Eigentlich galt ein Abschied von Steffen Tigges als beschlossene Sache. Doch in der Vorbereitung des 1. FC Köln sammelt der glücklose Stürmer plötzlich Pluspunkte als linker Schienenspieler. Für Trainer Lukas Kwasniok ist Tigges bislang die große Überraschung.
Als der GEISSBLOG Lukas Kwasniok während des Trainingslagers in Bad Waltersdorf zum Interview traf, kam die Antwort auf die Frage, welcher Spieler ihn bislang am meisten überrascht habe, wie aus der Pistole geschossen. „Steffen Tigges“, sagte der Chefcoach des 1. FC Köln und wusste, dass er damit einen Spieler wählte, der bei den Geißböcken keinen leichten Stand hat.
Noch vor der ersten Einheit des Sommers schien alles auf einen Abgang des Stürmers hinauszulaufen. Doch Tigges, der 2022 von Borussia Dortmund kam und beim FC noch bis 2026 unter Vertrag steht, rückte schnell in Kwasnioks Fokus. „Das war schon am zweiten Trainingstag“, erinnerte sich der 44-Jährige nun: „Da ist er mit seiner Energie auf dem Platz herausgestochen.“
„Jetzt muss er gut Fußball spielen und das macht er“
Power allein reicht natürlich nicht aus. „Inzwischen ist das Energielevel auch bei allen anderen Spielern auf hohem Niveau“, so Kwasniok, der sogleich nachschob: „Jetzt muss er auch gut Fußball spielen – und das macht er, weil er sich Grundverhaltensmuster aneignet, zuhört und an sich arbeitet.“

In den vergangenen Zweitliga-Saison durfte Tigges nur 363 Minuten ran, stand lediglich dreimal in der Startelf und erzielte kein einziges Tor. Kwasniok sieht in ihm aktuell eine Alternative als linker Schienenspieler und von Testspiel zu Testspiel bessere Leistungen. Beim 3:1-Sieg gegen Leicester City fiel Tigges sowohl mit seinen Vorstößen als auch mit seinen Tacklings positiv auf.
Das habe ich auch mitbekommen. Es hat mich aus Paderborn aber noch niemand angerufen und gebeten: ‚Sag mir doch mal was über den Tiggi!‘
Lukas Kwasniok über Paderborns Interesse
Der Ex-Dortmunder sei ein gutes Beispiel für einen von Kwasnioks Grundsätzen. „Ich sage immer: Ich versuche Spieler nicht besser zu machen, sondern sie besser aussehen zu lassen. Und das schafft Steffen gerade sehr gut. Das freut mich sehr für ihn.“
Wechsel weiterhin nicht ausgeschlossen
Tigges‘ Verbleib ist trotz der warmen Trainer-Worte allerdings nicht in Stein gemeißelt. Neben seiner zweiten Vorbereitungshälfte dürften auch die weiteren Kölner Transfers entscheidend für die Zukunft des gebürtigen Osnabrückers sein. Mit dem SC Paderborn hat zuletzt ein ambitionierter Zweitligist Interesse an dem 70-fachen Bundesliga-Profi signalisiert (der GEISSBLOG berichtete exklusiv).
„Das habe ich auch mitbekommen. Es hat mich aus Paderborn aber noch niemand angerufen und gebeten: ‚Sag mir doch mal was über den Tiggi!‘“, verriet Kwasniok im Gespräch und ließ dennoch durchklingen, dass ein Wechsel weiterhin eine Option ist: „Die Frage war nicht die nach seiner Zukunft, sondern wer mich am meisten überrascht hat.“ Und das ist für den Moment der im FC-Umfeld viel gescholtene Tigges.








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