstellige Millionensumme für neue Spieler ausgegeben. Nach Jahren der finanziellen Zwänge, nach einem zähen Winter, der sich bis zum letzten Tag des Wechselfensters zog, fühlt sich der Start in den Transfer-Sommer regelrecht fulminant an.

Mit 18-Tore-Stürmer Ragnar Ache und Mittelfeld-Antreiber Isak Johannesson haben sich zwei der wertvollsten und begehrtesten Zweitliga-Profis für einen Wechsel nach Köln entschieden. Die Konkurrenz war jeweils groß: Ache hatte in England und Italien reges Interesse geweckt, bei Johannesson musste der FC mit Werder Bremen und Union Berlin nach GEISSBLOG-Informationen zwei Konkurrenten aus der Bundesliga ausstechen.

Kwasnioks Liebling? Kesslers Wunschspieler!

Während sich Aches Transfer durch eine seit Monaten brodelnde Gerüchteküche abgezeichnet hatte, ploppte die Verpflichtung Johannessons am Wochenende deutlich überraschender auf. Nicht ohne Grund: Dem Vernehmen nach war der Isländer ein klarer Wunschspieler von Thomas Kessler. Vor dessen Übernahme der sportlichen Verantwortung hatte der 33-fache Nationalspieler offenbar keine große Rolle in den Kölner Planungen gespielt.

Aufgrund der Ausstiegsklausel in Johannessons Fortuna-Vertrag, die zum 31. Mai – genau genommen am Samstagabend, um 23.59 Uhr – auslief, war nun höchste Eile geboten. Gemeinsam mit seiner Freundin Agnes und seinem Berater reiste der 22-Jährige am Samstagnachmittag per Privatflugzeug aus Reykjavik nach Köln, um den obligatorischen Medizincheck zu absolvieren und einen langfristigen Vertrag bis 2030 unterschreiben (der GEISSBLOG berichtete).

Kein Martel-Ersatz, sondern Martel-Partner

Zwei entscheidende Personal-Fragen des Sommers stehen derweil nicht im direkten Zusammenhang mit diesem Transfer-Coup: Wie der GEISSBLOG erfuhr, soll die Verpflichtung Johannessons weder ein Vorgriff auf einen möglichen Abschied von Eric Martel darstellen, noch soll sie ein konkreter Hinweis auf das nahende Engagement von Lukas Kwasniok sein.

Letzterer ist bekanntlich der Top-Favorit auf den Trainerposten beim FC und hatte Johannesson in der Vergangenheit als seinen „absoluten Lieblingsspieler“ bei Fortuna Düsseldorf betitelt (der GEISSBLOG berichtete). Sollte Kwasniok tatsächlich beim FC unterschreiben, dürfte er sich gewiss über die Zusammenarbeit freuen. Doch auch wenn der Ex-Paderborner vom Gemeinsamen Ausschuss bereits grünes Licht erhalten hat, sei Johannesson keineswegs als Antrittsgeschenk für ihn zu verstehen, heißt es aus dem Geißbockheim.

FC hofft auf Upgrade zu Ljubicic

Unabhängig davon, wer in der Bundesliga auf der Bank sitzt, sind die Kölner Verantwortlichen von den Qualitäten des Mittelfeld-Allrounders überzeugt – und sie hoffen, dass er in der neuen Saison an der Seite von Eric Martel auflaufen wird. Johannesson kommt eindeutig nicht als Ersatz für den Kapitän der deutschen U21-Nationalmannschaft, sondern als dessen potenzieller Partner.

Der Isländer soll die Rolle einnehmen, die in der Vergangenheit eigentlich Dejan Ljubicic zugedacht war. Neben der „Holding Six“ Martel soll er das FC-Spiel mit Kreativität antreiben, als Verbindungsspieler zwischen den beiden Strafräumen agieren. Elf Treffer und sechs Vorlagen in der abgelaufenen Zweitliga-Saison zeugen von einer immensen Torgefahr, die Ljubicic, dessen Wechsel zu Dinamo Zagreb weiterhin nicht offiziell verkündet wurde, in den vergangenen Jahren abging. Insofern soll Johannesson im zentralen Mittelfeld vielmehr ein Ljubicic-Upgrade als ein Martel-Ersatz sein.

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