„Utopische Preise“: FC beendet Millionen-Werben um El Mala mit Signal

Said El Mala am Samstag in Bad Waltersdorf erstmals im FC-Training. (Foto: GEISSBLOG)
Said El Mala am Samstag in Bad Waltersdorf erstmals im FC-Training. (Foto: GEISSBLOG)

Der 1. FC Köln hat für diesen Sommer das Millionen-Werben um Said El Mala beendet. Die Geißböcke haben überraschend den Vertrag mit dem 18-Jährigen sowie mit seinem Bruder Malek verlängert und damit ein Zeichen gesetzt.

Aus dem Trainingslager in Bad Waltersdorf berichten Sonja Gauer und Marc L. Merten

Seit Jahren verliert der 1. FC Köln immer wieder Eigengewächse ablösefrei, weil die Geißböcke die Verträge mit den Youngstern nicht vorzeitig verlängern konnten. Tim Lemperle und Justin von der Hitz sind nur die jüngsten Beispiele. Nun hat der FC durch die Vertragsverlängerungen mit Said und Malek El Mala ein Ausrufezeichen gesetzt.

Dass die beiden Spieler trotz ihrer jeweils bis 2029 laufenden Verträge noch einmal um ein Jahr ergänzten, ist ein Signal des Clubs. Die neue sportliche Führung hat erkannt, dass insbesondere Said frühzeitig nicht nur ein längerer Vertrag, sondern auch eine Gehaltserhöhung zugesprochen werden musste. Andernfalls hätte es schnell zu Unruhe kommen können.

FC spricht mit beiden Brüdern

Denn Said El Mala ist heiß umworben. Nach seiner Gala-EM im Trikot der deutschen U19 flatterten zuletzt mehrere Millionen-Angebote herein, aus der Premier League sogar im zweistelligen Millionen-Bereich. Der FC aber hat weder ein Interesse an den Einnahmen und dem Verkauf des Spielers, noch an einem Vertragszoff, weil sich der Spieler womöglich nicht wertgeschätzt fühlt.

So hob man das Gehalt des Spielers ebenso an wie jenes seines Bruders und verlängerte mit beiden. Vor allem, dass der FC nicht nur mit Said, sondern auch mit Malek sprach, dürfte erneut ein Zeichen der Wertschätzung gewesen sein. Denn schon 2024 hatte der FC das Werben um Said gewonnen, weil die Geißböcke auch Malek wollten. Das Brüder-Paar ist eng verbunden, und so machte der FC auch jetzt wieder mit beiden Spielern Nägel mit Köpfen.

FC ließ bei Downs und Pauli die Chance ungenutzt

In diesem Sommer, da sich der sportliche Bereich im Umbruch befindet, konnte Sportdirektor Thomas Kessler somit eine Duftmarke setzen. Einerseits musste er Talente wie Max Finkgräfe und Damion Downs verkaufen, weil ihre Verträge andernfalls im Sommer 2026 ausgelaufen wären. Andererseits ließ er sich gar nicht auf einen langwierigen Kampf um die El Malas ein und band sie zu verbesserten Bezügen noch länger.

Ein solches Vorgehen wäre auch 2024 möglich gewesen, als Downs und Julian Pauli im Sommer begannen sich ins Blickfeld zu spielen. Damals jedoch verkannte der FC die Zeichen und ließ die sich bietende Chance ungenutzt. Vor einem Jahr wäre das Duo sofort bereit gewesen zu verlängern, die Chance auf einen Stammplatz in der 2. Liga im Blick. Ein Jahr später ist Downs weg, Pauli besitzt zwar noch einen Vertrag bis 2027, die Option einer sehr frühen Verlängerung wie nun bei den El Malas jedoch wurde verpasst.

Als Trainer schaue ich mir das genüsslich an und freue mich auf ihn, weil ich davon ausgehe, dass er unter Beweis stellen will, was er drauf hat. Und für uns in der Bundesliga den Unterschied machen kann.“

Lukas Kwasniok über Said El Mala

Derweil konnte Said am Samstag im Trainingslager in Bad Waltersdorf erstmals im FC-Outift befreit mittrainieren. Keine Gedanken um die Zukunft, sondern klarer Fokus auf den FC. Sein Bruder Malek soll sich zwar zunächst über die U21 empfehlen, doch das ist mit beiden Brüdern so besprochen. Said hat die Bundesliga im Blick, Malek startet in einer Woche in die Regionalliga.

In Österreich kann nun Trainer Lukas Kwasniok erstmals mit dem Shootingstar des FC arbeiten. „Ich freue mich sehr auf den Jungen, weil er etwas Besonderes hat. Er kann einem Gegner weh tun“, sagte Kwasniok. „Es gehört aber auch zur Wahrheit dazu, dass er noch keinen Ball bei einem Bundesligisten im Training berührt hat. Man sieht, wie verrückt die Fußballwelt geworden ist. Es werden utopische Preise gehandelt.“ Doch als Trainer, so Kwasniok, „schaue ich mir das genüsslich an und freue mich auf ihn, weil ich davon ausgehe, dass er unter Beweis stellen will, was er drauf hat. Und für uns in der Bundesliga den Unterschied machen kann.“

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