„Möchte keinen in den Senkel stellen“: Darum sucht der FC auf dieser Position

Thomas Kessler und Sascha Bigalke. (Foto: Bucco)
Thomas Kessler und Sascha Bigalke. (Foto: Bucco)

In zwei Wochen startet der 1. FC Köln mit der Vorbereitung auf die Bundesliga. Gelingen dem FC bis dahin noch Transfers? Auch in der Innenverteidigung wird gesucht. Aber warum eigentlich?

Der 1. FC Köln stellte in der abgelaufenen Saison mit 38 Gegentoren die drittbeste Abwehr der Liga. Marvin Schwäbe (9) und Jonas Urbig (2) blieben insgesamt elf Mal ohne Gegentor (Platz zwei). Keine Mannschaft bekam weniger Schüsse auf das eigene Tor. Man könnte also meinen, dass die Abwehr der Geißböcke eine gute Arbeit geleistet und ihre Bundesliga-Tauglichkeit unter Beweis gestellt hätte.

Das sagt Kessler zur Innenverteidiger-Suche

Das sieht man bei den Verantwortlichen allerdings im Detail anders. Zur Wahrheit gehört, dass insbesondere die individuelle Fehlerquote zu hoch war, zudem die meisten Kölner Verteidiger beim Top-Speed im Ligavergleich abfallen (noch mehr auf Bundesliga-Niveau) und auch im Spielaufbau und der Ballkontrolle noch großer Bedarf herrscht.

Daher machte Sportdirektor Thomas Kessler in der vergangenen Woche keinen Hehl aus der Suche nach einem neuen Innenverteidiger – nicht in der Breite, sondern in der Leistungsspitze. „Wir haben den einen oder anderen Spieler, der einen guten Speed hat. Dennoch wir schauen uns auch auf die Position des Innenverteidigers um“, sagte der 39-Jährige. „Wenn wir die Möglichkeit haben, uns in der Spitze zu verbessern, dann werden wir das tun.“

Kein Innenverteidiger hat seinen Platz sicher

Kapitän Timo Hübers kokettiert mit einem Abschied 2026 und hat erneut keine überzeugende Saison hinter sich. Routinier Dominique Heintz demonstrierte in der 2. Liga seinen Wert vor allem im Spiel mit dem Ball, wird aber im August 32 Jahre alt. Joel Schmied wurde im Winter verpflichtet und hatte noch zu viele Aussetzer, als dass man beim Schweizer von einer verlässlichen Größe ausgehen kann. Julian Pauli war der Gewinner der Hinrunde, eher er monatelange ausfiel und erst wieder seinen Rhythmus finden muss.

Dazu kommt Luca Kilian, der sich zwar vornimmt, nach seinem zweiten Kreuzbandriss in Folge schnell zurückzukommen. Doch der 25-Jährige fällt inzwischen seit Frühling 2024 aus und wird anderthalb Jahre kein Fußball mehr gespielt haben, wenn er wieder fit ist. Neo Tello soll verliehen werden, um ebenso wie Elias Bakatukanda ab Sommer 2026 mit mehr Erfahrung und Spielpraxis angreifen zu können. Kurzum: Der FC benötigt Verstärkung im Defensivzentrum, insbesondere weil Lukas Kwasniok gerne mit einer Dreierkette agieren lässt.

Worauf Kwasniok besonderen Wert legt

Daher sagte Kessler auch: „Ich möchte jetzt keinen der Jungs, die aktuell bei uns im Kader stehen, irgendwie in den Senkel stellen und sagen: Wir schauen uns um, weil die nicht funktionieren.“ Dennoch sei es seine Aufgabe, den FC für die Bundesliga vorzubereiten. Es werde „eine neue Konstellation mit einem neuen Trainerteam“ geben, sodass sich jeder Spieler neu empfehlen könne. Jedoch werde es auch einen „großen Konkurrenzkampf“ geben, dem sich jeder Spieler stelle müsse.

Und so gilt dies auch für die Innenverteidigung, wo es zuletzt unter anderem Gerüchte um Calvin Brackelmann (SC Paderborn), Juma Bah (Manchester City) und Terry Yegbe (IF Elfsborg) gegeben hatte. Konkret wurde jedoch bislang bei keinem Spieler. Nur eines scheint klar: Der FC will darauf achten, dass der neue Innenverteidiger ein hohes Tempo mitbringt. Denn diese Schwäche war in der abgelaufenen Zweitliga-Saison immer wieder zu beobachten. Und genau darauf soll Kwasniok besonderen Wert legen.

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