Heintz und Pacarada: Warum der Eine bleiben und der Andere gehen soll

In der 2. Liga noch Stammspieler: Dominique Heintz und Leart Pacarada. (Foto: IMAGO / Nordphoto)
In der 2. Liga noch Stammspieler: Dominique Heintz und Leart Pacarada. (Foto: IMAGO / Nordphoto)

Weder Dominique Heintz noch Leart Pacarada haben in der neuen Bundesliga-Saison beim 1. FC Köln große Chancen auf Einsätze. Dennoch verfährt der FC bei dem Duo unterschiedlich.

Leart Pacarada soll den 1. FC Köln verlassen. Der Berater des Linksverteidigers, Tobias Becker von der Agentur SBE Management, erklärte nun in der Sport Bild: „Wir versuchen eine Lösung zu finden.“ Und zwar noch vor dem Ende des Transferfensters im Sommer. Heißt: Becker sucht händeringend einen neuen Verein für Pacarada.

Eine Ablösesumme wäre kein Hürde für einen Transfer. Der FC hat den 30-Jährigen bereits aus dem Training gestrichen, der Linksfuß muss sich abseits der Mannschaft fit halten. Zudem läuft sein Vertrag 2026 aus. Die Geißböcke können auf dieser Basis kaum noch finanzielle Forderungen stellen, müssen eher froh sein, falls sie zumindest Teile seines Gehalts noch einsparen können.

Krauß als weiterer Konkurrent

Anders sieht die Situation bei einem zweiten Spieler aus, obwohl seine sportliche Perspektive ähnlich ist. Dominique Heintz stand in den ersten beiden Pflichtspielen der Saison nicht im Kader. Der spielstarke Linksfuß sieht sich großer Konkurrenz ausgesetzt. Mit Cenk Özkacar und Rav van den Berg kamen zwei neue Innenverteidiger. Doch damit nicht genug.

Am Sonntag beim 1. FSV Mainz 05 spielte Tom Krauß auf Heintz‘ Position links in der Dreierkette. Auch dieser Neuzugang, eigentlich Sechser, ist eine neue Option für die Dreierkette und damit ein weiterer Konkurrent für Heintz. Der Routinier muss sich also weit hinten anstellen. Im Gegensatz zu Pacarada jedoch wurde er nicht aus dem Mannschaftstraining verbannt. Heintz darf zumindest weiter mittrainieren.

Eine Frage des (Spiel-)Tempos

Warum dieser Unterschied, obwohl auch Heintz‘ Vertrag 2026 ausläuft und man sich beim FC längst einig scheint, den Kontrakt mit 32-Jährigen nicht noch einmal verlängern zu wollen? In der 2. Liga waren die beiden Verteidiger unter Ex-Trainer Gerhard Struber noch Stammspieler: Heintz links in der Dreierkette, Pacarada links auf der Schiene. Zusammen mit Linton Maina links offensiv bildeten sie ein gefährliches Trio und trugen zum Aufstieg in die Bundesliga bei.

Wenige Monate später sind beide raus. Undankbar vom FC? Wohl kaum. Dankbarkeit darf in der Kaderplanung keine Rolle spielen. Sportdirektor Thomas Kessler musste zahlreiche Fehler seines Vorgängers Christian Keller angehen, und dazu gehörte auch ein eklatantes Kader-Manko: das (Spiel-)Tempo. Weder Heintz noch Pacarada bringen eine hohe Endgeschwindigkeit mit. Darüber hinaus setzt Lukas Kwasniok auf Spieler, die schnell in der Lage sind, Bälle zu verarbeiten und weiterzuleiten.

Heintz‘ Vorteil gegenüber Pacarada

In beiden Bereichen haben andere Spieler in den Augen der Verantwortlichen die Nase teils deutlich vorn. Gerade in der Bundesliga, in der den Spielern noch weniger Zeit bleibt im Vergleich zur 2. Liga, brauchte der FC daher eine Veränderung. Diese traf beide FC-Spieler, obwohl sie 2024/25 noch zum Aufstieg beigetragen hatten.

Dass Heintz im Gegensatz zu Pacarada weiterhin dabei ist, liegt auch in seiner Bundesliga-Erfahrung begründet und seiner Position innerhalb der Kabine. Zudem wissen Kessler und Kwasniok, dass Heintz mit seiner Kopfball- und Zweikampfstärke zumindest dann noch einmal wertvoll sein könnte, wenn der FC sehr tief agieren muss – insbesondere gegen den FC Bayern.

Pacarada wird nicht mehr benötigt

Pacarada hingegen durfte in der Vorbereitung nicht einmal mehr regelmäßig auf seiner angestammten Position auf der linken Seite ran. Auf der linken Schiene wurde mit Kristoffer Lund ein deutlich laufstärkerer Spieler verpflichtet und mit Linton Maina eine offensive Variante ausprobiert. Mit Raphael Obermair soll eine weitere Option verpflichtet werden.

Pacarada hat daher keine Zukunft mehr, in den Augen der Verantwortlichen auch nicht für einzelne Spiele im Laufe der Saison. Während Heintz noch auf vereinzelte Einsätze durch Sonderaufgaben hoffen darf, muss Pacarada sich einen neuen Club suchen. Treffend, dass sich ausgerechnet der FC Bristol mit Gerhard Struber weiter für den 30-Jährigen interessiert (mehr dazu hier).

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