„Offen eingestanden“: FC-Boss verteidigt Kwasniok gegen Fan-Kritik

FC-Trainer Lukas Kwasniok. (Foto: IMAGO / Christian Schroedter)
FC-Trainer Lukas Kwasniok. (Foto: IMAGO / Christian Schroedter)

Die Verantwortlichen des 1. FC Köln haben mit Lukas Kwasniok ihren Wunschkandidaten für den Trainerposten verpflichten können. Beim Mitgliederstammtisch mussten sie den neuen Chefcoach allerdings verteidigen.

Die kritischen Fragen dürften die Verantwortlichen auf dem Podium beim Stammtisch nicht überrascht haben. Bereits als erste Gerüchte über eine Verpflichtung von Lukas Kwasniok aufgekommen waren, hatten sich einige Mitglieder des 1. FC Köln an Vorstand und Mitgliederrat gewandt, um sich gegen den neuen Trainer auszusprechen.

Der Hintergrund: Im Jahr 2023 war Kwasniok auf Mallorca von der Polizei in Gewahrsam genommen worden. Wenige Stunden später hatten die Beamten ihn ohne Auflagen wieder freigelassen. Kwasniok selbst sprach gegenüber dem Westfalen-Blatt von einem „völlig an den Haaren herbeigezogenen Vorwurf, der innerhalb von 24 Stunden eingestampft worden ist“.

Sauren: „Juristisch betrachtet kein Thema mehr“

Dennoch war dieser Vorwurf am Dienstagabend ein hitzig diskutiertes Thema beim Mitglieder-Stammtisch, wo mehrere FC-Fans die „persönliche Eignung“ des Trainers hinterfragten. Eckhard Sauren verteidigte Kwasniok und dessen Verpflichtung.

„Der Vorwurf ist im Raume, ist bekannt“, erklärte der Vizepräsident, wandte aber ein: „Der Vorwurf ist sehr schnell, auch gerade für mallorquinische Verhältnisse, komplett aus der Welt geschaffen worden. Von daher ist das juristisch betrachtet kein Thema mehr.“

Wir haben uns in der Gesamtabwägung mit Überzeugung für Lukas Kwasniok entschieden.

Eckhard Sauren

Dass darüber hinaus moralisch über Kwasniok gesprochen werden würde, konnte Sauren nachvollziehen, er offenbarte: „Genau die Themen haben wir auch diskutiert, haben das offen mit Herrn Kwasniok besprochen.“ Schon im ersten Austausch mit Thomas Kessler habe der Ex-Paderborner „wirklich sehr offen darüber gesprochen“.

Kwasniok Antworten seien laut Sauren so ausgefallen, „dass die sportliche Leitung in der Ersteinschätzung gesagt hat: Das sind Themen, die man managen kann, die er sehr offen und gut beantwortet hat.“ Dieser Eindruck verfestigte sich auch im Gemeinsamen Ausschuss, wo der 44-Jährige anschließend vorsprechen musste, und noch einmal „alle Fragen“ zu dieser Thematik beantwortet habe.

„Gesamtpaket Kwasniok“ überzeugt FC-Bosse

„Dann muss man am Ende des Tages zu einer Entscheidung kommen“, ergänzte der FC-Vize stellvertretend für die Verantwortlichen. „Wenn man das Gesamtpaket Lukas Kwasniok bewertet, ist er ein sehr, sehr interessanter Trainer für den 1. FC Köln – mit all seinen Fähigkeiten, die er hat, auch mit seinen Fehlern, die er gemacht hat, die er ganz offen eingestanden und auch als Fehler bezeichnet hat.“ In der „Gesamtabwägung“, so Sauren, habe man sich „mit Überzeugung für Lukas Kwasniok entschieden“.

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