Lukas Kwasnioks Amtszeit beim 1. FC Köln beginnt mit einem Pokal-Drama: Beim SSV Jahn Regensburg stehen die Geißböcke unmittelbar vor dem Aus, drehen einen 0:1-Rückstand durch einen Doppelschlag in der Nachspielzeit aber noch in einen 2:1-Sieg um.
Aus dem Jahnstadion berichtet Sonja Gauer
Die mehr als 4.000 mitgereisten Fans des 1. FC Köln sorgten für ein gefühltes Heimspiel in der Oberpfalz. Nach einer überzeugenden Vorbereitung der Geißböcke gingen Anhang und Mannschaft gleichermaßen mit Optimismus und Euphorie in diese Pokalpartie – und standen dennoch ganz kurz vor einer Erstrunden-Blamage, dem bereits dritten Aus in Regensburg nach den Saisons 2020/21 und 2022/23. Dann aber kam eine dramatische Nachspielzeit, die den FC doch noch in die zweite Runde springen ließ.
Tore und Highlights
29. Minute: Der FC kontrollierte zunächst den Ball, kam nach 20 Minuten auf 6:0 Ecken – doch wirkliche Torgefahr konnte der Bundesligist nicht kreieren. Es mangelte an Ideen. Der erste wirkliche Abschluss war ein Kopfball von Sebastian Sebulonsen, der knapp über das Regensburger Tor ging.
37. Minute: Nach einer halben Stunde wurde der Drittligist mutiger und nahm mehr am Geschehen teil. Ein Aussetzer von Timo Hübers, der kurz vor dem eigenen Strafraum den Ball an Lucas Hermes verlor, ermöglichte dem Jahn die vorerst beste Möglichkeit des Nachmittags. Ron-Robert Zieler parierte den Abschluss des Regensburger Mittelstürmers allerdings.
59. Minute: Der FC blieb harmlos, hätte aber einen Elfmeter bekommen müssen. Benedikt Bauer klärte im eigenen Sechzehner, der Ball tänzelte quasi auf seinem Oberarm – die Pfeife von Christian Dingert blieb stumm.
66. Minute: Auf der anderen Seite des Spielfelds traf eben jener Bauer zum 0:1! Der im Kölner Nachwuchs ausgebildete Christian Kühlwetter spielte einen sehenswerten Außenrist-Pass auf den linken Schienenspieler. Bauer wurde vor dem Kölner Strafraum nicht attackiert, streute noch eine Körpertäuschung ein und traf flach ins rechte Eck – keine Chance für Zieler.

77. Minuten: Der eingewechselte Said El Mala sorgte für ein Aufbäumen, wurde bei seinem ersten Abschluss im Regensburger Sechzehner aber geblockt und verzog dann wenig später bei Versuch Nummer zwei. Darüber hinaus kam der erschreckend schwache FC nicht zu klaren Chancen.
90+6. Minute: Bis tief in die Nachspielzeit. Zehn Sekunden vor Ablauf der anzeigten sechs Minuten chippte Isak Johannesson den Ball noch mal in den Regensburger Strafraum. Ragnar Ache legte per Kopf zurück auf Eric Martel – und der drosch den Ball zum 1:1 ins Netz.
90+8. Minute: Verlängerung? Nein, danke! Genau 100 Sekunden nach dem Ausgleich war Ache per Kopf wieder als Vorbereiter zur Stelle. Diesmal legte der Stürmer auf Johannesson ab, der aus kurzer Distanz mit rechts zum umjubelten 2:1 einschob.
Personal
So spielte der FC: Zieler – Schmied, Hübers, Özkacar (68. Lund) – Sebulonsen, Johannesson, Martel, Maina (68. Thielmann) – Bülter (75. S. El Mala), Kaminski (75. Kainz) – Waldschmidt (75. Ache)
Zur Aufstellung: Lukas Kwasniok ließ in Regensburg sechs seiner elf Neuzugänge starten. Cenk Özkacar stand nach gerade mal vier Trainingseinheiten in der Anfangsformation. Jan Thielmann gehörte dieser – nach seiner starken Vorbereitung etwas überraschend – nicht an. Nach dem 0:1 stellte Kwasniok auf Viererkette um.
Fazit
Vielversprechende Neuzugänge, eine durchaus starke Vorbereitung – die Aufbruchsstimmung, mit der der 1. FC Köln in sein erstes Pflichtspiel ging, kam nicht von ungefähr. Doch sie stand gewaltig auf der Kippe. Das erneute Pokal-Aus in Regensburg war nah. Dass der FC der Blamage in einer dramatischen Nachspielzeit entging, dürfte vor dem Bundesliga-Start noch mal einen emotionalen Push geben. Dennoch muss man sich am Geißbockheim fragen, wie es zu dieser bis kurz vor Schluss schwachen und harmlosen Leistung kommen konnte.






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