Nach Roter Karte: Bülter köpft den FC zum Sieg – verliert aber Ache verletzt

Riesiger FC-Jubel über den Siegtreffer in Mainz. (Foto: IMAGO / Fotostand)
Riesiger FC-Jubel über den Siegtreffer in Mainz. (Foto: IMAGO / Fotostand)

Der 1. FC Köln ist mit einem emotionalen Last-Minute-Sieg beim 1. FSV Mainz in die Bundesliga-Saison gestartet. Marius Bülter traf in der 90. Minute zum 1:0 (0:0). In der Nachspielzeit jedoch verletzte sich Ragnar Ache am Knie.

Aus der MEWA Arena berichten Sonja Gauer und Marc L. Merten

Willkommen zurück in der Bundesliga, 1. FC Köln! Die Geißböcke sind nach dem Aufstieg endlich wieder zurück. Am Sonntag beim 1. FSV Mainz 05 erlebte der FC direkt, was Köln im Laufe der 34 Ligaspiele erwarten wird: harter Kampf, hohes Tempo und große Emotionen. Die Schlussphase mit dem Siegtreffer und dem Sturmlauf der Mainzer war ein Vorgeschmack auf die kommenden Monate.

Tore und Highlights

1. Halbzeit: Mainz begann stürmisch und hatte bereits nach drei Minuten eine große Doppelchance, die der FC nur mit vereinten Kräften abwehrte. Überhaupt wirkte Mainz ballsicherer und mit dem nötigen Selbstverständnis, um die Partie bestimmen zu können. Der FC brauchte eine halbe Stunde, um aus dem Rückwärtsgang herauszukommen. Die beste Chance der Geißböcke in Hälfte eins vergab Kaminski, als der Linksaußen im Strafraum mit rechts zum Abschluss kam, jedoch zentral auf Zentner zielte (45.). So ging es torlos in die Kabine.

59. Minute: Es war knapp eine Stunde gespielt, da führte eine doppelte Schiedsrichtiger-Entscheidung zu einem einschneidenden Moment. Nach einem Mainzer Eckball kam Caci gegen Krauß im FC-Strafraum zu Fall. Tobias Stieler entschied jedoch nicht auf Elfmeter, sondern ließ weiterspielen. Sebulonsen schaltete sofort und schlug den Ball perfekt und weit auf den startenden Kaminski. Dieser setzte sich im Eins-gegen-Eins mit einer starken Ballannahme durch und wäre frei auf das Tor von Zentner zugelaufen. Doch Nebel riss Kaminski um und sah die Rote Karte.

90. Minute: Der FC übernahm nach dem Platzverweis die Spielkontrolle. Die Geißböcke spielten nun gezielt nach vorne, kamen aber nur selten in gute Abschlusspositionen. Dennoch versuchte es der FC immer wieder, und tatsächlich sollte es noch belohnt werden. Es liefen die letzten Sekunden der regulären Spielzeit, als der eingewechselte Luca Waldschmidt von halbrechts die Flanke mit links an den Fünfmeterraum schlug. Dort lief Marius Bülter ein, und der Stürmer ließ die Kugel über den Scheitel ins lange Eck gleiten – das 1:0.

Nachspielzeit: Zum Drama wurde die Partie nach den 90 Minuten. Erst musste Joel Schmied angeschlagen behandelt werden und konnte fortan nicht mehr richtig laufen, der FC hatte aber schon fünf Mal gewechselt. Dann verletzte sich Ragnar Ache am rechten Knie so schwer, dass er gestützt und bandagiert direkt in die Kabine geführt werden musste. Der FC nun also auch zu zehnt, der Vorteil in Überzahl war also dahin. Für die Mainzer der Anlass zur Offensive zu blasen. Am Ende wurden es 13 (!) Minuten Nachspielzeit, doch der FC zitterte sich zum Sieg.

Personal

So spielte der FC: Schwäbe – Schmied, Hübers, Krauß (67. Cenk) – Sebulonsen (74. Waldschmidt), Martel, Johannesson (80. Kainz), Lund (67. Ache) – Thielmann (67. S. El Mala), Bülter, Kaminski

Zur Aufstellung: Lukas Kwasniok griff wieder auf die Startelf zurück, mit der die Geißböcke gegen Atalanta Bergamo so überzeugt hatten – viel Kampf und Laufstärke also, die Spieler mit den technischen Finessen (u.a. Kainz, Waldschmidt, El Mala) saßen als Joker auf der Bank. Auf Linton Maina musste der FC jedoch verzichten. Für den Außenbahnspieler stand Denis Huseinbasic im Kader.

Fazit

Welch ein emotionaler Start in die Saison: Nach dem Pokal-Wahnsinn in der Nachspielzeit in Regensburg gewann der FC nun auch in Mainz auf den letzten Drücker. Der FC hatte im Elf gegen Elf und später im Zehn gegen Zehn Probleme mit den druckvollen Mainzern. Nur selten konnte die Mannschaft von Lukas Kwasniok sich geordnet nach vorne kombinieren. Das änderte sich schlagartig mit dem Platzverweis für Nebel. Fortan machte der FC das Spiel und belohnte sich mit dem Treffer in der 90. Minute. So kann man in die Saison starten. Einziger (aber womöglich großer) Wermutstropfen war die Verletzung von Ragnar Ache.

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