Tom Krauß wird beim 1. FC Köln unter Lukas Kwasniok zum Allrounder. Nach einigen Auftritten als Innenverteidiger ist der gelernte Sechser in seiner Heimatstadt Leipzig als Linksverteidiger aufgelaufen. Für Kwasniok ein durchaus gelungenes Experiment.
Zweimal stand Tom Krauß bislang in der Startelf des 1. FC Köln, zweimal war der Gegner für ihn persönlich ein spezieller. Zum Auftakt gastierte der Leih-Profi mit den Geißböcken beim FSV Mainz 05, seinem Stammverein. Am Samstag kehrte er mit dem FC nun in seine Heimat Leipzig zurück.
„Meine Familie und viele Freunde waren da. Es war ein besonderes Spiel für mich, ich habe meine ganze Jugend bei RB verbracht“, berichtete Krauß nach der 1:3-Niederlage und verriet, dass er im Vorfeld der Partie rund 15 Karten für seine Liebsten besorgt hatte.
Kwasniok überrascht mit Krauß
Lukas Kwasniok ließ den Heimkehrer auf einer Position ran, auf der ihn selbst seine engsten Wegbegleiter noch nicht gesehen hatten – als Linksverteidiger in der Viererkette. „Mit Tom wollten wir jemanden haben, der Bakayoko auf dem starken Fuß verteidigen kann. Das ist für einen Rechtsfuß etwas leichter“, erklärte der FC-Trainer. Krauß habe für „die Eins-gegen-eins-Duelle mit nicht ganz so unkreativen Spielern“, wie Sportdirektor Thomas Kessler die Leipziger Stars nannte, die notwendige Zweikampfhärte.
Tatsächlich konnte der gebürtige Leipziger den in diesem Sommer für 18 Millionen Euro aus Eindhoven verpflichteten Johan Bakayoko lange Zeit bremsen – bis der 18-fache belgische Nationalspieler in der 44. Minute nicht mehr zu bremsen war und das 2:1 der Roten Bullen einleitete.
Ich war mit seiner Leistung echt absolut einverstanden.
Lukas Kwasniok über Krauß
„Tom hat es gegen Bakayoko herausragend gemacht, ihn wie erhofft auf seinen linken Fuß gelenkt mit seinem rechten. Aber dann macht Bakayoko Übersteiger und in der Box war es nicht einfach zu verteidigen“, nahm Kwasniok den Gegentreffer hin und bereute es keineswegs, Krauß auf die ungewohnte Linksverteidiger-Position gestellt zu haben: „Ich war mit seiner Leistung echt absolut einverstanden.“
Zumal sich der FC-Trainer mit dieser Personalie die Option offenhalten wollte, „jederzeit zu einer Fünferkette switchen zu können“ und Krauß mit seinem rechten Fuß im Spielaufbau helfen sollte. „Das Trainerteam arbeitet sehr akribisch an diesen Themen und macht sich Gedanken, wie wir den Gegner bespielen können“, so Sportdirektor Kessler.
Krauß: „Hatte das noch nie gespielt“
Krauß hatte vor dem Abschlusstraining am Freitag von seiner besonderen Rolle erfahren. „Ich bin da sehr variabel, hatte das auch noch nie gespielt. Ich bin froh, dass der Trainer mich aufstellt und versuche, mein Bestes zu geben – aber am Ende ist es nicht immer einfach, gegen Bakayoko zu verteidigen.“
57 Prozent seiner Zweikämpfe gewann Krauß, durfte sich darüber hinaus „frei bewegen und in die Tiefe gehen“. Der gelernte Sechser bewies einmal mehr seine Allrounder-Qualitäten, auch wenn die Heimkehr nach Leipzig letztlich nicht von Erfolg gekrönt war.








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