Der 1. FC Köln hat die erste Niederlage unter Lukas Kwasniok kassiert. Die Geißböcke hielten am Samstagabend bei RB Leipzig über weite Strecken gut dagegen, mussten sich durch fünf bittere Minuten vor der Pause aber mit 1:3 (1:3) geschlagen geben.
Aus Leipzig berichtet Marc L. Merten
Zumindest ein Wunsch ging für Lukas Kwasniok an diesem Abend in Erfüllung. Der Trainer des 1. FC Köln hatte vor seinem ersten Samstagabend-Spiel durchblicken lassen, dass er gerne ein Selfie mit Lothar Matthäus schießen würde. Der Rekord-Nationalspieler begleitet die Top-Spiele bekanntlich als TV-Experte für Sky und lächelte bereits im Vorlauf der Partie gemeinsam mit Kwasniok, Co-Expertin Julia Simic und Moderator Sebastian Hellmann in die Kamera. Der Wermutstropfen: Letztlich wurde der Schnappschuss ein Erinnerungsfoto an Kwasnioks erste Niederlage mit dem FC.
Tore und Highlights
13. Minute: An den ersten drei Bundesliga-Spieltagen war der FC jeweils mit 1:0 in Führung gegangen – in Leipzig kam es anders. Nach einem Eckball von Raum herrschte im Kölner Strafraum Chaos. Timo Hübers ging im Zweikampf mit Assan Ouedraogo zu leicht zu Boden und erhielt zu Recht keinen Foulpfiff. Ouedraogo scheiterte anschließend zunächst noch an Marvin Schwäbe, erzielte im Nachschuss aber das 0:1 aus Kölner Sicht.
23. Minute: Dass Rückstände dem FC schnurzpiepegal sind, hatte sich bereits in der Vorwoche in Wolfsburg gezeigt. Und daran knüpften die Geißböcke in Leipzig an: Isak Johannesson spielte aus dem Halbfeld heraus einen glänzenden Pass auf Eric Martel, der in den Sechzehner auf Jan Thielmann durchsteckte. Thielmann blieb vor RB-Keeper Gulacsi eiskalt und schoss zum 1:1 ein.
44. Minute: Der FC bot dem Favoriten die Stirn. Doch vor dem Pausenpfiff zog RB das Tempo noch mal an. Bakayoko war für die Geißböcke nicht zu verteidigen, dessen Hereingabe brachte Baumgartner per Hacke aufs Tor. Schwäbe parierte, musste sich aber erneut einem Nachschuss geschlagen geben. Romulo markierte das 1:2.
45+4. Minute: Und es kam noch schlimmer. Nachdem Martel den nun nicht mehr zu bändigenden Bakayoko kurz vor dem eigenen Sechzehner gelegt hatte, zwirbelte David Raum den fälligen Freistoß zum 1:3 ins Kölner Netz. Bittere und entscheidende fünf Minuten vor der Pause!
60. Minute: Leipzig blieb auch nach dem Seitenwechsel zunächst das gefährlichere Team – bis zu Kwasnioks Dreierwechsel. Unter anderem kam Ragnar Ache und rückte ins Sturmzentrum. Nach einer Flanke von Sebastian Sebulonsen hätte der am zweiten Pfosten alleingelassene Angreifer zwingend sein erstes Bundesliga-Tor für den FC erzielen müssen, setzte den Ball aus kurzer Distanz aber am Pfosten vorbei. Auch wenn die Kölner das Spiel nun dominierten und alles probierten – so nah kamen sie dem Anschlusstreffer nicht mehr. Leipzig verteidigte den Zwei-Tore-Vorsprung bis zum Abpfiff.
Personal
So spielte der FC: Schwäbe – Sebulonsen (73. Kainz), Schmied, Hübers, Krauß – Johannesson, Martel (59. Huseinbasic), Kaminski – Waldschmidt (59. Ache), Thielmann (59. Maina), Bülter (46. El Mala)
Zur Aufstellung: Mal wieder setzte Lukas Kwasniok auf eine Anordnung, die wohl kaum jemand erwartet hatte. Während Tom Krauß auf der linken Seite der Viererkette verteidigte, stürmte Jan Thielmann als zentrale Spitze. Jakub Kaminski rückte aus der Angriffsreihe zurück ins Mittelfeld.
Fazit
Die erste Niederlage – aber sicher kein Beinbruch. Der 1. FC Köln war auch für RB Leipzig ein unangenehmer Gegner, bereitete den mit internationalen Stars dekorierten Sachsen durchaus Probleme. Doch wenn Leipzig das Tempo anzog und Ernst machte, war der auf dem Papier existierende Qualitätsunterschied auch auf dem Rasen zu sehen – der Marktwert des RB-Kaders wird nicht umsonst mehr als viermal so hoch eingeschätzt wie jener des FC. So ging der Sieg des Favoriten in Ordnung, die Geißböcke werden ihre Punkte an anderer Stelle holen.







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