Der Umbruch des 1. FC Köln fordert die nächsten Opfer. Seit Freitag dürfen Leart Pacarada, Imad Rondic und Jacob Christensen nicht mehr am Mannschaftstraining teilnehmen. Lukas Kwasniok über die Hintergründe und die Reaktion des Trios.
Je näher der Bundesliga-Auftakt rückt, desto härter muss Lukas Kwasniok durchgreifen. Mit Leart Pacarada, Imad Rondic und Jacob Christensen hat der Trainer des 1. FC Köln die nächsten drei Profis aussortiert. „Der Kader war zu groß und ich habe mich für diese drei Spieler entschieden“, erklärte Kwasniok bei der Pressekonferenz vor dem ersten Spieltag in Mainz (Sonntag, 15.30 Uhr).
Am Freitagvormittag hatte seine Mannschaft ohne das Trio und unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Franz-Kremer-Stadion trainiert. Auf dem PK-Podium im RheinEnergieStadion sagte Kwasniok kurz darauf: „Das sind bittere Entscheidungen, die einem echt zu schaffen machen. Das geht mir nicht am Allerwertesten vorbei. Menschlich ist das immer hart.“
Kwasniok-Entscheidung „unumgänglich“
Kwasniok leidet mit seinen Spielern. Profis nicht nur für das Spieltagsaufgebot zu nominieren, sondern sie sogar aus dem Training auszusortieren, sei „die härteste von allen Entscheidungen“. Doch: „Sie war aus meiner Sicht unumgänglich, damit wir fokussiert und erfolgreich arbeiten können.“ Mit dem gesamten Kader sei einfach keine optimale Vorbereitung auf Mainz möglich, Kwasniok wolle „einen starken Fokus auf den Erfolg“ legen.
In den vergangenen Wochen hatten die FC-Verantwortlichen bereits Sargis Adamyan und Florian Dietz aus dem Profi-Kader gestrichen und zur U21 geschickt. Letzterer ist für Verhandlungen mit einem Drittligisten freigestellt. Auch die Talente Emin Kujovic und Neo Telle, die eigentlich verliehen werden sollen, wurden vorerst zum Regionalliga-Team beordert. Mit Pacarada, Rondic und Christensen schreitet die Kader-Verkleinerung nun weiter voran.
Bei solchen Gesprächen habe ich ganz selten enorme Freude wahrgenommen.
Lukas Kwasniok
Das Trio wurde nach der Einheit am Donnerstag – da durften noch alle mittrainieren – informiert. Ihre Reaktion? „Bei diesen Gesprächen habe ich schon in der Vergangenheit ganz selten enorme Freude wahrgenommen. Das liegt in der Natur der Sache“, so Kwasniok.
Der FC-Trainer berichtete bei der Mainz-Pressekonferenz: „Wir haben mit allen Spielern ein ganz kurzes informelles Gespräch geführt, das Trainerteam mit allen drei Jungs zusammen. Sie haben das zur Kenntnis genommen und hatten die Möglichkeit, sich auszusuchen, ob sie bei der U21 oder individuell mit dem Trainerteam trainieren wollen.“ Alle drei entschieden sich für ein Individualtraining mit Kwasnioks Team. „Damit geht es heute los und das wird in den nächsten Tagen aufrechterhalten.“
Kwasniok hat weiter „Qual der Wahl“
Bei allem Mitgefühl Kwasnioks ist auch klar: Der FC macht Druck auf seine Reservisten. Zweitliga-Stammkraft Pacarada soll ein Jahr vor Vertragsende gehen, könnte so sogar noch eine sechsstellige Ablöse in die Kölner Kasse spülen. Interesse gibt es unter anderem aus der 2. Bundesliga. Ob tatsächlich auch Gerhard Strubers Bristol City seine Fühler ausstreckt, bleibt abzuwarten.
Rondic, der beim Karlsruher SC gehandelt wird, hatte sich zuletzt gegen einen Abgang gewehrt und auf seinen Vertrag gepocht. Der erst im vergangenen Winter verpflichtete Stürmer ist bis 2029 an die Geißböcke gebunden, soll in der Bundesliga pro Monat 60.000 Euro verdienen. Doch der Bosnier kann wohl kaum seinen kompletten Vertrag aussitzen.
Von den aussortierten Profis und Luca Kilian abgesehen, standen am Freitag im Übrigen alle Spieler auf dem Rasen des Franz-Kremer-Stadions. „Ich hatte alle Jungs topfit im Training und habe die Qual der Wahl“, zeigte sich Kwasniok mit Blick auf Sonntag zufrieden.








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