Jan Thielmann hat gegen Atalanta Bergamo nicht nur ein Doppelpack geschnürt. Der Angreifer des 1. FC Köln spielte vor allem befreit auf und will in der Bundesliga nun durchstarten.
Platzt endlich der Knoten bei einem der Publikumslieblinge des 1. FC Köln? Jan Thielmann begeistert die Fans der Geißböcke seit Jahren mit seinem Engagement, dem unermüdlichen Willen und seinen Sprints nach vorne wie nach hinten. Doch nach 158 Pflichtspielen für die Geißböcke kommt der Angreifer noch immer erst auf elf Tore.
Am Samstag gegen Atalanta Bergamo jedoch markierte Thielmann erst das 1:0 und dann auch noch das 3:0 gegen den italienischen Spitzenclub. Dabei zeigte der 23-Jährige nicht nur eine bislang selten gezeigte Abschlussstärke, sondern zauberte dabei auch. Beim ersten Treffer narrte er mit einem Hackentrick seinen Gegenspieler. Beim zweiten Tor ließ er den gegnerischen Torhüter ins Leere laufen und schoss dann locker ein.
Kwasniok beendet Rechtsverteidiger-Experiment
Auch darüber hinaus strotzte Thielmann vor Spielwitz. Als Rechtsaußen durfte der schnelle Angreifer endlich wieder auf seiner Lieblingsposition auflaufen, nachdem Gerhard Struber und Christian Keller den ehemaligen U21-Nationalspieler zum Rechtsverteidiger hatten umfunktionieren wollen. Zwar lobte Lukas Kwasniok seinen neuen Schützling zu Vorbereitungsbeginn noch, deutlich besser hinten rechts agiert zu haben als in den Kritiken besprochen.
Doch Kwasniok scheint zu wissen, wo Thielmanns Stärken tatsächlich liegen: Und so ist der 23-Jährige nun wieder dort gesetzt, wo er sich selbst am liebsten sieht – rechts offensiv in einer Dreier-Angriffsreihe. Durch das variable Spiel der Geißböcke unter Kwasniok ist Thielmann aber nicht an die Seite gebunden, stahl sich gegen Atalanta auch immer wieder ins Zentrum und nach links raus.
Dieses Ziel setzt sich Thielmann
Die Saison hat noch nicht begonnen, jedoch gehört Thielmann fraglos schon jetzt zu den Gewinnern unter Kwasniok. Nun will der Rechtsfuß die gute Vorbereitung auf die Bundesliga übertragen und ähnlich effektiv bleiben wie gegen Bergamo. „Spaß haben und gesund bleiben“, nannte Thielmann nach dem Spiel seine beiden Ziele für die kommende Spielzeit. „Wir sind bereit, nächste Woche unser erstes Pflichtspiel zu bestreiten. Es macht Spaß zu kicken.“
Für diesen Spaß soll Thielmann beim FC stehen – und für mehr. Mit seiner kürzlichen Vertragsverlängerung hat sich der 23-Jährige zu seinem Club bekannt. Er soll eines der Gesichter für die Zukunft werden. Und Kwasniok will aus ihm nun nicht nur einen „Energiegeber und Identifikationsfigur“ machen, sondern eines der womöglich entscheidenden Puzzlestücke, um eine gute Rolle in der Bundesliga zu spielen.
„Prädestinierte“ Partner für Thielmann
„Du konntest Atalanta mit viel Intensität, Herz, Dynamik und Leidenschaft wehtun. Jan war dafür ein prädestinierter Spieler“, sagte Kwasniok. „Denn Jan kann das dauerhaft machen. Er macht nicht einen Lauf, sondern macht ihn immer wieder. Dieses Unnachgiebige an ihm war heute der entscheidende Faktor.“ Zusammen mit Marius Bülter und Jakub Kaminski scheint der FC-Coach die offensive Dreierreihe mit der höchsten Intensität gefunden zu haben. „Alle drei bringen diese Attribute mit, deswegen habe ich mich für die Jungs entschieden. Das ist sicherlich der Part in der Mannschaft, in dem die Leistungsdichte enorm ist. Deswegen bin ich happy.“
Bislang steht Thielmann in seiner Karriere bei acht Toren in 110 Bundesliga-Spielen. Diese Bilanz will der Rechtsaußen ab übernächster Woche aufpolieren. Mehr als drei Saisontore konnte Thielmann bislang noch nicht verzeichnen. Diese Marke will er unter Kwasniok in Liga eins knacken. Zuvor will er aber bereits im DFB-Pokal in Regensburg treffen. Da steht bislang nur ein Tor in seiner Vita – beim 2:3 in Kaiserslautern. Nun will er den FC beim SSV Jahn zum Sieg schießen.








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